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Das jüdische Echo · 1928-05-24 · 21 (24.5.1928) · p. Seite 327

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
21 (24.5.1928)
Date
1928-05-24
Page
Seite 327 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 21 Das Jüdische Echo 327 Aus der jüdischen Welt Georg Bernhard und Ludwig Haas, Mitglieder des Reichstags Berlin, 21. Mai. (JTA.) Bei den am gestrigen Sonntag durchgeführten Wahlen zum Reichstag wurden der Chefredakteur der „Vossischen Zeitung“, Georg Bernhard und Dr. Ludwig Haas, die auf der Liste der Deutschen Demokratischen Partei kandidiert haben, in den Reichstag gewählt. Ferner kommen eine Anzahl jüdischer Abgeordneter, die auf der Liste der Sozialdemokratischen Partei kandidiert haben, in den Reichstag. Der Ruck nach links, den die gestrigen Wahlen erbrachten, wirkte sich meist gegen die Deutschnationalen aus, die fast ein Drittel ihrer Mandate verloren; die antisemitischen Gruppen haben von ihren 14 Mandaten 12 behaupten können. Das Ableben von Felix Deutsch Berlin, 19. Mai. (JTA.) Während eben erst das ganze industrielle und wirtschaftliche Deutschland und das Ausland Geheimrat Felix Deutsch, das Haupt des Weltkonzerns der AEG, zu seinem 70. Geburtstag beglückwünschten, während noch die letzten Festartikel erschienen, die das große Lebenswerk dieses Pioniers der deutschen Technik schilderten, kommt ganz unerwartet die Nachricht, daß Felix Deutsch am 19. Mai morgens in seiner Villa in der Rauchstraße zu Berlin plötzlich einem Herzschlag erlegen ist. An seinem Sterbebett weilte seine Gattin Lilly, geb. Kahn, und deren Schwägerin, die Gattin des Neuyorker Großbankiers Otto H. Kahn. Geheimrat Deutsch hat noch gestern seine gewohnte Tätigkeit im Direktorium der AEG ausgeübt. Gegen drei Uhr nachmittags befiel ihn ein schweres Unwohlsein. Heute morgen trat der Tod infolge Herzschlags ein. — ln den Festartikeln und Gratulationen aus Anlaß des 70. Geburtstages von Felix Deutsch wurde die überragende Bedeutung dieses Wirtschaftspioniers für die Wirtschaft Deutschlands und des Auslands festgestellt. Reichspräsident v. Hindenburg, Reichskanzler Dr. Marx und andere staatsmännische Persönlichkeiten Deutschlands brachten in ihren Beglückwünschungen den Dank für die schöpferische Arbeit Deutsch im Interesse Deutschlands zum Ausdruck. Henriette May gestorben Berlin, 15. Mai. (JTA.) Am 14. Mai nachmittags verstarb in Berlin im Alter von 66 Jahren nach schwerem Leiden Frau Henriette May, eine Mitbegründerin der jüdischen Frauenbewegung in Deutschland und eine der ältesten Mitkämpferinnen der deutschen Frauenbewegung. Jahrzehntelang war sie Schriftführerin und Hauptvorstandsmitglied des von ihr mitbegründeten Jüdischen Frauenbundes. Sie war auch Mitbegründerin des Vereins für Ethische Kultur, des Vereins für Gesundheitspflege und für Hauspflege. In der jüdischen sozialen Fürsorge war sie hervorragend tätig, bei der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden war sie Gutachterin für Bekämpfung des Mädchenhandels. Sie war das erste weibliche Mitglied des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, der sie zu seinem Ehrenmitglied gewählt hat. Sie war Mitglied des Geschäftsführenden Ausschusses und des 'Zentralkomitees des Hilfsvereins der deutschen Juden. Sie betätigte sich auch in der allgemeinen Politik und war Vorstandsmitglied des demokratischen Frauenbundes. Ihr Tod hat eine große, schwer zu schließende Lücke in den Reihen der in freier Liebestätigkeit arbeitenden und führenden Frauen gerissen. Die Beisetzung fand Sonntag, vormittags von der Alten Halle des Friedhofes in Weißensee statt. Die Hakenkreuzler-Ausschreitungen am Kurfürstendamm Berlin, 15. Mai. (JTA.) Im Zusammenhang mit den Hakenkreuzler-Ausschreitungen am Kurfürstendamm vom letzten Sonntag, bei welchen Stahlhelm- und Hitlertrupps eine Zeitlang fast ungestört die Passanten belästigen und mißhandeln durften, wurde in der Presse gegen den zuständigen Polizeimajor v. Majewski sehr scharfe Kritik geübt und ihm vorgeworfen, daß er als eine politische rechtsgerichtete Persönlichkeit nicht genug Energie gegen die Exzedenten aufgebracht habe. Wie nun die .,B. Z. am Mittag“ erfährt, versieht Polizeimajor v. Majewski seit Montag nachmittag seinen Dienst nicht mehr. Die Forderungen der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde an den Staat Wien, 15. Mai. (JTA.) Wie der Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur erfährt, stellt die Wiener Israelitische Kultusgemeinde an die Bundesregierung die Forderung, jährlich eineinhalb Millionen Schilling zum Budget der jüdischen Wohlfahrts- und Erziehungsinstitutionen beizutragen, was der Kopfzahl der jüdischen Bevölkerung, verglichen mit den Leistungen des Staates für die anderen Konfessionen, entsprechen würde. In Regierungskreisen scheint man — wie in unterrichteten jüdischen Kreisen angenommen wird — jedoch nur bereit zu sein, jährlich etwa 600 000 Schilling zu leisten. Das Präsidium der Kultusgemeinde wird sich mit dem Parlamentspräsidium in diesen Tagen dieserhalb in Verbindung setzen. Ob die Kultusgemeinde ähnliche Forderungen auch an die Gemeinde Wien stellen wird, bleibt vorläufig ungewiß, da solche Forderungen an die Gemeinde hauptsächlich auf dem Minoritätenweg basieren müssen, und die Mehrheit des Kultusvorstandes, die jüdisch-national nicht gesinnt ist, sich dagegen sträubt, Minoritätenrechte geltend zu machen. Man hofft ab.er, daß es hierin noch zu einer Einigung mit der zionistischen Minderheit kommen wird. Interpellation des jüdischen Parlamentsklubs in Polen wegen Abschaffung der gesetzlichen Beschränkungen gegen Juden Warschau, 17. Mai. (JTA.) In der letzten Sitzung des Polnischen Sejim brachten die Abgeordneten Grünbaum und Hartglas im Namen des jüdischen Parlamentsklubs den Antrag ein, die noch aus der Zarenzeit herrührenden gesetz* Ueberkinger Sprudel Süddeutschlands führendes Tafelwasser Generaldepot Eduard Kühles, München RASPSTRASSE 6 TELEPHON 92200

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