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Das jüdische Echo · 1928-05-18 · 20 (18.5.1928) · p. Seite 313

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
20 (18.5.1928)
Date
1928-05-18
Page
Seite 313 (sequence 9)
Language
German
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Nr 20 Das Jüdische Echo 313 Kinderzüge mit der Begründung, daß im Hinblick auf die Vorkommnisse am 1. Mai Ausschreitungen und Zusammenstöße zu befürchten seien. — Seit der Räumung Polens durch die russischen Truppen im Jahre 1915 haben sich diese Lagb’Omer-Prozessionen der Warschauer jüdischen Schulkinder stets ohne Zwischenfall vollzogen. Friedhofsschändungen auch in Polen Warschau, 7. Mai. (JTA.) Wie die Wochenschrift „Cholmer Stirne“ mitteilt, ist der jüdische Friedhof von Cholm von unbekannter Hand zu einem großen Teil verwüstet worden. Etwa dreißig Grabsteine wurden vollkommen zertrümmert und die Gräber, mit Spaten zerwühlt. Von den Tätern fehlt bis jetzt jede Spur. Warschau, 8. Mai. (JTA.) Nachdem erst vor wenigen Tagen der jüdische Friedhof in Cholm zu einem großen Teil von unerkannt gebliebenen Tätern zerstört worden ist, ist nun auch der jüdische Friedhof in Chrzanow in der Nähe von Lemberg in der Nacht von Huligans heimgesucht worden, die über dreißig Grabsteine zertrümmerten und auch sonstige Verwüstungen anrichteten. Ein polnischer „Central-Verein“ Posen, 8. Mai. (JTA.) Unter massenhafter Beteiligung fand vor einigen Tagen in Bielitz die Konstituierung der „Union demokratischer Juden Polnisch-Oberschlesiens“ statt. Diese vorderhand nur für den ehemals österreichischen Teil polnisch - Oberschlesiens gegründete Organisation wird demnächst auf die ganze Wojwodschaft ausgedehnt werden. Der Verband will die nichtzionistischen und nichtorthodoxen jüdischen Kreise, die auf dem Standpunkt des Judentums als religiösethischer Gemeinschaft stehen, liberal-demokratisch und westlich eingestellt sind, den politischen Zionismus und den rassentheoretischen Nationalismus ablehnen und sich vorbehaltlos auf den Boden des polnischen Staates stellen, zusammenfassen. Die Generalversammlung gestaltete sich zu einer Kundgebung für die demokratisch-liberalen Traditionen im religiösen und sozial-kulturellen Leben der schlesischen Judenheit, für ein Zusammenwirken mit der christlichen Umwelt, für den Kampf um Gleichberechtigung und Abwehr des Antisemitismus. — Zum ersten Vorsitzenden wurde der Tuchfabrikant Heinrich Braun, zu Vizepräsidenten wurden Dr. L. Heilpern und Simon Huppert, zum ehrenamtlichen Sekretär Dr. Fritz Seifter gewählt. Die Leitung setzt sich aus neun Vorstands-, zehn Ausschuß- und zwanzig Beiratsmitgliedern zusammen. Ein Führer der rumänischen Zionisten gestorben Bukarest, 7. Mai. (JTA.) Dr. Mauriciu Singer, ein angesehener Bukarester Arzt, einer der Begründer und Führer der radikal-zionistischen Partei „Renasterea“, ist im Alter von 34 Jahren unter tragischen Umständen, verstorben. Bei der Behandlung eines Scharlachkranken infizierte er TEINACHER HIRSCHQUELLE rein natürliches Mineralwasser von Weltruf, ärztl. sehr empfohlen bei BLASEN-, NIEREN- und HALSLEIDEN Generaldepot: EDUARD KÜHLES # MÜNCHEN RASPSTRASSE 6 TELEPHON 92200 sich und erlag nach drei Tagen dieser schweren Krankheit. Dr. Singer, der vor Jahren den akademischen Verband „Hasmonea“ begründet hat und dessen erster Präsident gewesen war, gehörte auch der Exekutive der Zionistischen Organisation Rumäniens an. Die Organisation hat aus Anlaß des Ablebens Dr. Singers eine dreitägige Trauer für alle Zionisten angeordnet. Der antisemitische Direktor des großen Moskauer Theaters seines Amtes enthoben Moskau, 7. Mai. (JTA.) Der Direktor-Regisseur des Moskauer großen Staatstheaters, Galawanow, der an diesem Institut lange Zeit ein antisemitisches Regiment führte und einen begabten jüdischer Musiker derart schikanierte, daß er Selbstmord beging, ist seines Amtes enthoben worden. Eine zur Untersuchung der Taten Galawanows eingesetzte Kommission hat ihn für schuldig befunden und seine Entfernung vom Amte beantragt. Außer Galawanow werden noch sieben andere Theaterbeamte, die sich eine antisemitische Hetztätigkeit zu schulden kommen ließen, ihre Ämter verlassen müssen. Es sind dies die Beamten Kamarow, Borisow, Sergejew, Loski, Filschin, Fedarewski und Lukaschow. Drei Monate Gefängnis für Verbreitung eines antisemitischen Lied-Pamphlets Moskau, 7. Mai. (JTA.) Drei hohe Beamte der Verwaltung der Südwestbahnen in Kiew, Advokat Dronikow, Ingenieur Lesnewski und Glebowitsch, wurden zu je anderthalb Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie ein antisemitisches Lied-Pamphlet mit der Schreibmaschine vervielfältigt und es im Gebäude der Bahnverwaltung angeklebt, und es später, als es sich als ein „Erfolg“ erwies, durch Druck vervielfältigt und unter die Eisenbahnbeamten verteilt haben. Die Beamten wollten glauben machen, daß sie nur ihren Spaß haben wollten; beim Gericht verfing aber diese Ausrede nicht. Sir Alfred Mond in Rom Rom, 12. Mai. (JTA.) Sir Alfred Mond ist vor einigen Tagen in Rom eingetroffen und wurde von den Palästinafreunden sehr herzlich empfangen. Studebaker 9/40 PS 6Cyl. ffiJl 5900.— 16/00 PS6Cyl. 3UL 7850.- 19/100PS 8Cyl. 3UI 12600.- ab Hamburg Mololechnische Ges., München / Odeonsplatz 12 Telephon 26397 und 20654

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