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Das jüdische Echo · 1928-05-18 · 20 (18.5.1928) · p. Seite 311

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
20 (18.5.1928)
Date
1928-05-18
Page
Seite 311 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 20 Das Jüdische Echo 311 General Motors Automobile _ _ ___ Chevrolet LORIN/ER & CO Oakland Nymphenburger Straße128 / Telephon 61836 La Salle Mißstimmung in Palästina über die amerikanische zionistische Opposition Jerusalem, 13. Mai. (JTA.) Die zionistische- Presse Palästinas verurteilt einmütig die Haltung der zionistischen Opposition in Amerika, die den Erfolg des diesjährigen United Palestine Appeal in Frage stellen könne. Die Zeitung „Doar Hayom“ schreibt: „Mag Lipsky, mag die Opposition Recht behalten, eines steht fest: der Leidtragende dieser Kontroverse ist das Palästinawerk.“ Das Organ der jüdischen Arbeiterschaft „Dawar“ fordert die jüdische Arbeiterschaft auf, in der Kontroverse zwischen der zionistischen Leitung in Amerika und der Opposition die Parte' von Louis Lipsky und Dr. Weizmann zu ergreifen, weil das Ziel der Opposition, wenn sie erfolgreich aus dem Kampf hervorgehen sollte, es sein wird, die national-soziale Basis der zionistischen Arbeit zu zerstören. Die Zeitung „Haarez“ appelliert an beide streitenden Parteien, die gegenseitigen Auseinandersetzungen nicht so weit zu treiben, daß die praktische zionistische Arbeit gestört wird. Eine Vereinigung aller zionistischen Kräfte ist in diesem Augenblick notwendiger denn je. Tragödie jüdischer Soldaten in der rumänischen Armee Czernowitz, 13. Mai. (JTA.) Vor dem Czernowitzer Kriegsgericht hatte sich ein Jude namens Avram wegen Desertion zu verteidigen, die er vor mehr als zehn Jahren angeblich sich hat zuschulden kommen lasssen. 1916 diente er in der rumänischen Armee als einfacher Soldat, machte heiße Kämpfe mit und geriet schließlich in deutsche Gefangenschaft. Nach Beendigung des Krieges kam er heim, meldete sich wieder bei seinem Regiment und kämpfte tapfer gegen die Bolschewisten. Wie gegen viele andere Juden, die aus der Gefangenschaft heimkehrten, wurde auch gegen Avram die Klage erhoben, daß er sich den deutschen Truppen ergeben hat. Vor fünf Jahren verurteilte ihn das Jassyer Kriegsgericht wegen Desertion zu fünf Jahren Zwangsarbeit. Gegen dieses Urteil legte er nach Verbüßung der Strafe Berufung ein, die nun vor dem Czernowitzer Kriegsgericht zur Entscheidung stand. Der Angeklagte sagte aus: Ich war dem „Judenpluton“ zugeteilt, das, wie die übrigen Judenplutons, dazu ausersehen war, den Rückzug der rumänischen Armee zu decken und sich dem Feuer des Feindes auszusetzen. Wir mußten stehend schießen und konnten uns nicht decken. Während alle anderen jüdischen Kameraden fielen, wurde ich plötzlich von deutschen Soldaten umzingelt und gefangen genommen. Nach zwei Jahren der Gefangenschaft wurde ich entlassen. Ich meldete mich sofort bei meinem Regiment. Man reihte mich wieder ein und ich nahm an den Kämpfen gegen die Bolschewisten teil. Wäre ich Deserteur gewesen, so hätte ich sicherlich nicht den Weg zu der Armee zurückgefunden. Die militärischen Vorgesetzten von Avram stellten ihm das beste Zeugnis aus. Er sei eine arbeitssamer und pflichttreuer Soldat gewesen, der jeden Befehl ausführte. Advokat Dr. Basiliu, der den Zug kommandierte, dem Avram zugeteilt war, sagte aus: Avram gehörte dem sogenannten „Judenpluton“ an. Es existierten mehrere Plutons, die ausschließlich aus Juden bestanden. Diesen Plutons wurde an dem kritischen Tage der Befehl gegeben, in die Feuerlinie zu gehen, um den Rückzug rumänischer Armeeteile zu decken. Von den hundert jüdischen Soldaten, die dem Pluton Avrams angehörten, sind damals nur 21 zurückgekehrt, die übrigen sind, von den deutschen Kugeln zerfetzt, auf dem Schlachtfeld geblieben. Nur Avram wurde vermißt. Es war finstere Nacht, und Avram hat wahrscheinlich die Orientierung verloren. Denn es ist sehr schwer, während des Kampfes zu desertieren. Diese Aussage wurde von dem gewesenen Kampagniekommandanten, Major Dimitriu, vollkommen bestätigt. Der Verteidiger, Advokat Rodos, hielt dem Major Dimitriu vor, daß er vor fünf Jahren durch ungünstige Aussagen die harte Verurteilung Avrams verschuldet habe. Dimitriu habe starke antijüdische Neigungen. Es ist aber auch Tatsache, daß sämtliche dem „Pluton evreesc“ (jüdischen Hundertschaft) angehörenden Soldaten, die an den gefährlichsten Stellen verwendet wurden, bei jeder geringsten Absentierung als Deserteure bezeichnet und behandelt worden sind. Das Czernowitzer Kriegsgericht sprach Lungu Avram frei. Zum ersten Male wurde vor einem Gericht amtlich die von rumänischen amtlichen Personen bisher geleugnete Tatsache festgestellt, daß im Kriege sogenannte jüdische Plutons geschaffen wurden, deren besondere Aufgabe es war, die Rückzüge der rumänischen Armee zu decken und sich dabei aufreiben zu lassen. Bekanntlich wurde vor kurzem der Versuch gemacht, auch jetzt noch innerhalb der rumänischen Armee eigene jüdische Bataillone zu bilden; der Versuch scheiterte an dem einmütigen Protest der gesamten jüdischen öffentlichen Meinung. Wäscherei d. Münchener Hausfrau HÖCKER & BÄUERLE Landw.hrslr. 37 59 T. 396838 Hygienisch modernster Betrieb am Platze. Bekannt für erste Qualität. Getrennte Behandlung. Jede Hausfrau kann sich persönlich von der schonendsten Behandlung der Wäsche überzeugen. Waschmittel: Reine Kernseifenflocken 90%ig. Haushaltwäsche — V orhangspannerei — Stärkwäsche—F einbügelei. Größte Lohnwäscherei Münchens Diese Neuerung bietet große Verbilligung Verlangen Sie Prospekte.Unverbindlich® Besichtigung-Äbholung und Zustellun mittels Äutos.

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