Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1928-05-24 · 21 (24.5.1928) · p. Seite 328

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
21 (24.5.1928)
Date
1928-05-24
Page
Seite 328 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9072829-9103081-9156884--08492-9081210
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

328 Das Jüdische Echo Nr.‘21 liehen Beschränkungen gegen jüdische Bürger, welche in den früher unter russischer Herrschaft gestandenen Teilen Polens noch heute in Geltung sind, endlich abzuschaffen. In dem Antrag sind diese zarischen Gesetze im Wortlaut angeführt. Der hebräische Dichter M. D. Brandtstätter 84-jährig verstorben Warschau, 15. Mai. (JTA.) Zu Tarnow in Ostgalizien verstarb im Alter von 84 Jahren der bekannte hebräische Dichter und Erzähler Mordechai David Brandtstätter. Der so hochbetagt Verschiedene war zur Zeit der Aufklärungsperiode im osteuropäischen Judentum der populärste hebräische Erzähler. Er war der Hauptmitarbeiter des Haskalah-Führers Perez Smolensky, an dessen Zeitschrift „Haschachar“ er mitarbeitete. Als Humorist und Satiriker des jüdischen Lebens der Kleinstadt war er ein Vorläufer von Schalom Aleichem. Große Ernteschäden in den jüdischen Kolonien Rußlands Moskau, 14. Mai. (JTA.) Wegen der großen Ernteschäden, die die jüdischen Kolonien in der Krim und im Distrikt Cherson infolge der ungeheuren Unwetter und der Hagelschläge erlitten haben, herrscht im jüdischen Kolonisationsgebiet eine sehr gedrückte Stimmung. Das Präsidium der Kolonisationsgesellschaft „OZET“ hat beschlossen, außerordentliche Hilfsmaßnahmen zu ergreifen und vor allem in den Kolonien, die zuerst durch Frost und dann durch Hagelschläge gelitten haben, an Stelle der vernichteten Wintersaaten Frühlingsgetreide anzubauen. Von der Gesellschaft „ORT“ wird dem Vertreter der jüdischen Telegraphen-Agentur heute mitgeteilt, daß laut den letzten Berichten die Ernte in den jüdischen Kolonien des Distriktes Odessa, die von „ORT“ betreut werden, bis zu neunzig Prozent vernichtet ist. Die Gesellschaft „ORT“ hat nach diesem Distrikt eine Menge Futtermittel zwecks Erhaltung des Viehbestandes gesandt. Die Joint-Campagne N e u y o r k , 13. Mai. (JTA.) Vor kurzem wurde in Neuyork eine außerordentliche Sitzung der Leiter des United Jewish Campaigne des Joint Distribution Committee abgehalten, in der der Vorsitzende des Campaign, David A. Brown, über die nächsten Aufgaben des JOINT referierte und darlegte, daß zur Fortsetzung der unmittelbaren Aufgaben des JOINT-Aufbauwerkes in Rußland mindestens zwei Millionen Dollar sofort nötig sind, ferner eine Million Dollar für die Arbeit auf anderen Gebieten. Es entspann sich eine Diskussion darüber, ob das Joint Distribution Committee auch nach Beendigung der gegenwärtig in Fluß befindlichen 25 Millionen Dollar-Kampagne seine Arbeit fortsetzen, oder in Liquidation treten solle, wobei selbstverständlich der Agro-Joint in Amerika als selbständige Organisation zur Fortführung des Rußland-Werkes weiter zu bestehen hätte. Louis Marshall und andere Redner verfochten den Standpunkt, daß JOINT mindestens noch weitere fünf bis zehn Jahre sein Werk in der bisherigen Form fortsetzen solle. Dieser Standpunkt drang durch. Deutsche Kenwäsch**rei <*. m.b.lV. PEMX BRAXDXKR . ttt'XCHKX Thierschstraße 21 Telefon Nr. 2370h Spezial-D<impfw«schanstalt für Herr-n-PlättWäsche nur Kragen, Manschetten. Vorhemden und Oberhemden. Lieferzeit ca. 8Tape Es wurde beschlossen, bis spätestens 1. Juli d. J. eine. Summe von 3 100 000 Dollar für die unmittelbaren Aufgaben aufzubringen. Die Union rumänischer Juden in Amerika unterstützt die rumänische Anleihe-Aktion Neuyork, 18. Mai. (JTA.) Die Union rumänischer Juden in den Vereinigten Staaten, die bekanntlich wegen der Bedrückung und Verfolgung der Juden in Rumänien eine sehr eindrucksvolle Protestaktion durchgeführt hat, hat heute eine Erklärung veröffentlicht, die sich für die Gewährung einer Anleihe von 60 Millionen Dollar an die rumänische Regierung seitens amerikanischer Bankiers ausspricht und darauf hinweist, daß der rumänische Gesandte in Washington kürzlich versichert hat, die rumänische Regierung werde strenge Maßnahmen treffen, um jüdisches Leben und jüdisches Eigentum zu schützen. Ein unparteiisches Komitee wird die Anklagen gegen die zionistische Administration Amerikas prüfen Neuyork, 18. Mai. (JTA.) Wie offiziell mitgeteilt wird, hat sich die von Louis Lipsky geleitete Administration des amerikanischen Zionismus entschlossen, die gegen sie seitens der Opposition erhobenen Anklagen über eine die Bewegung schädigende politische und administrative Führung einem unparteiischen Untersuchungsausschuß, der aber vom Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation Chaim Weizmann zu ernennen wäre, zur Prüfung auf deren Stichhaltigkeit zu unterbreiten. Die offizielle Administration hofft, auf diese Weise vo-r der jüdischen Öffentlichkeit die vollkommene Grundlosigkeit der Beschuldigungen, die die Führer der Opposition gegen sie erheben, darzutun. Wie der Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur erfährt, ist man sich über die Zusammensetzung der Untersuchungskommission bereits einig geworden; sie wird aus drei prominenten Juden bestehen, die nicht der zionistischen Organisation Amerikas direkt angehören. Die Drei - Millionen - Dollar - Anleihe für Palästina beschlossen Jerusalem, 17. Mai. (JTA.) Die von Louis Lipsky kürzlich in Neuyork angekündigte Anleihe amerikanischer Bankiers für Palästina ist bereits im Stadium der Realisierung. Die Bedingungen der Anleihe sindsoeben zwischen den Direktoren des Jüdischen Nationalfonds und dem zur Führung der Verhandlungen eigens nach Jerusalem gekommenen Herrn Marec Schwartz festgelegt worden. Das Anleihekapital ist drei Millionen Dollar und in 20 Jahren mit 6,5 Prozent Zinsen rückzahlbar. Die Hälfte der Summe erhält der Nationalfonds für Bodenerwerb, die andere Hälfte die Zionistische Exekutive Palästinas zur Weiterführung ihrer Konsolidierungsarbeit. Der Entwurf einer Umwandlung der hebräischen Universität in eine Lehrhochschule fertiggestellt Jerusalem, 15. Mai. (JTA.) Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, hat das Professorenkollegium der hebräischen Universität einen bis in alle Einzelheiten durchgearbeiteten Entwurf betreffend die Umwandlung der hebräischen Universität zu Jerusalem in eine Lehrhochschule, die den Studierenden akademische Grade und Diplome verleiht, bereits fertiggestellt. Der Entwurf wird höchstwahrscheinlich der im Juni d. J. in London stattfindenden Sitzung des Direktorenrates der Universität zur Entscheidung vorliegen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.