Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 19 (11.5.1928)
- Date
- 1928-05-11
- Page
- Seite 297 (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 19 Das Jüdische Echo 297 Die Beschlüsse der Einigungskonferenz der polnischen Zionisten Lodz, 1. Mai. (JTA.) Die in Lodz abgehaltene Konferenz der drei zionistischen Landeskomitees in Polen hat einen Hauptrat aus 14 Personen gewählt, dem sieben Vertreter aus Kongreßpolen (Leon Levite, Dr. Rosenblatt, Dr. Hindes, Redakteur Heftman, Redakteur Apenschlak, Advokat Seidenmann und ein noch zu bestimmender Vertreter aus dem Wilna-Gebiet), vier aus Ostgalizien (Dr. Leon Reich, Dr. Schmorak, Dr. Rotfeld und Lezer), und drei aus Westgalizien (Dr. Thon, Dr. Feldblum und Dr. Schwarzbart) angehören. Es wurde beschlossen: Es wird ein provisorischer Hauptrat als oberste Instanz der föderativ zusammengeschlossenen zionistischen Organisation in Polen geschaffen. Das Tätigkeitsgebiet des Hauptrates ist: Führung der zionistischen Arbeit in dem Rahmen der gesamten zionistischen Bewegung in Polen. Vereinheitlichung der zionistischen Tätigkeit der Landeskomitees und Koordinierung der Landespolitik der Zionisten Polens. Der Hauptrat wird bevollmächtigt, zu einem von ihm selbst zu bestimmenden Zeitpunkte eine allgemeine Vertreterkonferenz der Zionisten ganz Polens einzuberufen. Eine neue Periode der Unterdrückung der Juden in Litauen Kowno, 1. Mai. (JTA.) Die Judenschaft Litauens ist infolge erneuerter Unterdrückungsmaßnahmen der litauischen Behörden gegen jüdische öffentliche Institutionen und Parteien in große Sorge und Unruhe versetzt worden. Die Unterdrückungsmaßnahmen machen auch vor den religiösen Institutionen nicht halt. In den Kownoer Büros des Keren Kajemeth und des Keren Hajessod, sowie in der Redaktion und Administration der nationalen jüdischen Tageszeitung „Yidische Stirne“, wurden eine ganze Nacht hindurch von Geheimagenten und Polizisten Haussuchungen vorgenommen. Es wurde aber nichts Verdächtiges gefunden, was auch im Protokoll festgestellt worden ist. Ein besonderer Schlag wurde gegen die berühmte Jeschiwa -zu Slobodka geführt. Unter der absurden Annahme, daß die Jeschiwa-Bachurim Verbindungen zu Kommunisten unterhalten, wurden zahlreiche Baehurim verhaftet. O berpollinger Das Münchener Kaufhaus Neuhauser Straße 44 Karlstor Bekleidung / Mode / Sport Wohnungsausstattung Moussierender Tee? Die anregende u. gesundheitsfördernde Wirkung des brasilianischen Tees (Mate) ist seit Jahrhunderten bekannt. Jetzt ist es gelungen, aus dem Mate ein alkoholfreies Getränk, den moussierenden Tee, die Bronte herzustellen, die genau so anregend und erfrischend wie der Mate wirkt. Bronte hat einen vollmundigen,weinartigen Geschmack,schäumt u: perlt im Glase wie Sekt. — Erhältlich in allen besseren Gastwirtschaften, Feinkost-u. Lebensmittelgeschäften sowie Drogerien u. Apotheken. Vertrieb durch Otto Pachmayr G.m.b.H. München, Theresienstraße 33, Telephon 27471 Außerordentlich groß ist die Zahl der verhafteten jüdischen Arbeiter. Die gemäßigte jüdische Arbeitspartei „Hitachduth“ ist verboten worden. Sehr starken Verfolgungen ist die zionistisch-sozialistische Partei Poale Zion in Litauen ausgesetzt. Die Partei wurde verboten, alle Büros derselben wurden behördlich geschlossen. In der Provinz wurde die Mehrzahl der Parteimitglieder verhaftet. Der Mörder der Else Niego freigesprochen Konstantin opel, 30. April. (JTA.) Der ehemalige türkische Offizier Osman Bey, der das bildhübsche jüdische Mädchen Elsa Niego, die seine Liebeswerbungen zurückwies, auf der Straße erschoß, ist auf Grund eines medizinischen Gutachtens vom Gericht als für seine Tat nicht verantwortlich erklärt und freigesprochen worden. Der Vertreter der Zivilpartei legte beim Kassationshof Berufung gegen das freisprechende Urteil ein. Der Fall Osman-Niego hat seinerzeit die öffentliche Meinung in der Türkei ungeheuer erregt. Die Judenschaft Konstantinopels protestierte am offenen Grabe des Opfers gegen die Nichtverfolgung des Mörders; diese Kundgebung gab Anlaß zu einer hemmungslosen antijüdischen Hetze, die von der Presse und den nationalistischen Parteien geschürt wurde und viele Monate hindurch die Judenschaft in der Türkei beunruhigte. Ein Schlag gegen die Bnei-Brith-Logen in der Türkei Konstantinopel, 30. April (JTA.) Dem türkischen Parlament in Angora ist ein Gesetzentwurf zugegangen, wonach jene Wohltätigkeitsgesellschaften, die Verbindungen mit dem Auslande unterhalten, verboten werden sollen. Man befürchtet, daß durch diesen Entwurf, wenn er Gesetz werden sollte, die Existenz der Bnei-Brith- Logen, die so viel'für die Erhaltung der jüdischen Gemeinden des Orients getan haben, bedroht werden könnte.