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Das jüdische Echo · 1928-04-27 · 17 (27.4.1928) · p. Seite 265

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
17 (27.4.1928)
Date
1928-04-27
Page
Seite 265 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 17 «NlRti hon 22975 iet\ Fonds :°P Julius '■ uüet unter I uiliünen Dolspnlichkeiten ’ialls ist die! enden fünf; tinas Palästinas : re vor den; nen großen Beispiels- : . eiaß seit gewesen | ausverkauft '= um noch i der Besse- ■ Wachsen \ Deren Höhe i hen, nur mit j deponierten tücken und ^ie jetzt für ■ Tiiehmungen 1 md bei ist zu 1 eingeindFrau Live Miß use von hen des y. April ich des icheskel Am 10. und betd Magch über!i genau;ifa. Fiir fea lina und m iw vor- 3 lenVor- . j lahm an j J ve ver- 1. April \ i und die -T 0 uropd : . (Ziko); : ma — i legen .; wohl das 1 | utive vom : * fand Ver* Seite 261 Blätterfürdie jüdische Frau Nr. 5 München; 27. April 1928 Chavuroth Hapoaloth Eines der erfreulichsten Dinge in Eerez Israel ist die Entwicklung, die die Arbeiterinnengruppen (Chavuroth Hapoaloth) im letzten Jahre genommen haben. Trotz der schweren Arbeitslage und trotz der vielen Arbeit, die die Organisierung der Gruppen selbst, der Bau und die Einrichtung der Wohnhäuser und die Anlage der Garten- und Hühnerwirtschaft verursachte, ist es den Gruppen gelungen, sich schon in diesem ersten Jahre ihres Bestehens ganz durch ihre Arbeit zu erhalten. Je nach den örtlichen Verhältnissen haben sich 30—50 Prozent ihrer Lebenskosten aus dem Erlös der Produkte ihrer eigenen Wirtschaft und 50—70 Prozent durch verschiedene Lohnarbeiten gedeckt. Es hat sich gezeigt, daß die Voraussetzungen, unter denen die Chavuroth gegründet wurden, sich voll erfüllt haben, nämlich: 1. Gruppenheime für Chaluzoth zu schaffen, 2. ihnen durch Zuweisung eines Stück Landes die Möglichkeit zu geben, einen Teil ihres Lebensunterhaltes durch Gemüse- und Hühnerzucht zu erwerben, 3. die Lebensküsten durch einen Kollektivhaushalt zu ermäßigen, 4. ihnen die Gewöhnung an die Arbeitsbedingungen des Landes und das Eindringen in die Arbeit zu erleichtern. Der Plan der Gründung der Chavuroth wurde zu einer Zeit gefaßt, als die Lage der Chaluzoth in den Städten aussichtslos erschien, und die bisher erzielten Resultate haben bewiesen, daß es ein Schritt auf dem richtigen Wege war, der mit Ausdauer und Energie weiterverfolgt werden sollte. Die Chavurah ist ein Heim für die Chaluzoth, die auch dann damit verbunden bleiben, wenn sie die Gruppe verlassen haben, um irgendeine feste Arbeitsstelle zu übernehmen, in eine Siedlung überzugehen oder zu heiraten. Auf diese Weise werden feste Punkte im Lande geschaffen, von denen aus Erziehungsarbeit unter Mädchen durchgeführt werden kann. Gegenüber jenen, die in die Erziehungsarbeit unter den Frauen Palästinas Klassenstandpunkte hineintragen wollen, sei hervorgehoben, daß in allen Chavuroth (wie übrigens auch im Hostel, in der Schule in Nahalal und den Lehrfarmen) sich Mädchen befinden, deren Familien in den Städten leben, also Mitglieder der sogenannten Mittelklasse. In einem gewissen, allerdings viel zu geringen Ausmaße, findet dadurch das Problem der Ausbildung der Mädchen, die die Schule verlassen haben, eine Lösung. Dies ist ein Problem, das in nächster Zeit unsere ernsteste Aufmerksamkeit beanspruchen wird. Die Verbindung des Heims mit einem