Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 22 (1.6.1928)
- Date
- 1928-06-01
- Page
- Seite 347 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 22 Das Jüdische Echo 347 Gemeindenu.Vereins-lcho Jüdischer Gesangverein München. Schubert wird dieses Jahr überall gefeiert; auch wir haben dazu besonderen Anlaß, hat Schubert doch manchen Stoff als Vorwurf zu seinen Kompositionen der jüdischen Geschichte entnommen, so z. B. „Myriams Siegesgesang“ und Tov lehodoo (92. Psalm), letzteren auf Veranlassung von Oberkantor Sulzer zur Einweihung der Wiener Synagoge (1828) komponiert. Beide Werke sind im Programm des Konzertes am 6. Juni, abends 8 Uhr, im Cherubimsaal enthalten. Als Instrumentalsolistin wurde Annie Steiger-Betzak, die bestens bekannte Frankfurter Geigerin, als Gesangssolist Dr. Ernst Mosbacher (Tenor) gewonnen. Nach dem Konzert wird ein „Wiener Abend“ (Tanzkapelle Hotel Vier Jahreszeiten) die Anwesenden in froher Geselligkeit vereinen (in den Tanzpausen Chorwalzer von Joh. Strauß und solistische Tanzdarbietungen). Eintrittskarten für Nichtmitglieder zu RM. 3.30 im Vorverkauf bei Musikhaus Koch, Neuhauser Straße 50, Musikhaus Jacob, Neuhauser Straße 12—13, Ewer- Buchhandlung, Ottostraße 2, Schirmhaus Bacharach, Frauenstraße 6. Für Mitglieder zu RM. 2.20 im Pelzhaus Goldberg, Schillerstraße. Jugendvereine usw. zu RM. 1.25 an der Abendkasse. Intime Hausmusikabende des Jüdischen Kammerorchesters Wenn es das Jüdische Kammerorchester unternimmt, Hausmusikabende zu verans1 alten, so leiten es dabei zwei Gesichtspunkte- Der eine, seine Mitglieder im Anschluß an die Orchester-Übungen auch zu kammermusikalischem Musizieren zu erziehen; denn nichts ist geeigneter, musikalischen Geschmack und vor allem musikalisches Können zu bilden und zu vertiefen, als die Pflege von Kammermusik, weit mehr, als dies beim Musizieren im Orchester der Fall ist. Denn ist beim Orchesterspiel Unterordnung und vollkommene Hingabe an den Führer oberstes Gebot, so fordert die Kammermusik mehr selbstbewußtes Verantwortungsgefühl und ein selbständiges An- und Ausgleichen der Persönlichkeiten der einzelnen Spieler. Da nun bekanntlich der Trieb nach gesteigerter Leistung vor allem dadurch angeregt wird, daß man Gelegenheit gibt, diese Leistungen einer Zuhörerschaft zur Beurteilung zu unterstellen, so hat sich das Jüdische Kammerorchester entschlossen, seine Hausmusikabende im Rahmen der jüdischen Öffentlichkeit zu veranstalten. Es hat sich dadurch von selbst der Leitung eine weitere Aufgabe gestellt, die weit über den engeren Kreis des Orchesters hinaus zu einer öffentlichen und allgemeinen wird, nämlich das Interesse für gediegene und gute Hausmusik, nicht nur bei seinen ausübenden Mitgliedern, sondern auch bei seiner Zuhörerschaft zu wecken und zu vertiefen. Es entsteht so eine eigenartige Wechselwirkung zwischen Ausübenden — wir vermeiden absichtlich das Wort „Künstler“, denn es handelt sich hier ja hauptsächlich um Musikliebhaber — und Zuhörerschaft, indem das Pu¬ Deutsche Neuwäscherei FELIX. BRAXDXER * MÜNCHEN Thierschstraße 21 Telefon Nr. 23708 Spezial-Dampfwaschanstalt für Herren-Plättwäsche nur Kragen, Manschetten, Vorhemden und Oberhemden. Lieferzeit ca. 8 Tage blikum erziehend auf die Ausübenden wirkt und umgekehrt jene wiederum auf die Zuhörer. Es mag nicht geleugnet werden, daß durch die öffentlichen Konzerte wie auch durch die Verbesserungen des Grammophons und die Erfindung des Radios ernste Musik in guter Wiedergabe einer breiteren Masse geboten wird und daß auch das Bewußtsein für die Bedeutung des ethischen Einflusses guter Musik sich mehr und mehr Bahn bricht. Trotzdem darf man sich nicht verhehlen, daß diese Art des Musikgenusses eines wesentlichen Faktors entbehrt, indem zwischen Künstler und Publikum im allgemeinen wenig Beziehung besteht. Wir dürfen nicht vergessen, daß die heutige Form unseres Konzertlebens kaum hundert Jahre zurückreicht und sich vordem das Musikleben zumeist in kleineren intimen, privaten, aristokratischen, aber auch bürgerlichen Kreisen abwickelte. Dieses innigere, tiefere Verhältnis zur Musik gewinnen zu helfen, dazu sollen die intimen Hausmusikabende des Jüdischen Kammerorchesters neben seinen Orchesterabenden beitragen. Wir wenden uns dabei an alle jüdischen Kreise, vor allem aber an diejenigen, bei denen Keime am besten gedeihen, an unsere Jugend! Möge unser Versuch auf fruchtbaren Boden fallen! Franz Kleinbauer. 1. Hausmusikabend des Jüdischen Kammerorchesters, München. Am Montag, dem 4. Juni 1928, Punkt abends 8 Uhr, veranstaltet das Jüdische. Kammerorchester München im kleinen Frauenklubsaal, Finkenstraße 2/1, seinen ersten Hausmusikabend. Zum Vortrag gelangen: 1. Doppelkonzert für 2 Violinen und Klavier in C- Moll von J. S. Bach (Allegro — Adagio — Allegro). 2. Adagio — Allegro con spirite a. d. Streichquartett (2 Violinen, Bratsche, Cello) Op. 76, Nr.4 in B-Dur von J. Haydn. 3. a) Große C-Moll-Fantasie für Klavier von W. A. Mozart. b) Scherzo in B-Dur für Klavier von Fr. Schubert. 4. Violinsonate in C-Dur von A. Corelli (Adagio — Allegro — Adagio non troppo — Allegro — Giga. Allegro). 5. „Kegelstatt-Trio“ für Klarinette, Bratsche und Klavier von Mozart (Andante — Menuetto — Allegretto). Eintritt frei. Garderobe und Programm (zur Dekkung der Unkosten) RM. —.50, Jugendliche RM. —.30. Besondere Einladungen erfolgen nicht. Adelholzener Primusquelle Hervorrag. Heilwasser bei Nieren-, Leberu. Blasenleiden Stärkste Rubidiumquelle Europas sehr geeignet zu Hauskuren. Be - DarVmio\rr approbierter Apotheker kömmliches Tafelwasser. 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