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Das jüdische Echo · 1928-05-18 · 20 (18.5.1928) · p. Seite 308

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
20 (18.5.1928)
Date
1928-05-18
Page
Seite 308 (sequence 4)
Language
German
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308 Das Jüdische Echo Nr. 20 BILLIGE PIANINO | für B)oB)e unb f)öcf)fte ^Infprüdje RM.1100u.1330 ^lud) gegen kleine 9Honatsraten / ^reisliften umfonft PIANOHAUS A. SCHMID NACHF., MÜNCHEN Residensftraße 7, gegenüber Hauptpost plex nichts weniger als klar ist. Und für die Sozialdemokratie dürfte Ähnliches gelten; sie wird vielleicht das Bestehen einer jüdischen Frage überhaupt leugnen. Jeder jüdische Wähler muß sich also bewußt sein, daß hier letzten Endes trotz bester Absichten und gewiß ehrlicher Erklärungen dem Judentum gegenüber eine Vogelstrauß-Politik betrieben wird, die auf die Dauer schaden muß. Diese Ausführungen dürfen nun keineswegs als ein Appell aufgefaßt werden, überhaupt nicht, oder nicht diese Parteien zu wählen. Sie sollen nur ein Hinweis darauf sein, daß auch sie uns noch nicht unser volles Recht gewähren und daß sie bisher noch keine Anstrengungen gemacht haben, das in Deutschland akute Judenproblem geistig zu erfassen. Jeder Einsichtige weiß, daß diese Angelegenheit außerordentlich kompliziert ist, daß Schlagworte weit entfernt davon zu klären, sie nur noch verwirren. Aber eben darum kann und muß der jüdische Wähler von der Partei, der er jetzt seine Stimme gibt, der er sein Vertrauen für vier lange Jahre schenkt, verlangen, daß sie auch seinen Lebensfragen Aufmerksamkeit und Verständnis entgegenbringt daß nicht Führer seiner Partei Meinungen vom Judentum entwickeln, Forderungen an das Judentum richten, die seine Auflösung bedeuten müßten, auch wenn dies im besten Willen geschieht. Und so erwächst dem jüdischen Staatsbürger nicht nur die Pflicht, an diesem 20. Mai zu wählen und damit seine Existenz und seine Rechte den Feinden des Judentums gegenüber zu wahren; mit der Ausübung des Wahlrechts übernimmt er auch die Aufgabe, bei seinen Freunden dafür zu sorgen, daß diese Freundschaft eine solche ist, die den Notwendigkeiten beider Partner gerecht wird. Ob dies möglich ist? Wir sagen unbedenklich ja, denn die Verfassung von Weimar bietet unzweifelhaft den Rahmen, innerhalb dessen auch das Judentum existieren und sich entwickeln kann — wenn sie allseits anerkannt wird und wenn ihre Bestimmungen in der Praxis nicht verletzt werden. Für ihre Anerkennung, damit für Deutschlands Zukunft, aber auch für die Zukunft des deutschen Judentums zu sorgen — das ist die Aufgabe des jüdischen Wählers am 20. Mai. I. E. Was weiter? Die Nachricht vom bevorstehenden Abbau der Arbeitslosigkeit in Palästina ist freudig aufgenommen worden. Die Zionistische Exekutive hat einen entscheidenden Schritt unternommen, um die noch vorhandenen 3000 Arbeitslosen in Tel-Awiw, Haifa und Jerusalem bei einer Reihe von öffentlichen Arbeiten zu beschäftigen und hat dazu nicht nur den für diesen Zweck bestimmten Betrag des zionistischen Kongreß-Budgets benützt, sondern auch die Unterstützung der palästinischen Regierung für die Durchführung von gewissen kon-. struktiven Arbeiten erlangt. Die größeren Zuwendungen einzelner jüdischer Persönlichkeiten wie Warburg und Marshall haben dann die Durchführbarkeit des ganzen Arbeitsplanes in allen Teilen ermöglicht. Es soll aber ausdrücklich hervorgehoben werden, daß es vor allem der unermüdlichen Ausdauer der pälästinischen Arbeiterorganisation zu danken ist, die sich in unzähligen Memoranden an die Regierung und an die Zionistische Exekutive gewendet hat, daß dieser Plan, der noch vor einigen Monaten in den Augen maßgebender Personen als Hirngespinst erschien, in Wirklichkeit umgesetzt wird. Wenn also die Nachrichten sich bewahrheiten, — und es liegt ein diesbezügliches offizielles Kommunique der Zionistischen Exekutive vor — dann ist die Arbeitslosigkeit in Palästina behoben, dann ist endlich nach mehr als zwei Jahren zermürbender Sorge in Palästina der Moment gekommen, wo die verantwortlichen Faktoren sich auch mit anderen Dingen beschäftigen können als mit der Arbeitslosigkeit und wo die Exekutive, vor allem aber die zionistische Öffentlichkeit, sich die Frage nach dem weiteren Arbeitsplan wird vorlegen müssen. So viel ist sicher; Die Behebung der Arbeitslosigkeit in Palästina, so wichtig sie auch ist, und so sehr sie das ganze öffentliche Leben in Palästina beherrscht hat, bedeutet nur den ersten Schritt in der Konsolidierung des Aufbauwerkes. Den ersten und nicht einmal den entscheidenden Schritt. Denn so wesentlich die Arbeiten sind, welche seit Beginn des Jahres 1928 unternommen werden, um die Arbeitslosen zu absorbieren, und so sehr diese Arbeiten auch der Entwicklung des Landes dienen, bedeutet ihre Durchführung trotzdem noch keine Verknüpfung der jüdischen Arbeiter mit der Wirtschaft Palästinas. In einigen Monaten, wenn diese Arbeiten beendet sein werden, wird die Frage nach der weiteren Beschäftigung dieser Arbeiter neuerlich auf der Tagesordnung stehen, und es ist klar, daß man nicht auf die Dauer immer wieder Arbeiten auf lange Sicht beginnen kann, und unter dem Gesichtspunkte der Beschäftigung der Arbeitslosen, trotzdem diese Arbeiten für den gegenwärtigen Stand der Wirtschaft nicht unbedingt notwendig sind. Durch diese konstruktiven Arbeiten ist also die Konsolidierung der jüdischen Wirtschaft in Palästina noch lange nicht vollzogen. Die Konsolidierung wird immer bedroht sein, solange die Zahl der fluktuierenden Elemente, das heißt derjenigen ^ofkürfefmer {Segr. 15Z4 ^Jl&ftofimg fÜet. 20519 _^Sler^ertaffraße 14/15_ für 6ie ^eÜauf&erocthrung ^5 o 11 roarert, § f o f f e, ^Lcppidtc u f ro.

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