Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 17 (27.4.1928)
- Date
- 1928-04-27
- Page
- Seite 264 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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264 Das Jüdische Echo Nr. 17 Sitzung der Jewish-Agency-Kommission in London Neuyork, 18. April. (JTA.) Wie die Jüdische Telegraphenagentur erfährt, wird in den nächsten Tagen in London eine Sitzung der Jewish-Agency- Kommission, bestehend aus den Herren Felix M. Warburg, Dr. Lee K. Frankel, Sir Alfred Mond und Oskar Wassermann, stattfinden. Herr Louis Marschall, als der Führer der amerikanischen palästinafreundlichen Nichtzionisten, wird der Sitzung beiwohnen. Die Herren Louis Marschall, Felix M. Warburg und Dr. Lee K. Frankel haben bereits die Reise nach London angetreten. Ein einstimmiges Vertrauensvotum für Louis Lipsky Das Exekutivkomitee der amerikanischen Zionistischen Organisation hat, laut der JTA, nach durchgeführter Diskussion einstimmig Louis Lipsky das Vertrauen ausgesprochen und den Beschluß des Administrativkomitees, die Rücktrittserklärungen von Dr. Wise, Rosenson und Berenson zur Kenntnis zu nehmen, approbiert. (Ziko) Eine Anleihe der amerikanischen Zionisten für Palästinazwecke Neuyork, 22. April. (JTA.) Herr Louis Lipsky, der Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas, bestätigte heute Pressevertretern gegenüber die schon seit einiger Zeit umgehenden Gerüchte, daß die amerikanische Zionistische Organisation mit einer Gruppe von Wall-Street-Bankiers Verhandlungen über eine Anleihe für Palästinazwecke in Höhe von zweieinhalb bis dreieinhalb Millionen Dollar pflegt. Herr Samuel Untermyer, der juristische Berater der amerikanischen Zionistischen Organisation, teilte der Jüdischen Telegraphen- Agentur mit, daß die Rückzahlung der Anleihe durch die normalen Eingänge beim amerikanischen Komitee des Jüdischen Nationalfonds sichergestellt ist. Louis Marshall spendet 100 000 Dollar für den neuen 10-Millionen-Dollar-Fonds für die jüdische Kolonisation in Rußland Neuyork, 17. April. (JTA.) Herr Louis Marshall, Präsident des American Jewish Committee, hat, wie der Vizepräsident des Joint, Herr Rosenberg, heute mitteilt, für den neuen 10-Millionen- Dollar-Fonds, der für besondere jüdische Aufbauzwecke in Rußland bestimmt ist, eine Summe von JÜImH /J# SCH ELLING STR ASSE 39 / TELEP HO I. MÜNCHENER PLISSEE-BRENNEREI FRANZ GRUBER, MÜNCHEN] Hohlsaum, Knöpfe, Endeln, Kanten, Kostilmstickereien Burgstraßei6/3 Knopflöcher Telephon 22 9 75 100 000 Dollar gespendet. Für diesen neuen Fonds hat bekanntlich der Chicagoer Philantrop Julius Rosenwald fünf Millionen Dollar gespendet unter der Voraussetzung, daß weitere fünf Millionen Dollar von einzelnen amerikanischen Persönlichkeiten aufgebracht werden. Die Spende Marshalls ist die erste auf Konto der noch aufzubringenden fünf Millionen Dollar. Die steigende Konsumkraft Palästinas Von der wieder steigenden Kaufkraft Palästinas zeugt der Umstand, daß in diesem Jahre vor den Feiertagen die Geschäfte in Palästina einen großen Umsatz aufzuweisen hatten. So erklärte beispielsweise ein Möbelfabrikant in Tel-Awiw, daß seit vier Jahren der Erlös nicht mehr so gut gewesen war wie heuer. Sein ganzes Lager sei ausverkauft worden, ja man stellte sich direkt an, um noch einige Sessel kaufen zu können. Von der Besserung der Lage zeigt auch das neuerliche Wachsen der Depositengelder in den Banken. Deren Höhe soll bereits die von Anfang 1926 erreichen, nur mit dem Unterschied, daß die damals deponierten Gelder für den Erwerb von Grundstücken und Häusern bestimmt waren, während sie jetzt für Investierungen in industriellen Unternehmungen und Orangengärten dienen sollen. Vandervelde in Palästina Der frühere belgische Außenminister und bekannte Sozialistenführer Vandervelde ist zu einem mehrwöchigen Besuch in Palästina eingetroffen. An der Bahn wurden Vandervelde und Frau von dem Mitglied der Zionistischen Exekutive Miß Szeld begrüßt. Vandervelde wohnt im Hause von Colonel Kisch, der jetzt bekanntlich in Sachen des Keren Hajessod in Südafrika weilt. Am 9. April begab sich Vandervelde zu einem Besuch des Emek, wo er Ein-Charod, Gewa, Kfar Jecheskel und die Kwuzah Merchawia besichtigte. Am 10. April weilte er einige Stunden in Dagania und begab sich am 11. April nach Kapernaum und Magdiel. Er besuchte sodann Nahalal, wo er sich über die Fragen der Siedlung und der Kwuzoth genau erkundigte, und kam gegen Abend nach Haifa. Für den 13. April war ein Besuch von Benjamina und Chedera und für den 14. April von Tel-Awiw vorgesehen. Am Sonntag hielt Vandervelde einen Vortrag an der Hebräischen Universität und nahm an einem ihm von der Zionistischen Exekutive veranstalteten Empfang teil. Am 16. und 17. April sollte Vandervelde nochmals Tel-Awiw' und die Siedlungen in Judäa besuchen und am 18. und 19. April weitere zwei Vorträge an der Jerusalemer Universität halten. Am 21. April wollte Vandervelde sich über das Galil und Safed nach Syrien begeben und von dort am 26. April nach Europa zurückkehren. (Ziko) Das zionistische Schulwerk in Palästina — Die Zahl der Schulen und Schüler gestiegen Jerusalem, 13. April. (JTA.) Obwohl das Unterrichtsbudget der zionistischen Exekutive vom Kongreß um 21 000 Pfund auf 53 000 Pfund ver- Fortsetzung Seite 267