Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 17 (27.4.1928)
- Date
- 1928-04-27
- Page
- Seite 263 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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263 Nr. 17 Das Jüdische Echo atischen Bauernschaft geträufelt, die bis jetzt sich dem Antisemitismus im allgemeinen fern gehalten hat. Der große Tempel in Jassy durch Feuer zerstört Bukarest, 19. April. (JTA.) In der Nacht vom 17. zum 18. Aril ist der große israelitische Tempel in der Strada Socola zu Jassy durch einen Riesenbrand vollkommen zerstört worden. Der Schaden beträgt mehrere Millionen Lei. Man glaubt, daß der Brand durch die Unvorsichtigkeit eines Tempeldieners entstanden ist. Die jüdische Kulturkonferenz in Rußland und der Antisemitismus Moskau, 17. April. (JTA.) Der Sekretär des Zentral-Exekutivkomitees der kommunistischen Partei, Lubtschenko, hielt auf der gegenwärtig in Charkow tagenden jüdischen Kulturkonferenz eine Ansprache, in der er ausführte: Wir können und dürfen das Bestehen einer antisemitischen Bewegung in Rußland nicht wegleugnen; es wäre beschämend für unsere Revolution, wenn wir einer offenen Erörterung dieser Frage ausweicnen und nur flüsternd über sie sprechen wollten. Wir müssen offen darüber sprechen und ebenso offen und mit aller Strenge den Antisemitismus als eine gegenrevolutionäre Erscheinung bekämpfen. Im Zusammenhang mit dem jüdischen Kolonisationswerk sind unter den Bauern falsche Gerüchte verbreitet. Die Sowjetregierung tut ihr Möglichstes, um solchen falschen Gerüchten die Grundlage zu entziehen. Die Nachrichten über Judenpogrome in der Krim werden dementiert Moskau, 18. April. (JTA.) Ausländische Nachrichten-Agenturen und Zeitungen brachten in den letzten Tagen Meldungen über das Bestehen einer starken antisemitischen Strömung in der Gegend der jüdischen Kolonien in der Krim, die auch schon zu Überfällen auf die Kolonisten und zu Menschenopfern geführt hat. Es sollen viele jüdische Häuser niedergebrannt und 22 Juden ermordet worden sein. Dem Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur in Moskau wird von absolut informierter Quelle mitgeteilt, daß alle diese Nachrichten erfunden seien. In der Gegend der jüdischen Kolonien in der Krim, sowohl in den Städten als auch in den Kolonien, herrscht vollkommene Ruhe. Offenbar seien die beunruhigenden Meldungen zu dem Zwecke erfunden worden, um der jüdischen Arbeit in Rußland Schwierigkeiten zu bereiten. Antisemitische Proklamationen in den Straßen Leningrads Moskau, 16. April. (JTA.) Das Organ des kommunistischen Jugendverbandes „Komsomolskaja Prawda“ berichtet, daß in den letzten Tagen in den Straßen Leningrads und in Versammlungssälen antisemitische Proklamationen in Tausenden von Exemplaren verbreitet worden sind. Die Proklamationen wurden in einer Geheimdruk- 'berpollinger Das Münchener Kaufhaus Neuhauser Straße 44 am Karlstor I Bekleidung / Mode / Sport Wohnungsausstattung kerei hergestellt, ihre Verbreitung begann nach einem Gottesdienst in einer Kirche, an welchem 1500 Personen teilgenommen haben, und in der der Geistliche eine antisemitische Hetzpredigt hielt. Er rief den Gläubigen zu, sie mögen das Joch der „Unreinen“ abschütteln. Ein jüdisches Komitee für die Olympischen Spiele 1928 Amsterdam, 16. April. (JTA.) Die Amsterdamer jüdische Jugend rüstet sich zum Empfang der jüdischen Besucher der Olympischen Spiele, die im Sommer 1928 in Amsterdam abgehalten werden. Am vergangenen Sonnabend abend fand auf Anregung des Vereins „Toutseous chajjiem“ eine Zusammenkunft mehrerer jüdischer Jugendvereine statt. Als Vertreter1 des Amsterdamer Rabbinats nahm Herr Rabbiner Sarlouis, als Vertreter der portugiesischen jüdischen Gemeinde Herr Melhado an der Besprechung teil. Die Amsterdamer aschkenasische Gemeinde hat in einem Schreiben ihre Mitarbeit zugesagt. Es wurde über Maßnahmen beraten, wie man den jüdischen Gästen in jeder Hinsicht behilflich sein soll. Die Beschlüsse werden demnächst der Öffentlichkeit mitgeteilt werden. Seitens des Oberrabbinates wird dem JTA-Vertreter mitgeteilt, daß Einrichtungen getroffen werden, um die jüdischen Besucher mit ritueller Kost zu versorgen. Die Hinterlassenschaft Ludwig Monds für die Stadt Kassel London, 19. April. (JTA.) Der im Jahre 1908 verstorbene Ludwig Mond, der Vater von Sir Alfred Mond, hat in seinem Testament 20000 Pfund für Wohlfahrtszwecke seiner-Vaterstadt Kassel in Deutschland bestimmt. Die englische Regierung hat nun, wie die Zeitungen melden, die Angelegenheit so geregelt, daß 60 Prozent der genannten Summe nach Kassel überwiesen und 40 Prozent auf Rechnung von Deutschlands Reparationsschuld gebucht werden. PACKARD verkörpert vornehmen Reichtum Generalvertreter: GEBR. BEISSBARTH / KOHLSTR. 2 beim Deutschen Museum