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Das jüdische Echo · 1928-04-27 · 17 (27.4.1928) · p. Seite 262

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
17 (27.4.1928)
Date
1928-04-27
Page
Seite 262 (sequence 6)
Language
German
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262 Das Jüdische Echo Nr. 17 ren könne, bezog sich nur auf die Förmlichkeiten in Verbindung mit der rumänischen Anleihe und die vom Kongreßmitglied Celler betreffs dieser Anleihe eingebrachte Resolution, bedeutet aber nicht das Einschlagen eines neuen politischen Weges oder ein Abweichen der traditionellen amerikanischen Politik der Sympathie für die unterdrückten Juden in fremden Ländern. In Übereinstimmung mit der erwähnten traditionellen Politik verbleibt Staatssekretär Kellogg in engster Berührung mit der Frage der rumänischen Juden und hat die dem Staatsdepartement seitens amerikanischer jüdischer Körperschaften über Rumänien gemachten Vorstellungen in ernsteste Erwägung gezogen; auch hat die Regierung innerhalb der Grenzen der diplomatischen Gepflogenheit alles, was in ihrer Macht liegt, getan, um eine Besserung der Lage durchzusetzen. Aus der jüdischen Well Staatsanwalt Jacoby Berlin, 20. April. (JTA.) In einem Teil der antisemitischen Presse sind Andeutungen enthalten, daß der in Verbindung mit dem Prozeß gegen Bergmann und Genossen verhaftet gewesene und vor einigen Tagen aus der Haft entlassene Berliner Staatsanwaltschaftsrat Dr. Walter Jacoby jüdisch sei. Der JTA-Vertreter hat sich zur Klärung dieser Frage an den Verteidiger des Staatsanwaltschaftsrates Jacoby, Rechtsanwalt Dr. Klee, gewandt und von ihm folgende Auskunft erhalten: „Es ist unrichtig, daß der Staatsanwaltschaftsrat Jacoby jüdisch oder jüdischer Abstammung sei. Er stammt aus einer Lehrer- und Theologenfamilie,'der Konfession nach ist er evangelisch. Sein Vater, der zuerst in einer märkischen Stadt Gymnasialoberlehrer war, war später ordentlicher Professor der evangelischen Theologie an der Universität Königsberg in Preußen. Auch die Gattin des Herrn Rat Jacoby stammt aus deutscher evangelischer Familie, und zwar aus landwirtschaftlichen Kreisen. Offenbar werden Nachrichten, daß Herr Jacoby jüdischen Ursprungs sei, aus tendenziöser Absicht und vielleicht im Interesse der Wahlpropaganda verbreitet.“ Das Komitee für Schutz der jüdischen Minderheiten tagt in Berlin Berlin, 23. April. (JTA.) Am Sonntag, dem 22. April, begann in Berlin die erste Sitzung des Komitees für Schutz der Rechte der jüdischen Minderheiten (Council on the Rights of Jewish Minorities) in den verschiedenen Ländern Europas, das von dem im vorigen Jahre in Zürich stattgefundenen Kongreß für Schutz der jüdischen Rechte eingesetzt worden ist. An den Beratungen nehmen teil: Professor S. Dubnow, Dr. Leo Motzkin, die jüdischen parlamentarischen Führer Polens J. Grünbaum, Farbstein und Dr. Leon Reich, Dr. Nahum Goldmann, Dr, Emil Margulies (Leitmeritz, Tschechoslowakei), Feinberg (Litauen), Levison (Holland), der ständige Vertreter des Komitees in Genf Zwi Aberson u. a. m. Die Beratungen wurden am Montag fortgesetzt. Zweite Berliner Premiere des Moskauer Jüdischen Akademischen Theaters Berlin, 20. April. (JTA.) Am Donnerstag, dem 19. April, bot das Moskauer Jüdische Akademische Theater unter der Leitung von Alexis Granowsky eine zweite Premiere in Berlin; auch diese ein großes Ereignis in der Berliner Theaterwelt. Im Zuschauerraum bemerkte man zahlreiche führende Männer der Bühne, der Kunst- und der Gelehrtenwelt, so auch den Präsidenten der Akademie der Künste, Max Liebermann, und den genialen Theatermann Max Reinhardt. Im „Berliner Tageblatt“ schreibt Fritz Engel: „Das Moskauer Jüdische Akademische Theater gab auch am zweiten Abend Herrliches. Sehnsucht der Ghetto-Menschen, in Burleske und Traum eingehüllt, mit sicherstem und freiestem Spiel aller Kräfte. Der Erfolg war ganz groß. In der „Vossischen Zeitung“ schreibt Arthur Eloesser: „Wieder eine sehr schöne Leistung. Allgemeiner Erfolg für die Gesamtseele dieser Schauspielkunst, besonders für Michoels und Suskin in den Hauptrollen zweier komisch-sentimentaler Pilger nach Jeruschalajim.“ Antisemitische Propaganda des Bauernführers Raditsch Belgrad, 18. April. (JTA.) Der einflußreiche kroatische Bauernführer Raditsch, der aus innerpolitischen Gründen die von den Bankiers Rothschild und Kuhn, Loeb & Co. vermittelte englische Anleihe für Jugoslavien bekämpft, hat eine antisemitische Propaganda unter der Bauernschaft eingeleitet, die die jugoslavischen Juden, die im Interesse des Landes für das Zustandekommen der Anleihe eintreten, mit Besorgnis erfüllt. Raditsch beschimpft in Bauernversammlungen die Juden, die er die Verderber der Wirtschaft Jugoslaviens nennt, und predigt den Abbruch der Beziehungen zu den Juden. Zum erstenmal wird durch den radikalen Bauernführer das antisemitische Gift in die ‘Herzen der jugoslavischen, insbesondere der kro- Der neue AUSTRO*DAIMLER 6Cylinder,12/70PS Eine umwälzende Neukonstruktion Hirschbold K o m m. - G e s. Fernruf 51355 ^/l N H N Sonnenstr. 19

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