Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 19 (11.5.1928)
- Date
- 1928-05-11
- Page
- Seite 298 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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298 Nr. 19 Das Jüdische Echo Bernhard Baron gibt 5000 Pfund für das Palästinawerk L o n d 6 n, 1. Mai. (JTA.) Herr Bernhard Baron, der bekannte jüdische Philanthrop, hat der zionistischen Exekutive in Palästina einen Scheck über 5000 Pfund Sterling für jüdische Aufbauzwecke in Palästina übersandt. Herr Bernhard Baron hat auch im vorigen Jahre 10 000 Pfund für den Keren Hajessod gespendet. Südafrika leistet weitere 50 000 Pfund für den Keren Hajessod London, 3. Mai. (JTA.) Colonel F. H. Kish, der Leiter der Zionistischen Exekutive in Kalästina, der gegenwärtig die Werbeaktion für den Keren Hajessod in Südafrika leitet, telegraphierte an das Zentralbüro der zionistischen Organisation in London, daß die Werbeaktion bisher eine Summe von 50 000 Pfund erbracht hat. In Transvaal wurden 23 000 Pfund gesammelt, davon 17 000 Pfund auf dem Bankett zu Ehren von Colonel Kish in Johannisburg. In Kapstadt wurden 21 000 Pfund im Verlauf der neuen Werbeperiode aufgebracht. Colonel Kish schließt sein Telegramm mit der Mitteilung, daß die Aktion mit gutem Erfolge weiter geht, so daß man erwarten kann, daß das Gesamtergebnis die bisher aufgebrachte Summe weit übersteigen wird. Dr. Weizmann in Kanada Dr. Weizmann hat sich dieser Tage von Neuyork für kurze Zeit nach Kanada begeben, wo in Toronto die feierliche Eröffnung des United Palestine Appeal der kanadischen Juden stattfand, der eine halbe Million Dollar für Palästina-Aufbauzwecke aufbringen soll, 300 000 Dollar für den Keren Kajemeth und 200 000 für den Keren Hajessod. Dr. Weizmann wurde ein begeisterter Empfang bereitet. (Ziko.) Maifeiern in Palästina — Verhaftung linksgerichteter Demonstranten Jerusalem, 1. Mai. (JTA.) Die Arbeiterschaft hat für den 1. Mai Arbeitsruhe proklamiert, die im ganzen Lande durchgeführt wird und die auch von einem Teil der arabischen Arbeiterschaft befolgt wird. Maikundgebungen linksgerichteter OJMNIA INCHCN SCHELLINGSTRASSE 39 / TELEPHON 23741 / 29073 gUGATXl Arbeiter in Jerusalem und in Tel-Awiw wurden von der Polizei verboten, die Teilnehmer an den Demonstrationen zerstreut und mehrere von ihnen verhaftet. Mabromatis will seine Konzessionsrechte in Jerusalem ausüben Jerusalem, 1. Mai. (JTA.) Der Grieche Mabromatis, der noch vor dem Kriege von der Konstantinopeler Regierung Konzessionsrechte betreffend Versorgung Jerusalems mit elektrischem Licht, elektrischer Straßenbahn und Wasser erworben hat, ist soeben in Jerusalem eingetroffen. In einem Gespräch mit dem Vertreter der Jüdischen Telegraphenagentur teilte Mabromatis mit, daß die Differenzen zwischen ihm und der britischen Regierung wegen des Umfanges und der Geltung der Konzessionen, die auch schon wiederholt den Haager Internationalen Gerichtshof beschäftigt haben, nunmehr beigelegt sind und daß er demnächst mit der Ausübung der Konzessionsrechte beginnen werde. Sir Alfred Mond und die Palästinaindustrie Tel-Awiw, 29. April. (JTA.) Der Verband der Industriellen Palästinas erhielt ein Schreiben von Sir Alfred Mond, in welchem dieser seinen Dank für die Ernennung zum Ehrenmitglied des Verbandes sowie für die ihm übermittelten Inforformationen betreffend die Palästinaindustrie ausspricht und versichert, daß er auch weiterhin den auf die Entwicklung der Palästinaindustrie hinzielenden Plänen weitestes Interesse widmen wird. Der gesamte jüdische Bodenbesitz in Palästina über eine Million Dunam Jerusalem, 22. April. (JTA.) Die zionistische Exekutive Palästinas veröffentlicht soeben das Ergebnis der Zählung auf dem Gebiete der jüdischen Landwirtschaft in Palästina, die im April vorigen Jahres durchgeführt worden ist. Darnach sind in Palästina 1 002 000 Dunam Boden in jüdischem Besitz. Davon gehören der Palestine Jewish Colonisation Association (PICA) 429 000, dem Jüdischen Nationalfonds 214 000, dem American Zion Commonwealth 151 000, den jüdischen Gemeinden, Konzessionären und jüdischen Privateigentümern 208 000 Dunam. Von diesem Boden sind 463 570 Dunam der Landwirtschaft erschlossen. (79 214 Plantagen, 221 106 Getreideland.) Man zählte 2 007 Farmen mit 11521 Stück Milchvieh und 4 567 Arbeitstiere. Die Bevölkerung in den Gebieten der jüdischen Landwirtschaft weist eine Zahl von 30 500 auf gegen 15 172, die im Oktober 1922 von den Regierungsbüros registriert wurden. Vor dem Kriege lebten dort im ganzen 9 473 Personen. Von den gezählten 30 500 Personen waren 13 751 zu Farmerfamilien gehörig^ 8 441 lebten auf Kleinwirtschaften. 8 308 hatten keinen eigenen Bodenbesitz. Vorläufig kein „Parlament“ in Palästina Wie der „Haaretz“ berichtet, soll Kolonialminister Amery, der sich letztens mit der Frage der Schaffung eines Legislative Council in Palästina beschäftigt hat, nachdem bei den Arabern eine gewisse Strömung für dieses Projekt sich bemerkbar macht, nach näherer Prüfung zur Ansicht gelangt sein, daß es bseser sei, diese Frage noch für einige Zeit in der Schwebe zu lassen, da die Vorbedingungen hierfür noch nicht vorliegen. (Ziko.)