Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 23 (8.6.1928)
- Date
- 1928-06-08
- Page
- Seite 58 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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358 Nr. 23 Das Jüdische Echo Zur Tagung der Je wish - Ägency - Commission Dr. Weizmann über die Tagungsaufgaben N e u y o r k, 21. Mai. (JTA.) In der Schlußsitzung der Konferenz für den United Palestine Appeal, die am 20. Mai abends im Hotel Astor stattfand, verabschiedete sich der Präsident der Zionistischen Weltorganisation Dr. Chaim Weizmann von den amerikanischen Zionisten durch eine Ansprache, in der er auf die bevorstehende Londoner erste Tagung der Jewish Agency-Commission hinwies und ausführte: Wir werden in London ein durchführbares Programm der Wiederaufbauarbeit in Palästina aufstellen. Diejenigen, die ernstlich daran interessiert sind, daß die gesamte Arbeit in Palästina auf einer auf Grund wissenschaftlicher Forschung festgelegten Basis gemacht wird, haben jetzt eine sich ihnen bietende große Gelegenheit, an der Verwirklichung der Jewish Agency mitzuarbeiten. Palästina ist von anerkannten Fachleuten wissenschaftlich untersucht worden; das Ergebnis dieser Untersuchungen werden wir in London zu begutachten haben. Wir Zionisten waren es, die eine solche wissenschaftliche Durchprüfung des Arbeitsgebietes in Palästina gefordert und veranlaßt haben. Wir wollten eine Übersicht über die Arbeit gewinnen, die wir im Verlauf von 6 oder 7 Jahren vollbracht haben. Wir waren uns darüber klar, daß wir eben eine Periode der Pioniertätigkeit beendet hatten und daß es notwendig sei, die Summe der bisherigen Leistungen zu ziehen und auf der Basis der gewonnenen Erfahrung ein Arbeitsprogramm für die Zukunft vorzuzeichnen. Wir gingen an die Prüfung in der einzig hierfür möglichen Weise heran: unparteiisch, leidenschaftslos. Denjenigen, die wollen, daß die Arbeit in Palästina in den richtigen Gang kommt, sage ich: jetzt ist die Gelegenheit hierfür vorhanden. Denjenigen aber, die sich diese Gelegenheit nicht zunutze machen wollen, rufe ich zu: stört uns nicht in unserer Arbeit! Ich will mich nicht in Erörterungen einlassen, ob die Zustimmung zur Jewish Agency politisch richtig oder falsch war; der Kongreß hat der Jewish Agency- Politik zugestimmt, und wir müssen demgemäß handeln. In der Keimzelle einer Jewish Agency,' die wir nun zu schaffen versuchen, liegt eine tiefere Idee verborgen, als es bei Betrachtung der Oberfläche scheinen mag. Die Idee ist die Vereinigung des gesamten Judentums zu einer gemeinsamen Aufgabe: Aufbau Palästinas. Von Zionisten sollte nichts unternommen Verden, was die Chance des Erfolges dieses Planes mindern könnte. Ich hoffe, ]! daß nun ein Anfang gemacht wird, um die Last,’ i j die bisher allein auf die Schultern der Zionisten I i gedrückt hat, auf das ganze jüdische Volk zu ver- I ' teilen. Der finanzielle Aspekt des Wiederaufbau- I i Werkes in Palästina ist ein Problem, dem wir ernst I; ins Auge blicken müssen. Ich bin mir klar darüber, |! daß die Finanzen der Zionistischen Organisation j! auf einer anderen Basis als bisher gestellt wer- S [ den müssen, damit endlich für unsere Operation 1 1 in Palästina eine Sicherheit und Stetigkeit ge-! \ schaffen werde. Wir können mit den in der Ver- : ] gangenheit angewandten Methoden der zufälligen 1 l Geldaufbringung nicht fortfahren. Die Stabilisie- : '{ rung unserer Finanzen wird Gegenstand unserer i ernstesten und sorgfältigsten Erwägung sein; ich ’ hoffe, in kurzem darüber etwas mitteilen zu kön- \ nen.! Felix M. Warburg über seine Aufgaben in Europa London, 30. Mai. (JTA.) Herr Felix M. Warburg empfing den Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur und sprach sich ihm gegenüber ’ über die Aufgaben, die er während seiner jetzi- ■ gen Europa-Reise durchzuführen habe, aus. Herr; Warburg ist mit Bezug auf die Arbeiten der Je- : wish Agency-Kommission optimistisch und seiner- seits entschlossen, alles zu tun, um diese Angelegenheit zu einem guten Ende zu führen. Er werde > in Paris mit Baron Edmond de Rothschild Zusammentreffen und mit ihm Angelegenheiten Palästinas besprechen. Er wird sich auch einige Zeit in Hamburg bei seinen Familienangehörigen aufhalten. In; Paris werde er einer Beratung der Joint-JCA-Re- . construction-Foundation beiwohnen. In London j oder in einer Stadt des Kontinents werde er mit \ dem Leiter des Joint-Werkes in Europa, Herrn Dr. Bernhard Kahn, Zusammentreffen. Herr Felix M. Warburg erklärte zum Schluß, er sei über die Ergebnisse des neuen Fonds für das; russisch-jüdische Aufbauwerk zufrieden; ohne viel Aufhebens wurden unter sehr wenigen jüdischen Persönlichkeiten sieben Millionen Dollar aufge-; bracht. i London, 30. Mai. (JTA.) Dr. Chaim Weizmann, der Präsident der Zionistischen Weltorganij? sation, und Herr Felix M. Warburg, eines der 1 amerikanischen Mitglieder der unparteiischen Jej | wish Agency-Kommission, sind am 29. Mai abends . f an Bord der „Mauretania“ aus den Vereinigten < Staaten in London eingetroffen, um der am 9. Juni; in London beginnenden ersten Beratung der Jej wish Agency-Kommission beizuwohnen.; D e r n e u e AUSTRO-DAIMLER 6Cylinder,12/70PS Eine umwälzende Neukonstruktion * Hirschbold K o m m. - G e s. Fernruf 51355 MÜNCHEN Sonnenstr,19;