Stück Land, das die Mädchen bearbeiten können, sowie mit einem Hühnerhof, hat nicht nur den Vorteil, die materielle Lage der Mädchen zu erleichtern, sondern gibt ihrem Leben auch einen Inhalt, den Lohnarbeit allein nicht geben kann. Es ist der dringendste Wunsch eines jeden Mädchens, bei ihrem Eintritte in die Chavurah im Garten arbeiten zu dürfen, und da es natürlich nicht möglich ist, daß alle in der Eigenwirtschaft arbeiten, so tun sie auch die Außenarbeit mit großer Befriedigung, weil sie sich dadurch nach einer gewissen Zeit das Recht erwerben, Gartenarbeit tun zu dürfen. Es ist auch etwas ganz anderes, wenn die Lohnarbeiterinnen abends in ein wohnliches Heim zu Genossinnen kommen, mit denen sie die Erfahrungen des Tages austauschen, Pläne für Chavurah machen, die Arbeit des nächsten Tages verteilen, als wenn sie müde in ein unwohnliches Zimmer in der Stadt kommen und für sich allein etwas zum Essen herrichten müssen. Für 20 bis 30 Mädchen in der Chavurah besorgt eine die ganze Wirtschaft, so daß der Abend zum Hebräischlernen, für theoretische Kurse im Gartenbau und Hühnerzucht und zum Lesen freibleibt. Die Möglichkeiten, die die Chavurah für Erziehungsarbeit bietet, sind allerdings wegen Mangel an Mittel und Kräften bis jetzt nicht ausgenützt worden. Den Mädchen fehlt es bis jetzt an Büchern, sowohl zum Lernen als auch zur Unterhaltung. Durch den gemeinschaftlichen Haushalt sind die Kosten des Lebensunterhaltes auf ein Minimum reduziert worden; sie betragen durchschnittlich 60 Mil pro Tag (etwa RM. 1.20) bei einem Durchschnittsarbeitslohn von 120 Mil, so daß sich die Chavurah auch dann erhalten kann, wenn sie nur 50 Arbeitstage im Jahre hat. Die Chavurah ist eine Erziehungsstätte für Chaluzoth, wo sie unter Anleitung erfahrener Genossinnen, die sich freiwillig für diese Arbeit zur Verfügung stellen und das Leben der Chaluzoth teilen, in das Leben und die Arbeitsbedingungen des Landes eingeführt werden. Während die Chaluzah, die allein in der Stadt lebt und den schweren Kampf um die Existenz führt, deprimiert und pessimistisch wird, sind die Mitglieder der Chavurah hoffnungsvoll, weil sie das Gefühl haben, etwas zu schaffen und in Verbindung mit dem Aufbauwerke zu sein. Die gegenwärtig bestehenden Chavuroth (zwei inTel-Awiw und je eine in Ramath-Gan, Chederah, Petach-Tikwah, Rischon-Lezion, Haifa, Afuleh, Tiberias und Benjamina) umfassen etwa 300 Mitglieder, aber der erzieherische Einfluß der Chavuroth ist ein viel breiterer, da der Aufenthalt in ihnen nur als Vorbereitungszeit angesehen wird und die Mitglieder jedes Jahr wechseln. Die Chavurah ist ein wichtiger Faktor nicht nur der Ausbildung der Chaluzoth, sondern auch der Ausdehnung des Arbeitsgebietes für Frauen. In den Heimen und den Wirtschaften der zehn Chavuroth sind bis jetzt ewa 7000 Pfund Sterling investiert, die zum größten Teil aus Keren-Hajessodgeldern, zum Teil von der W. I. Z. O. und der Liga „Lemaan Hachaluzah“ in Amerika gegeben wurden. Um die Wirtschaften auf eine feste Grundlage zu stellen und die Anzahl der Mitglieder zu vergrößern, sind noch ungefähr 3000 Pfund Sterling nötig. Die Chavuroth haben uns den Weg gezeigt, wie wir die Chaluzoth in das neue Leben im Lande einführen können und werden bei einer künftigen Alijah eine wichtige Rolle spielen. Hedwig G e 11 n e r. t Ii /

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