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Das jüdische Echo · 1928-06-01 · 22 (1.6.1928) · p. Seite 340

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
22 (1.6.1928)
Date
1928-06-01
Page
Seite 340 (sequence 4)
Language
German
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340 Das Jüdische Echo Nr. 22 mcindeverbandes, dessen Vorsitzender er ist. Dr. Morgenstern (Linz) überbrachte die Grüße der österreichischen Zionisten. Rechtsanwalt Max Jacobsohn begrüßte den Delegiertentag im Namen der Ortsgruppe Breslau. Der Delegiertentag schritt hierauf zur Wahl des Präsidiums. Zum Vorsitzenden wurde Kurt Blumenfeld, zu Vizevorsitzenden Dr. Landsberg (Wiesbaden), Dr. Hugo Schachtel (Breslau), Dozent Dr. Rabin (Breslau), Regierungsrat Dr. Marcus (Breslau), Richard Lichtheim (Berlin), Benzion Fett (Berlin) gewählt. Kurt Blumenfeld hielt eine Gedenkrede auf die verstorbenen Führer des Zionismus Achad Haam, Wladimir Tiomkin, Prof. Z. Chajes und verlas eine lange Liste verstorbener deutscher Zionisten. Zum Schluß erwähnte er auch den Heimgang von Dr. Paul Nathan, der zwar zu den leidenschaftlichen Gegnern des Zionismus gehörte, aber auch zu den Erfüllern jüdischen Lebens unserer Zeit. Mit dieser Rede nahm die eindrucksvolle Eröffnungssitzung ihr stimmungsvolles Ende. In der Sitzung .vom Sonntag nachmittag erstattete Kurt Blumenfeld im‘Namen des Präsidiums der Zionistischen Vereinigung für Deutschland das Referat über die Arbeit in Deutschland für die Zeit vom I. Oktober 1926 bis 31. März 1928. An dieses Referat Blumenfelds schloß sich eine lebhaft geführte Generalaussprache, in der zunächst Dr. Wolfsberg im Namen des Misrachi, Dr. Hugo Schachtel als Einzeldelegierter, Dr. Rudolf Samuel für Hapoel Hazair und Dr. Nahum Goldmann für die radikalen Zionisten sprachen. Den Hauptpunkt der Debatte bildete die Frage, ob man die Zionistische Vereinigung für Deutschland in der bisherigen Form beibehalten oder zu einem Dachverband selbständiger Fraktionen (Arbeitsgemeinschaft) umgestalten solle. Es ergab sich dabei, daß eigentlich nur eine kleine Gruppe im Misrachi für den Dachverband eintrat. Am Montag, dem 28. Mai, dem zweiten Verhandlungstag, wurde zunächst die am Sonntag begonnene Generaldebatte fortgesetzt. Nachdem am Sonntag Dr. Sally Hirsch als letzter Redner für das linke Zentrum die Grundsätze der Leitung, die von Kurt Blumenfeld aufgestellt worden waren, vertrat, begann die Aussprache am Montag mit Darlegungen von Dr. Arnold Wiener (Beuthen), der sich gegen die antizionistische Tätigkeit der Agudah Jisroel wandte und der Agudah ein unnatürliches Bündnis mit dem Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens vorwarf, ein Bündnis, das sich nur nach dem Grundsatz orientieren könne: die Feinde unserer Gegner sind unsere Freunde. Kurt Blumenfeld begrüßte den zum Delegiertentag erschienenen Vertreter der Weltexekutive, Dr. Felix Rosenblüth. Es sprachen noch Dr. Georg Landauer für Hapoel Hazair, woraufhin Herr Dr. Kanowitz sein Referat „Grundsätzliche Bemerkungen zum Aufbau und zur Arbeit der Z.V.f.D.“ hielt. Zu den Referaten von Blumenfeld und Kanowitz sprachen dann Lazarus Barth (Misrachi), Dr. Julius Lewinsohn (Hapoel Hazair), Benzion Fett (Radikal), Richard Lichtheim (Revisionist), Jacobsohn (Breslau) und Dr. Franz Meyer (Breslau). Am Nachmittag des Montags wurde eine geschlossene Keren-Hajessod-Sitzung abgehalten, in der Dr. Felix Rosenblüth Informationen der Exekutive gab und Alfred Berger den Bericht über die K.H.-Arbeit erstattete, die sich in Deutschland in aufsteigender Kurve bewegt. Zu gleicher Zeit tagte eine Versammlung des Bundes zionistischer Frauen unter Beteiligung von mehr als hundert Damen. Dr. Grete Turnowsky erstattete einen Tätigkeitsbericht und entwickelte einen Arbeitsplan für die Zukunft, der sich auf eine Intensivierung der Bundesarbeit und auf die Geldaufbringung für eine Kulturarbeit in Palästina bezog. Um 5.30 Uhr nachmittags wurde die Hauptaussprache fortgesetzt und mit einem Schlußwort Blumenfelds zu Ende geführt. Um 8 Uhr abends tagte die Nationalfondskommission, in der die Herren S. Schocken, Adolf Pollack und Dr. Felix Rosenblüth Ansprachen hielten. Um 9 Uhr abends hielt vor dem Plenum das Mitglied der Exekutive, Dr. Felix Rosenblüth, ein Referat: „Die Lage in Palästina und im Gesamtzionismus.“ Die Lage in Palästina sei im wesentlichen gekennzeichnet durch das Eindringen der Juden in die Regierungsarbeiten, durch die wachsende Bedeutung des Privatkapitals, besonders in der Landwirtschaft (Orangenbau), aber auch in der Industrie, durch die ausgezeichnete Haltung, die der Jischuw, vor allem die Arbeiterschaft, während der ganzen Krise bewahrt habe und schließlich die fortschreitende Konsolidierung der Finanzen. Die Zukunftsmöglichkeiten Palästinas sieht Rosenblüth vor allem im Pflanzungsbau, doch dürfte man auch die gemischte Wirtschaft nicht unterschätzen. Bei allem Vordringen der Privatinitiative seien die Fonds doch notwendig; der Aufbau Palästinas beruhe deshalb nach wie vor auf der Erhaltung des Aufbaugeistes in der zionistischen Diaspora, der die Stärkung der Fonds erreichen müsse; weiter müsse eine zielbewußte Kolonisationsleitung eingesetzt und die Hilfe der Regierung immer wieder gefordert werden. Nachdem Rosenblüth noch einige Ausführungen über den Konflikt in Amerika ge- AUSTRO-DAIMLER 6 Cylinder, 12/70 PS Eine umwälzende Neukonstruktion Hirschbold K o m m. - G e s. Fernruf 51355 MÜNCHEN Sonnenstr. 19

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