Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 19 (11.5.1928)
- Date
- 1928-05-11
- Page
- Seite 294 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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294 Das Jüdische Echo Nr. 1 Nordsee-Fischhallen der Deutschen Dampffischerei * Gesellschaft „ Nordsee“ Größtes fischwirtschaftl. Unternehmen Deutschlands Täglich lebend* frische Seefische Räucherwaren Fischkonserven Viktualienmarkt Elisabethplatz Ecke Guideinu. Trappentreustr. Äußere Wiener Straße 34 Frauenstraße 7 Augustenstraße 83 Maifeier und Pogrom Blutige Maifeier in Warschau — Unter 559 Verletzten 489 Juden.— Fast nur Juden werden verhaftet Am 1. Mai kann es in Warschau im Verlauf der Mai-Kundgebungen zu ernsten Zusammenstößen zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten, die durch das Eingreifen der Polizei noch verschlimmert wurden. Drei Personen wurden getötet, in den Spitälern und in Privatwohnungen liegen 559 Verletzte, unter ihnen nicht weniger als 489 Juden. Bei den Zusammenstößen haben es die angreifenden, aus Kommunisten und Huligans gemischten Trupps besonders auf die jüdischen Teilnehmer in den Maifestzügen der sozialdemokratischen Partei Polens abgesehen. Aber auch wo die Polizei eingriff, waren meist Juden die Opfer. Der Zug der Poalezionisten war ebenfalls starken Attakken ausgesetzt, bei welchen 60 Poalezionisten verletzt wurden. Auf den Festzug der jüdischen Arbeiterpartei „Bund“ im Arbeiterviertel der Stadt hat die Polizei einen Angriff unternommen, wobei 20 jüdische Arbeiter verletzt wurden. Am 2. Mai suchten Polizisten in den Spitälern und Privatwohnungen nach verwundeten Kommunisten. Auch hier hat man es besonders auf die Juden abgesehen. Von den insgesamt 236 Verhafteten sind der weitaus größte Teil Juden, die entweder an den von der Behörde erlaubten Maikundgebungen der sozialdemokratischen Partei teilnahmen oder zufällige Zuschauer waren. Das Vorgehen der Polizei, die an der verkehrten Stelle zufaßt, ruft unter der Warschauer Judenschaft Empörung hervor. Die Pogrompolizei Berlin, 6. Mai. (JTA.) Unter der Überschrift „Warschauer Pogrompolizei“ berichtet der Berliner „Vorwärts“, daß die Warschauer Polizei die Zusammenstöße zwischen den Sozialisten und Kommunisten begünstigt und die Bewegung gegen die Juden geleitet hat. Augenzeugen berichten nun übereinstimmend, daß die Polizei dann die Flüchtenden gewaltsam aus Haustoren und Höfen herausholte und mißhandelte, dabei besonders die Bewohner der nahegelegenen Judenstadt mit Gummiknüppeln und Gewehrkolben bearbeitete; tatsächlich sind drei Viertel der Toten und Verwundeten und etwa ebensoviel Verhaftete Juden. Die Polizei besetzte zwei von der Stelle des Zusammenstoßes entfernt liegende jüdische Arbeiterlokale, als die Kundgebungen längst vorüber waren; die dort Anwesenden, größtenteils junge Mädchen, wurden mißhandelt und teilweise schwer verletzt. In das 5. Polizeirevier im Judenviertel sind später noch ruhig vorübergehende junge Arbeiter ohne Grund hineingeholt und grausam verprügelt worden. Antisemitischer Kommentar des WTB. Berlin, 6. Mai. (JTA.) Der Warschauer Korrespondent von Wolfts Telegraphen-Büro, der offiziösen deutschen Presse-Agentur, begleitete seine auf Berichte der Warschauer jüdischen Presse sich stützende Mitteilung, daß bei den Zusammenstößen während der Mai-Kundgebung in Warschau unter den 600 Verwundeten etwa 500 Juden waren, mit dem folgenden Kommentar: „Dieser hohe Prozentsatz der jüdischen Verletzten ist durch die große Beteiligung der Juden an der hierortigen kommunistischen Jugendbewegung zu erklären.“ Dazu bemerkt die Warschauer Jüdische Tageszeitung „Moment“: „Würde der Warschauer Korrespondent der Wolff-Agentur die Mitteilung der jüdischen Presse aufmerksamer studiert haben, so würde er erfahren haben, daß die weitaus größere Zahl der jüdischen Verwundeten in der Nähe der Lokale des „Bund“ und der „Poale Zion“, also der Kommunistengegner gezählt wurden, und daß unter den übrigen Verletzten ungefähr 200 zufällige Passanten waren, die mit den Kundgebungen gar nichts zu tun hatten. Aus der jüdischen Welt Um' den Reichsverband der deutschen Juden Berlin, 3. Mai. (JTA.) Die Kommission der deutschen Landesverbände zur Schaffung des Reichsverbandes, ebenso wie die in Nürnberg geschaffene Arbeitskommission der deutschen Landesverbände Werden am 3. Juni in Köln zusammentreten. Am 4. Juni wird dann in Köln auch der Große Rat des Preußischen Landesverbandes seine Sitzung abhalten. Die Tagung wird in Köln gemäß einer Einladung der jüdischen Gemeinde Köln abgehalten. Die Teilnehmer werden die Gelegenheit ergreifen, die jüdische Sonderschau auf der Internationalen Presseausstellung „Pressa“ zu besichtigen. Es wird erwartet, daß die Tagung der Reichsverbandkommission die Vorarbeiten zur Schaffung des Reichsverbandes auf der Kölner Konferenz beendet. Gesamtvorstandssitzung der Zentralwohliahrtsstelle der deutschen Juden Berlin, 3. Mai. (JTA.) Unter dem Vorsitz von Herrn Rabbiner Dr. Baeck fand am Sonntag, dem 29. April, die diesjährige Gesamtvorstandssitzung Die idealen DER NEUE FORD 8/28 od. 13/40 PS bei gleichen Preisen Große Geschwindigkeit, Beschleunigung, Bergsteigfähigkeit, wunderbare Präzisionsarbeit und Linienführung Fahrzeuge STEPPACHER &. CO. von Weltruf LINCOLN 23/100 LOCOMOBILE 16/70 Die berühmten 8 Cylinder der Welt Einzige autoris. „Ford“-Vertretung Barer Str.30 (beim Obelisk),Te!.57 460