Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 20 (18.5.1928)
- Date
- 1928-05-18
- Page
- Seite 312 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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312 Das Jüdische Echo Nr. 20 Aus der jüdischen Welt Ein bevölkerungspolitisches Preisausschreiben des Preußischen Landesverbandes Berlin, 8. Mai. (JTA.) Der Wohlfahrtsausschuß des Preußischen Landesverbandes erläßt durch seinen Unterausschuß für Bevölkerungspolitik ein Preisausschreiben, „Das großstädtische Wohnungsproblem und sein Einfluß auf die jüdische Bevölkerung“. Als Preise werden ein erster von 1000 RM. und ein zweiter von 500 RM. ausgesetzt. Das Preisrichteramt haben übernommen: Prof. Dr. Erich Seligmann (Berlin), Prof. Dr. Moritz Türk (Berlin), Frau Wronsky (Berlin). Die Arbeiten sollen bis zum 31. März 1929 mit Kennwort und ohne Verfassernamen, jedoch unter Beifügung eines verschlossenen, den Namen enthaltenden und außen mit dem Kennwort versehenen Umschlags an das Büro des Landesverbandes, Berlin N 24, Oranienburger Straße 29, eingesandt werden. Nähere Auskunft erteilt ebenfalls das Büro. Katholischer Antisemitismus in Berlin Berlin, 9. Mai. (JTA.) Im Saalbau Friedrichshain fand am Montag abend eine vom „Zentralkomitee der katholischen Vereine Berlins und der Vororte“ einberufene Protestversammlung gegen die Verfolgung der katholischen Kirche in Mexiko statt. Der „Vorwärts“ berichtet, daß von den 400 000 Katholiken Berlins kaum 2 000 erschienen waren. Die Darlegungen des Hauptredners Pater Mariaux wurden durch antisemitische Zurufe aus der Mitte der Versammlungsteilnehmer unterbrochen, bzw. unterstrichen. Als der Redner sich gegen die angebliche „Verschwörung des Schweigens“ durch die liberale Weltpresse wandte, ertönten massenhaft Zwischenrufe: „die Juden!“ und frenetischer Jubel begrüßte die Aufforderung, die Judenpresse aus christlichen Häusern zu verbannen. Antisemitische Krawalle am Kurfürstendamm und in westlichen Vororten Berlins Berlin, 14. Mai. (JTA.) Am Sonntag vormittag kam es am Kurfürstendamm und in den Nebenstraßen zu schweren Ausschreitungen von Angehörigen nationalistischer Verbände, die harmlose Spaziergänger antisemitisch beschimpften und in mehreren Fällen schwer mißhandelten. Nach einiger Zeit erschienen Lastautos mit Polizeiverstärkung, denen es schließlich gelang, die Straße zu säubern. Eine bedrohliche Situation entstand vor dem Cafe Schillings, wo ein Stahlhelm- Mann festgenommen wurde und etwa 100 seiner Parteigenossen versuchten, auf die Schupobeamten einzudringen. Diese mußten sich mit erhobenen Revolvern den Weg zur Polizeiwache freimachen. Mehrere Nationalsozialisten wurden dem Polizeipräsidium eingeliefert. Hitlerleute in Stärke von etwa 300 Mann fuhren mit dem üblichen Gesang „Deutschland erwache! — Wir brauchen keine Juden mehr“ durch die westlichen Vororte. Genügend Polizei hielt sie in Schach. Bestrafter Ritualmordhetzer Kassel, 12. Mai. (JTA.) Der völkische Agitator Elsner v. Gronow wurde von dem Göttinger Berufungsgericht wegen Beschimpfung der jüdischen Religionsgemeinschaft zu 300 RM. Geldstrafe an Stelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von drei Wochen verurteilt, weil er in seiner Buchhandlung Bilder mit Texten ausgestellt hatte, die behaupteten, daß von den Juden Ritualmorde begangen würden. Eine zionistische Jugendwerbewoche in Österreich Wien, 11. Mai. (JTA.) Das Zionistische Landeskomitee für Österreich veranstaltete in Wien eine Jugendwerbewoche, die Montag, den 7. Mai, mit einem Meeting in den Sophiensälen eröffnet wurde, auf dem Dr. Kanowitz (Berlin) über „Die jüdische Jugend und die jüdische Wirklichkeit“ sprach. Neben einer Reihe weiterer Propaganda- Versammlungen fand eine Führertagung statt, an der die Führer sämtlicher nationaljüdischer Jugendverbände teilnahmen. Das Landeskomitee hat ferner die Herausgabe einer Jugendzeitschrift beschlossen, deren erste Nummer anläßlich der Jugend-Werbewoche bereits erschienen ist. Enthüllung eines Lassalle-Denkmals in Wien Wien, 7. Mai. (JTA.) Am 6. Mai wurde in Wien vor dem Winarsky-Hof ein Denkmal für Ferdinand Lassalle enthüllt. Das Denkmal ist das Werk des italienischen Bildhauers Pedruzzi und das erste Sozialistendenkmal in Wien. Dr. Sigmund Werner, ein Mitarbeiter Theodor Herzls, gestorben Prag, 9. Mai. (JTA.) Am 6. Mai verstarb in Zuckmantel plötzlich Dr. Sigmund Werner, einer der ersten Mitarbeiter Theodor Herzls und langjähriger Redakteur des von Herzl in Wien begründeten zionistischen Zentral-Organs „Die Welt“. Er gehörte zu den führenden Persönlichkeiten des westösterreichischen Zionismus und hat auch in der tschechoslowakischen Landesorganisation wiederholt verantwortungsvolle Stellen bekleidet. Bis in die letzte Zeit betätigte er sich schriftstellerisch. Zum Leichenbegängnis, das am 10. Mai in Iglau stattgefunden hat, hatten sich mehrere Delegationen aus dem Auslande angesagt. Die Warschauer Polizei verbietet Lag-B’Omer- Prozessionen Warschau, 8. Mai. (JTA.) Am 7. Mai wollten die Zöglinge der jüdischen Schulen und Chedarim das Lag b’Omer-Fest in traditioneller Form durch Wanderungen im Grünen in der Umgebung der Stadt begehen. Die Polizei verbot aber diese Die idealen DER NEUE FORD 8/28 od.13/40 PS bei gleichen Preisen Große Geschwindigkeit, Beschleunigung, Bergsteigfähigkeit, wunderbare Präzisionsarbeit und Linienführung Fahrzeuge STEPPACHER & CO. von Weltruf LINCOLN 23/100 LOCOMOBILE 16/70 Die berühmten 8 Cylinder der Welt Einzige autoris. „Ford“-Vertretung Barer Str.30 (beim Obelisk),Tel. 57 460