Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 23 (8.6.1928)
- Date
- 1928-06-08
- Page
- Seite 60 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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360 Das Jüdische Echo Nr. 23 ischer Sprache. Er ist überzeugter Zionist und Misrachist. Prof. Fraenkel wurde 1892 in München geboren. Neue sportliche Erfolge des Bar-Kochba Berlin Berlin, 4. Juni. (JTA.) Am letzten Sonnabend konnte der jüdische Turn- und Sportverein Bar- Kochba, Berlin, beim Abendmeeting des Berliner Sportvereins 1892 Erfolge erzielen, denen in Anbetracht der Tatsache, daß am nächsten Sonntag der Großstaffellauf Potsdam-Berlin ausgetragen wird, Beachtung zukommt. Zunächst gelang es Silbermann, der eine kampfstarke Stütze der Bar- Kochba bildet, im 1000-Meter-Laufen nach überlegenem Rennen in der guten Zeit von 2:34,6 vor König (Preußen) und Diesing (B.S.C.) mit 10 Meter Vorsprung Sieger zu werden. Den nächsten Erfolg trugen die Bar-Kochba-Leute in der sogenannten Charlottenburger-Staffel (500, 400, 300, 200, 100 Meter) davon. In der Reihenfolge Bergmann, Janklowitz, Gerber, Kurz I und Kurz II traten die jüdischen Läufer an. Nachdem bis zum zweiten Wechsel B. S. C. vor Bar-Kochba und S. C. C. geführt hatte, gelang es vor allem dem bekannten Kurzstreckenläufer Kurz I einen Vorsprung von 3 Metern herauszuholen, den sein Bruder und Kampfgenosse beibehielt. Dafür mußte Bar-Kochba sich in der lOmal-eine-Runde-Staffel (1 Runde gleich 370 Meter) mit 15 Meter durch S. C. C. vor B. S. C. als geschlagen bekennen. Das 100-Meter-Laufen der Jugend gewann Fuchs in der ansprechenden Zeit von 12,0 Sekunden. Für eine gemeinnützige jüdische Ehevermittlung in Deutschland Berlin, 1. Juni. (JTA.) Prof. Dr. Hanauer (Frankfurt a. M.), der vor einiger Zeit die Gründung einer gemeinnützigen jüdischen Ehevermittlung zwecks Abhilfe der jüdischen Ehenot in Deutschland angeregt hat, gibt nun nähere Aufschlüsse darüber, wie er sich die Arbeit dieser Institution denkt. Die gemeinnützige jüdische Ehevermittlungsstelle soll in erster Linie dazu berufen sein, der jüdischen Ehenot der Gegenwart zu steuern, die Ehelosigkeit zu bekämpfen, den Willen zur Ehe zu stärken, dadurch die Zahl der jüdischen Ehen zu vermehren und zugleich die der Mischehen zu vermindern. Sie hat eine dreifache Aufgabe zu erfüllen: 1. Soll sie eine sich über ganz Deutschland erstreckende Organisation der Eheanbahnung darstellen; 2. soll eine Kasse gegründet werden zur Ausstattung unbemittelter jüdischer Mädchen, um diesen die Eheschließung zu ermöglichen: 3. soll es in ideeller Hinsicht Aufgabe der gemeinnützigen Ehevermittlungsstelle sein, gesündere und vernünftige Anschauungen über die Ehe zu verbreiten. Die Organisation soll in Form eines Vereins erfolgen, der sich über ganz Deutschland erstreckt. Die laufenden Betriebskosten werden zunächst auf etwa RM. 5000.— jährlich geschätzt. Der Redakteur des Magdeburger „Jüdischen Wochenblatts“, Dr. Hugo Spiegler, widmet dem Plane Prof. Hanauers einen Leitartikel und schließt: „Es kommt heutzutage vielleicht weniger darauf an, den Willen zur Ehe zu stärken, als diesem Willen dort, wo er vorhanden ist, zur Erfüllung zu verhelfen. Diese Aufgabe ist meistens eine rein wirtschaftliche. Wenn es Herrn Prof. Hanauer gelänge, die Reichen zu diesem Prinzip zu bekehren, dann würde er sich um die Behebung der Ehenot ein großes Verdienst erwerben.“ Ein jüdischer Gelehrter unter der Besatzung von Nobiles „Italia“ Berlin, 31. Mai. (JTA.) Während die ganze Welt um das Schicksal des in der Arktis verschollenen lenkbaren Luftschiffes „Italia“ und dessen Besatzung bangt, ist es zeitgemäß, daran zu erinnern, daß sich unter der 15 Mann starken, von General Nobile geführten Expedition ein sehr bekannter italienisch-jüdischer Gelehrter befindet: der Ingenieur Professor Aldo Pontremoli von der Polytechnischen Hochschule in Mailand. Nobile hat Professor Pontremoli für die Teilnahme an der Expedition gewonnen, damit er besondere wissenschaftliche Aufgaben der Expedition durchführt. Pontremoli ist ein führendes Mitglied der Mailänder Jüdischen Gemeinde. Der polnische Sejm und die antijüdischen Zaren- Gesetze Warschau, 1. Juni. (JTA.) Der polnische Sejm verhandelte in seiner letzten Sitzung über den von den jüdischen Deputierten eingebrachten Dringlichkeitsvorschlag betreffend die Außerkraftsetzung der noch aus der Zarenzeit bestehenden gesetzlichen Beschränkungen gegen die Juden in Polen. Abg. Hartglas begründete den Dringlichkeitsantrag und wies darauf hin, daß seit dem Wiedererstehen Polens schon der dritte Sejm sich mit diesem Überbleibsel aus der Zarenreaktion befassen müsse, ohne daß bisher etwas wesentliches geschehen sei. Man sollte glauben, daß die im März 1921 von der polnischen Nationalver-