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Das jüdische Echo · 1928-05-24 · 21 (24.5.1928) · p. Seite 325

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
21 (24.5.1928)
Date
1928-05-24
Page
Seite 325 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 21 Das Jüdische Echo 325 Toren des Bauwerks leuchtet in Goldbuchstaben die dreisprachige Inschrift (deutsch, hebräisch, jiddisch) „Jüdische Sonderschau“. Betritt man durch eins der beiden Tore das Gebäude selbst, so gelangt man sofort in die als Ehrenhof eingerichtete achteckige hohe . Mittelhalle, die in dunkelroten Farben gehalten ist, und von deren Rückwand dem Beschauer beim Eintritt in hebräischer Sprache die Worte der Propheten Secharja entgegenleuchten: „Nicht durch Kraft und nicht durch Gewalt, sondern durch meinen Geist..In der Mitte des Ehrenhofes steht in einer Vitrine aufgerollt und im Schmuck ihrer silbernen Krone eine Thorarolle, während in den ringsum an den Wänden aufgestellten Glas-X kästen die Entwicklung des hebräischen Schrifttums von der Zeit der Manuskripte bis zu den Inkunabeln und Frühdrucken gezeigt wird. Die Wände des Ehrenhofes bedecken die Porträts bedeutender Juden (Manasse ben Israel, Moses Mendelssohn, Gabriel Riesser, Adolf Cremieux, Hermann Cohen, Theodor Herzl), die Nischenrundungen füllen vergrößerte farbige Wiedergaben alter hebräischer Münzen. Wendet man sich im Ehrenhof wiederum dem Eingang zu, so fällt das Auge auf ein zwischen den beiden Eingangstoren aufgehängtes, bisher unbekanntes Gemälde Lesser Urys „Moses schaut vom Berge Nebo das gelobte Land“, ein Werk von überwältigender Größe und Schönheit, das tief erschüttert. Vom Ehrenhof führen rechts und links je zwei weite Eingänge zu 4 Räumen, in denen die Entwicklung der jüdischen Presse von ihren ersten Erscheinungen bis zur Gegenwart gezeigt wird, und in denen die Sonderkojen jüdischer Organisationen und Zeitungen, sowie der Jüdischen Telegraphen-Agentur, ihren Platz gefunden haben. Das Einteilungsschema ist folgendes: Abteilung I. Mittel und Formen der jüdischen Publizistik: 1. Die hebräischen Schriftzeichen und ihre Entwicklung. 2. Die Handschrift. 3. Der Druck: a) Inkunabeln, b) Seltene Pergament-Drucke (Unica et ignota), c) Bild-Drucke, d) Einblattdrucke und Flugblätter, e) Die ersten jüdischen Zeitungen. Abteilung II. Die jüdische Publizistik: 1. Die Publizistik im Dienste der Religion: Die Bibel und das von ihr ausgehende religiöse Schrifttum bis zur jüdisch-religiösen und wissenschaftlichen Zeitschrift der Gegenwart. 2. Die Publizistik im Dienste der Verbreitung profanen Wissens unter den Juden. 3. Die Publizistik im Dienste der Soziologie, Politik, Geschichte, Wirtschaft und sozialen Organisationen, Erziehung, Wohlfahrt, Gemeinde und Verbände. 4. Die Publizistik im Kampfe um Bürger- und Menschenrechte. Abteilung III. Die nichtjüdische Publizistik über das Judentum: 1. Auswahl bemerkenswerter Judenedikte und Judengesetze. 2. Die Presse im Kampfe gegen die Juden. 3. Die Presse im Kampfe für - die Juden. Würzburger Brief Würzburg, Mitte Mai. Der Frühling hat hier, wenn auch mit Regenschauern, seinen Einzug gehalten und in negativem Sinne, wie man es gewöhnt ist, auf das jüdische Leben eingewirkt. Es wird ja auch sonst über das jüdische Leben Würzburgs geklagt, vor allem, daß es sich allzusehr in kleinen, voneinander abgesonderten Kreisen abspiele. Ob der große Zustrom von jüdischen Studenten, der in diesem Sommer mit besonderer Intensität eingesetzt hat, hier eine Änderung herbeiführen wird, läßt sich jetzt noch gar nicht absehen; zu wünschen wäre es. Unsere Gemeindeverwaltung hat unterdessen sich in ihrer Arbeit nicht stören lassen und hat sich in letzer Zeit sogar mit einigen weitreichenden Projekten befaßt. So hat sie energische Schritte unternommen, um endlich die seit Jahren notwendig empfundenen Umbauten auf dem Gelände der Synagoge in Angriff zu nehmen. Es scheint, als ob der Plan eines völligen Neubaues fallen gelassen worden ist, nicht allein weil sich das hierzu erforderliche Kapital nur unter großen Opfern beschaffen ließe, sondern weil es auch hier an geeigneten Bauplätzen fehlt. Man wird also doch an der alten Stätte bleiben und einen Umbau vornehmen müssen. Auch hier stehen sich zwei Pläne gegenüber, von denen der erste bereits soweit ausgearbeitet worden ist, daß die Entwürfe der Regierung zur Begutachtung und evtl. Genehmigung zugeleitet werden können. Nach diesem Projekt handelt es sich um eine Verlängerung des alten Synagogengebäudes nach Osten und um Ansetzung von Schiffen an der Nord- und Südseite, wodurch nicht nur Raum für die Synagoge selbst, sondern auch für die bisher fehlenden Nebenzimmer für Rabbiner, Kantor usw. gewonnen werden kann. Dieser Umbau würde sich auf die preisgekrönten Entwürfe von Architekt Landauer (München), dem Erbauer der Augsburger Synagoge, und Regierungsbaumeister Kleinsteuber (Würzburg), dem Schöpfer der Seminarsynagoge in Würzburg, stützen. Schwierigkeiten entstehen bei diesem Projekt nur dadurch, daß der für die Volksschule benötigte Hof zu sehr eingeengt würde. Der neue AUSTRO-DAIMLER 6Cylinder,12/70PS Eine umwälzende Neukonstruktion Hirschbold K o m m. - G e s. Fernruf 51355 MÜNCHEN Sonnenstr. T9

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