Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 22 (1.6.1928)
- Date
- 1928-06-01
- Page
- Seite 343 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 22 Das Jüdische Echo 343 i t i zum Judentum ist religiös-konservativ, er wendet aber auch allen modernen Problemen des Judentums sein Interesse zu. Er ist Vorsitzender der Religiösen Mittelpartei. Mit Fragen der praktischen Arbeit in Palästina hat er sich oft und intensiv beschäftigt. Er war viele Jahre hindurch Mitglied der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin; im vorigen Jahre wurde er in den Vorstand und gleich darauf zum ersten Vorsitzenden der Gemeinde gewählt. Vorstands- und Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin werden, wie wir erfahren, dem Jubilar an seinem Geburtstage eine Glückwunschadresse und Blumen überreichen. Jahresversammlung der Akademie für die Wissenschaft des Judentums Berlin, 15. Mai. (JTA.) Am Sonntag, dem 13. Mai, fand im Logenhause zu Berlin unter Leitung des zweiten Vorsitzenden, Herren Direktors Oskar Wassermann, die Mitgliederversammlung der Akademie für die Wissenschaft des Judentums statt. Die Versammlung war sehr gut besucht. Nach Begrüßung der Erschienenen durch den Vorsitzenden und einer Ansprache Dr. Eduard Strauß (Frankfurt) für die Hermann Cohen-Loge, gedachte der Vorsitzende des im vergangenen Jahre hingeschiedenen Oberrabbiners Professor Chajes (Wien), der Mitglied der talmudischen Kommission gewesen war. Prof. Dr. Julius Guttmann, Leiter des Forschungsinstitutes der Akademie, erstattete den Bericht über die wissenschaftliche Arbeit, San.-Rat Dr. Gustav Bradt als erster Schriftführer den Geschäftsbericht des Verwaltungsvorstandes. Nach dem Berichte der Revisoren wurde dem Vorstande einstimmig Entlastung erteilt. Hierauf wurde der Verwaltungsvorstand neu gewählt, dem folgende Persönlichkeiten an gehören: Dr. h. c. Aron Hirsch, Vorsitzender; Oskar Wassermann, 2. Vorsitzender; Prof. Dr. Albert Einstein, 3. Vorsitzender; Jacob Goldschmidt, 1. Schatzmeister; Wilhelm Kleemann, 2. Schatzmeister; San.-Rat Dr. Gustav Bradt, 1. Schriftführer; Prof. Otto Warburg, 2. Schriftführer; Berthod Schatz, Kammergerichtsrat, Leo Wolff, Rabbiner Dr. Leo Baeck, Beisitzer. In den Ehrenausschuß der Akademie wurden hinzugewählt die Herren: Moritz Roisenhal, Justizrat Severin Behrendt und Alfred Anders, die letzteren Beiden wurden gleichzeitig zu ehrenamtlichen Revisoren ernannt. Im Anschlüsse an ihre Jahresversammlung veranstaltete die Akademie für die Wissenschaft des Judentums eine Hermanm-Cohen-Gedenkfeier zur zehnten Wiederkehr seines Todestages. Rundfunkkonzert aus der hebräischen Musikliteratur Berlin, 23. Mai. (JTA.) Am letzten Montag fand durch die Berliner Funkstunde über den Sender Witzleben die Übertragung eines „Konzertabends aus der hebräischen Musikliteratur“ statt. Nach einleitenden Worten des Herrn Leopold Keilermann sang der Solist des Abends, Magnus Davidsohn, vom Chor der Neuen Synagoge unter Leo Gollanins Leitung und von Arthur Zepke an der Orgel begleitet, das „Adon olom“ von S. Rossi; dann ein Gebet um Erntesegen am Pessachfeste „Tal“, bearbeitet von L. Lewandowsky (Orgel: Richard Altmann). „Raw’s Nigen“ für Violine und Harfe von Albert Kellermann, von Maurits van den Berg (Violine) und Hildegard Roscher (Harfe) zu Gehör gebracht. „Ki k’schincho“, gesungen von Magmis Davidsohn, schlossen sich an. Darauf trug die Sopranistin Frieda Wolf das bekannte „Ruth“ und „Neomi“, die Grundlage zu den bei Trauungen oft gesungenen „Wo du hingehst...“, vor (obl. Violine: M. van den Berg, Harfe: Arthur Zepke). Magnus Davidsohn sang das „Kol nidrei“, bearbeitet von G. Sulzer, und beendete den eindrucksvollen Abend mit „B’rosch haschonoh“ von A. Kellermann. —■ Die Berliner Presse nennt die Veranstaltung eine Darbietung von hoher künstlerischer und wissenschaftlicher Bedeutung. Das erste jüdische Krankenhaus in Sachsen eröffnet Leipzig, 20. Mai. (JTA.) Dank der Initiative und der Opfer der Familie Eitingon konnte das jüdische Krankenhaus in Leipzig, das erste jüdische Krankenhaus in Sachsen, eröffnet werden. Das schlichte und doch in ansprechenden Formen gehaltene Gebäude von zwei Loggien, die in alle Etagen reichen, umrahmt, erstreckt sich in einer Länge von nahezu 50 Metern und ist drei Stockwerke hoch. Das Haus enthält eine chirurgische Abteilung und eine Abteilung für innere Medizin mit vorläufig 79 Betten. Wie alle israelitischen Krankenhäuser steht auch diese Anstalt, der auch eine kleine Abteilung für Lungenkranke angegliedert ist, Patienten aller Konfessionen offen, wenn auch die Verpflegung eine streng rituelle ist. Beim Eintritt in das stattliche Gebäude weist rechts eine Tafel auf die Stifter, Herrn Ohaim Eitingon und Frau Alexandra Eitingon, hin. Die innere Einrichtung ist von Herrn Motty Eitingon und dessen Gattin Fanny, beide in Neuyork, gestiftet. Das Röntgeninstitut ist mit den modernsten Apparaten versehen. Als Oberärzte fungieren die über Leipzig hinaus bekannten Fachärzte Dr. Ludwig Frankenthal und Dr. Pascal Deuel. — Der Familie Eitingon verdankt die jüdische Gemeinde Leipzig auch die Entstehung der schönen Synagoge in der Otto- Schiff-Straße. Niedrigste Ehescheidungsziffern bei den Juden trotz Scheidungsfreiheit Karlsruhe, 22. Mai. (JTA.) Die badische Statistik für 1927 gibt interessante Aufschlüsse über den Anteil der Konfessionen an der Ehescheidung. Das Scheidungsverbot der kathQlischen Kirche macht es ohne weiteres erklärlich, daß auf je 10 000 Katholiken in Baden nur 2,4 Scheidungen kamen, während die entsprechende Ziffer für die Evangelischen 4,4 beträgt. Noch geringer aber als der Anteil der Katholiken war der der Juden, bei denen sich die Ziffer auf 1,7 ADLERWERKE vorm. Heinrich Kleyer A.-G. Frankfurt a. M. 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