Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 16 (20.4.1928)
- Date
- 1928-04-20
- Page
- Seite 251 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 16 Das Jüdische Echo 251 Stüde 9/40 PS 6Cyl. 3UI 5900.— 16/60 PS 6Cyl. ffUl 7850.— 19/100 PS 8Cyl. 5t# 12600.— Mototechnische Ges., München / Odeonsplatz 12 ab Hamburg Telephon 26397 und 20654 m gemacht. Unter der genannten Schrift, die dem 13. bis 14. Jahrhundert angehört, liegen noch zumindest zehn Meter Lagen übereinander, und es ist fast sicher, daß weitere Untersuchungen bis in die Neuzeit führen werden, aus der im Emek dauernd neue Überreste zum Vorschein kommen. So war es Ende des 2. Jahrtausends, als Ägyptens Macht bis weit nach Nordsyrien reichte, aber sich kaum mehr der von Norden und Osten anstürmenden neuen Völkerschaften erwehren konnte. Ein anderes Bild geben uns Grabungen am entgegengesetzten Ende des Landes. Erst heuer hat der bekannte Forscher Ägyptens, Flinders Petrie, mitten in der Wüste Jehuda, schon südlich von Gaza, einige Hügel aufgedeckt. Es sind auch hier Grenzfestungen, aber vollkommen assyrischen Typus, wie sie im ganzen Bereich der assyrischen Monarchie des achten Jahrhunderts zu finden sind, vielleicht eben jene, die Hiskia zum Schutze gegen Edoin und Ägypten baute. So sehen wir hier die andere Macht, die das Schicksal Palästinas bestimmte, schon ihre Hand ausstrecken und die Symbole ihrer Herrschaft sind ihr drohend voraufgegangen. Wir kennen alle die Ereignisse dieser Zeit, aber sie erfahren durch solche Funde neue Belebung. Der ruhigen Zwischenzeit, die dem Volk vom Niedergang der einen Weltmacht bis zum Aufstieg der anderen freiere Entwicklung seiner Eigenart gewährte, gehört der größere Teil der Funde aus der Davidstadt in Jerusalem an. Doch soll von diesen an anderem Ort die Rede sein. Ein wenig nördlich von Jerusalem, eine der Höhen, die den Horizont der Stadt abschließen, ist Gibea Saul (Tel el-Ful). Es ist die Heimat Sauls, die er und auch die späteren Könige stark befestigten. Eine Zeitlang, während der Philisterinvasion, war Gibea der Sitz des philistäischen Fronvogtes und eine Bestätigung dessen Wäscherei d. Münchener Hausfrau HÖCKER & BÖUEDLE Landwehrstr. 57/59 T. 596858 Hygienisch modernster Betrieb am Platze. Bekannt für erste Qualität. Getrennte Behandlung. Jede Hausfrau kann sich persönlich von der schonendsten Behandlung der Wäsche überzeugen. Waschmittel: Reine Kernseifenflocken 90°/0ig. Haushaltwäsche —Vorhangspannerei — S tärkwäsche—F einbügelei. Größte Lohnwäscherei Münchens Diese Neuerung bietet große Verbilligung. Verlangen Sie Prospekte. Unverbindliche Besichtigung-Abholung und Zustellung mittels Autos. sind die Gefäßtypen, die diesen Lagen angehören und ihre Parallelen nur an den Küstenorten haben. Das Schönste aber, was bisher die archäologischen Forschungen zutage gefördert haben, ist Sichern (bei Nablus). Günstige Umstände bewirkten, daß hier die Grabungen viel leichter und die Ergebnisse auch für den Laien viel sichtbarer waren. Die Stadt war seit dem zehnten vorchristlichen Jahrhundert nicht mehr besiedelt, und so hatte man sich nicht durch einen Berg von jungen Schichten durchzufressen, sondern es gab nur zwei: eine aus der israelitischen Richterzeit, die Stadt des Abimellech, Gideons Sohn, und die andere, die kgnaanäische. Die deutschen Ausgräber, unter Professor Sellins Leitung, lösten die gestellten Aufgaben glänzend. Die bis fünfzehn Meter hohen Ringmauern, die gewaltigen Stadttore.^ der Palast, der riesige Tempel des Bundesbaal (Baal-Berith) mit seinen Kapellen und Wirtschaftsräumen, die auch inschriftlichen Funde (einige Keilschrifttafeln geschäftlichen Inhalts), all das für sich ullein würde genügen, um ein reiches Bild der Kulturzustände jener Zeit zu erhalten. Professor Sellin wird in der nächsten Zeit selbst über seine Ausgrabungen in Berlin referieren, und es sei hier eigens auf seinen Vortrag aufmerksam gemacht. Solche Aufzählungen ließen sich noch lange äuffiihren und bis in Einzelheiten verfolgen. Und was sind die allgemeinen Ergebnisse? Wir haben bisher nur von Bestätigung der biblischen Berichte und ihrer Belebung durch die Ausgrabungen gesprochen. Aber das ist nur der kleinste Dienst, den sie leisten. Wenn wir z. B. die früheren Palastbauten (in Sichern, Megiddo usw.) näher untersuchen, so ergeben sich merkwürdige Parallelen mit Erscheinungen, die wir nur noch in den jüngst erforschten Gebieten der kleinasiatisch-chetitischen Kulturwelt vorfinden. Das gleiche gilt von den Tempeln, den Bilddarstellungen und auch von der Sprache — die auf den Keilschrifttafeln erhaltenen Eigenamen jener vorisraelitischen Bevölkerung sind oft identisch mit den kleinasiatischen und überhaupt nicht semitisch. Das verschiebt unsere ganze historische Vorstellung von jener Zeit. Und das läßt auch neue Aufgaben für die Bibelwissenschaft ersehen. Eine neue gewaltige Macht ist erkannt worden, die mit die geschichtliche Gestalt Israels formte. Und die ebenso wie die anderen erst niedergerungen, geistig besiegt werden mußte, damit das Volk seinen Genius ausleben konnte. Daß ein solcher Kampf nicht spurlos am biblischen Schrifttum vorbeiging, ist selbstverständlich. Dies aufzuzeigen, ist eine der Aufgaben der Zukunft. Eines ist zu bedauern, daß die jüdische Bevölkerung Palästinas so wenig Anteil an diesen Dingen nimmt. Es gibt eine Menge Leute in Beth Alfa, die noch nicht in das eine Stunde weit entfernte Betschean gekommen sind. Und in Jerusalem wissen nur die wenigsten, wo denn überhaupt die Ausgrabungen zu suchen sind. Eine Erziehung, die erstrebt, die Jugend mit dem Lande zu verknüpfen, müßte sie auch zu seiner Vergangenheit und deren Denkmälern führen. 999999^