Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 17 (27.4.1928)
- Date
- 1928-04-27
- Page
- Seite 267 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9072829-9103081-9156879--08427-9081162- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 17 Das Jüdische Echo 267 Yle ^dische pichen Kom f?e, lach Klärung f ,Ein Sohn e glimmt im. /£ranJen hat Öffentlichkeit einem in. allem und ihrend voller ums. Hebräisch zu lrhien seiner im. Er „Ich 1 lernte, war tiern war es. ls werde ich 1 Immerhin, zu sein, licht die heals erstes inheit Gottes Menschengeeiten seiner n bewahrt zen Mensch, ael Bestand Zerstreuuni und Verrat n und hüte nschheit. sagt doc :hen Unte ipfindet, e en der G /olkes wi sichtbar g mde, da ( pfinden, 1 h Palästi das Wi die gar Erde sei; n die l prache Bemüh mindert worden war, hat sich die Zahl der Schulen und Schulkinder, die der Aufsicht des Erziehungsdepartements der zionistischen Exekutive unterstehen, erhöht. Die 220 Schulen der Exekutive (gegen 194 Schulen im Vorjahre) machen 87 Prozent aller jüdischen Schulen in Palästina aus. Die Zahl der Schulkinder der zionistischen Schulen beträgt in diesem Jahre 18 611 (gegen 18 159 im Vorjahre). Die Zahl der Kindergärten hat sich von 86 auf 111, die der Kindergartenzöglinge von 3442 auf 4030 erhöht. Dagegen hat sich die Zahl der Lehrer von 742 auf 727 vermindert. 63 Prozent der Schüler der zionistischen Erziehungsanstalten besuchen allgemeine zionistische Schulen, 30 Prozent Misrachischulen und 7 Prozent die Schulen der Arbeiterföderation (Histadruth). Grundsteinlegung für ein Mütterberatungs- und Säuglingsheim in Tel-Awiw Am 9. April fand auf dem vom Keren Kajemeth zur Verfügung gestellten Platze auf der Karmelstraße in Tel-Awiw die Grundsteinlegung für das Mütterberatungs- und Säuglingsheim, das von der Weltorganisation zionistischer Frauen (WIZO) gegründet wurde, statt. Für diesen Zweck waren noch vor zwei Jahren £ 200 gesammelt worden. Dank der nuen Spende von Herrn und Frau David Nathan in Neuseeland in Höhe von £ 1000 wurde jetzt die Inangriffnahme des Baues ermöglicht. An der Feier nahmen auch die Damen Simon und Kesselberg, die Vizepräsidentinnen der WIZO in Neuseeland, teil. (Ziko) 7000 Dunam Boden für die Jüdische Landwirtschaftliche Schule in Palästina Jerusalem, 13. April. (JTA.) Die Regierungskommission, die die Errichtung einer Landwirtschaftsschule für die Juden Palästinas aus dem Nachlaß des Philantropen Kadoorie in die Wege leitet, hat nach Prüfung verschiedener Böden sich für ein Areal im Umfang von 7000 Dunam entschieden, auf welchem die Schule errichtet werden wird. 1000 Dunam sind für eine landwirtschaftliche Versuchsstation und 6000 Dunam für Forst- und Plantagenwirtschaft bestimmt. Kundgebungen palästinischer Mohammedaner gegen die Teilnehmer an der internationalen Missionskonferenz Jerusalem, 15. April. (JTA.) In Gaza demonstrierten die Moslemiten gegen die Abhaltung der internationalen Missionskonferenz in Jerusalem. Der Distriktsbeamte verbot die Demonstration, erklärte sich aber bereit, eine Abordnung der Demonstranten zu empfangen. In der Moschee, wo die Demonstranten auf die Rückkehr der Deputation warteten, verbreitete sich plötzlich das Gericht, daß die Mitglieder der Deputation verhaftet worden seien. Die Menge eilte zu den Polizeibaracken, und versuchte, diese zu stürmen. Die Polizei feuerte auf die Menge, die sich nun zurückzog, aber einige Verwundete auf dem Platze ließ. Aus Jaffa wurde polizeiliche Verstärkung herangeholt. In Gaza herrscht jetzt Ruhe. Feuilleton Die Juden in China Reiseeindrücke aus Shanghai Von B. Berkman Ich ging mit meinem Freund, Kapitän Bulanow, in Shanghai in ein Restaurant. „Wie wäre es mit einem Spaziergang in die Chinesenstadt?“ (Das Restaurant lag im Europäerviertel. Der Übersetzer.) Bulanow spricht gut chinesisch und beherrscht auch die verschiedenen Dialekte. Wir nahmen an einem kleinen Tische Platz und bestellten Tee. Unmittelbar neben uns saßen zwei Musikanten, ein alter und ein junger Chinese. Der alte spielte auf dieser typisch chinesischen Geige mit nur einer Saite. Der Knabe sang chinesische Lieder, teils wimmernde, teils schreiende Klanggebilde ohne eigentliche Melodie. Ich konnte mir unter ihnen nicht das geringste vorstellen. (Chinesische Lieder, die ich hörte, erinnerten seltsam an ostjüdische Melodien.) Als das Konzert vorbei war, machte der Junge mit dem Teller die Runde. Behend schlängelte er sich zwischen den Tischen durch, während der Alte jede seiner Bewegungen mit einem seltsam starren Blick unter seinen außergewöhnlich buschigen Augenbrauen verfolgte. Natürlich war es ihm nicht entgangen, daß ich ein größeres Geldstück gab als hier die Regel war. Er verneigte sich und versprach mir zu Ehren noch eine von diesen unheimlichen Konzertnummern. Der alte Chinese interessierte mich. Ich bat Freund Bulanow, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Mit Bulanow als Dolmetsch ergab sich stückweise sein Lebensbild. „Ich wurde geboren in einem kleinen Dorf nicht weit von Canton. Mein Vater starb vor 30 Jahren. Damals verließ ich mit meiner Familie mein Heimatsdorf.“ „Aber wieso konnten Sie das Grab Ihres Vaters verlassen? Wer vertreibt nun die bösen Geister?“ fragte Bulanow erstaunt, denn er war mit den Sitten und Gebräuchen d(y Chinesen genug vertraut. „Ich kam hierher,“ antwortet der Alte, „um die sterblichen Reste meines Vaters in Shanghai zu begraben, weil sich hier der einzige jüdische Friedhof von China befindet. Dreißig Jahre lang bin ich umhergezogen, das Geld aufzubringen. Es war nicht leicht, eine so große Summe zu verdienen. Aber nun habe ich es endlich geschafft.“ Ich glaubte meinen Ohren nicht zu trauen. Sagte dieser alte vertrocknete Chinese wirklich „jüdisch“? „Warum gerade auf einem jüdischen Friedhof?“ fragte ich ihn, über Bulanow. „Deshalb, weil mein Vater ein Jude war“, antwortete der Musiker. „Der Mann, der das Silbergeldstück auf den Teller warf, ist gleichfalls Jude“, sagte Bulanow und wies auf mich. Da zog der alte Chinese aus seiner Tasche eine kleine Pergamentrolle und schwenkte sie aufgeregt hin und her. „Dann wissen Sie auch, was das ist?“ Er war förmlich begierig, sich als Jude zu erkennen zu geben. Ich sah mir das Pergament an. Es war eine Mesuso. Ein Schauder durchrann mich. Das also war alles! Diese Mesuso, die für ihn nicht mehr war als ein Amulett, ein Zaubermittel, von der er nicht wußte, was sie bedeutete, ebensowenig wie von dem, was er sein „Judentum“ nannte! Ich sah ihn an