Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 16 (20.4.1928)
- Date
- 1928-04-20
- Page
- Seite 248 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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248 Das Jüdische Echo Nr. 16 Hajessod zu vervielfachen. In diesem Jahr, in dem in manchen Ländern die Keren-Hajessod-Arbeit eingesetzt hat, müssen schließlich doch noch Rekordeinnahmen für unseren Aufbaufonds erzielt werden. Es gelte einen Schritt vorwärts zu tun, den Schritt ins Freie, der zu einem neuen großen Aufschwung unseres Werkes führen wird. (Ziko) Aus der jüdischen Welt Der Reichsarbeitsminister gegen die Ausschließung sabbathaltender Arbeitsuchender von der Arbeitslosenunterstützung Halberstadt, 13. April (JTA.) Der Preußische Landesverband, gesetzestreuer Synagogengemeinden, Sitz Halberstadt, gibt bekannt: Es ist in letzter Zeit häufig vorgekommen, daß jüdischen Arbeitslosen, die eine Arbeit am Sabbat aus religiösen Gründen ablehnen, die Arbeitslosenunterstützung entzogen wurde. Der Reichsarbeitsminister hat nunmehr auf eine Eingabe geantwortet, er werde zur Vermeidung weiterer Schwierigkeiten beim Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung anregen, daß bei Arbeitsvermittlungsansuchen orthodoxer Isr'aeliten soweit als möglich versucht wird, s i e % i n solchen Stellen unterzubringen,' in denen am Sabbat keine Arbeit verlangt wird. Prof. David Simonsen in Kopenhagen 75 Jahre alt Berlin, 15. April. (JTA.) Der hervorragende jüdische Gelehrte und frühere Oberrabbiner Dänemarks, Prof. David Simonsen, hat am 17. März in Kopenhagen seinen 75. Geburtstag gefedert und war aus diesem Anlaß Gegenstand herzlicher Ehrungen seitens der Judenheit Dänemarks und anderer Länder. Völkerbund und Numerus clausus in Ungarn Genf, 15. April. (JTA.) In Völkerbundskreisen hält man die Frage des Numerus clausus in Ungarn in der Form, wie sie in den Petitionen der jüdischen Organisationen an den Völkerbund aufgeworfen ist, für erledigt. Der Völkerbund hat in der Sitzung des Rates vom 12. Dezember 1925 die Erklärung der ungarischen Regierung, daß sie das Gesetz abändern wolle, in einer offiziellen Resolution zur Kenntnis genommen. Da nun das ungarische Parlament einen abändernden Gesetzentwurf angenommen hat, bestehe für den Völkerbund kein Grund, sich weiter mit dieser Frage zu befassen. Sollte die ungarische Regierung offiziell den Völkerbund von der Abänderung des Gesetzes in Kenntnis setzen und ihn ersuchen, diese Tatsache in einer Sitzung des Völkerbundsrates offiziell zur Kenntnis zu nehmen, so werde diese Frage wahrscheinlich auf die Tagesordnung der im Juni stattfindenden Sitzung des Völkerbundsrates gesetzt werden. Die polnische Regierung setzt das Konzessionsgesetz außer Kraft Warschau, 16. April. (JTA.) Bekanntlich hat die von Grabowski geführte frühere polnische Regierung einen Sejmbeschluß herbeigeführt, wonach die Konzessionen für den Handel mit Tabak und Spirituosen den bisherigen Inhabern entzogen und Kriegsinvaliden verliehen werden. Durch dieses Gesetz wurden etwa 30000 jüdische Familien, die auch sonst wirtschaftlich schlecht gestellt waren, von der Gefahr bedroht, ihre wirtschaftliche Existenz ganz zu verlieren und auf die Straße geworfen zu werden. Eine größere Zahl Konzessionen ist bereits aus den Händen der bisherigen jüdischen Inhaber in die der polnischen Invaliden übergegangen. Die Praxis hat aber erwiesen, daß die Invaliden als Unternehmer nlicht die notwendigen Qualitäten aufweisen, und daß deswegen dem Staatsfiskus ein immer größerer Schaden erwächst. Die jetzige Regierung Pilsudskis hat nun beschlossen, die Verwirklichung des Konzessionsgesetzes zu unterbrechen und sogar die den jüdischen Konzessionären entzogenen Lizenzen den früheren Inhabern zurückzugeben. Palästina-Reise des Rabbi von Radzimin Warschau, 13. April. (JTA.) Der in der chassidischen Welt sehr verehrte Rabbi von Radzimin, Abraham Guterman, begibt sich in diesen Tagen nach Palästina, um zu versuchen, die innerhalb des polnischen „Kolel“ mit Bezug auf die Handhabung des Chalukkah-Wesens ausgebrochenen Streitigkeiten zu schlichten. Jüdische Neusiedler in der Ukraine verlassen die Kolonien Moskau, 31. März. (JTA.) Von 2415 Juden, die sich 1926 in der Ukraine auf dem Lande angesiedelt haben, verlassen jetzt — wie die jiddisch-kommunistische Tageszeitung „Emess“ mitteilt — 37 Prozent die Kolonien, unter ihnen 540 jüdische Neusiedler aus dem Distrikt Krivojrog. Wachsender Antisemitismus in Sowjetrußland Moskau, 12. April. (JTA.) „Prawda“ widmet zwei Spalten dem Problem des wachsenden Antisemitismus unter den russischen Kommunisten und findet es besorgniserregend, daß jüdische kommunistische Arbeiter in den Fabriken von ihren Arbeitskollegen mißhandelt worden sind. Den jüdischen Arbeitern wird das in Rußland verbotene Wort „Zsid“ (herabsetzender Ausdruck für „Jude“) zugerufen, auch die alte Parole „Schlagt die Juden und rettet Rußland!“, wird wieder lebendig. In Charkow haben drei Führer der lokalen kommunistischen Kooperative eine scharfe antisemitische Proklamation veröffentlicht. In Moskau schrieb der kommunistische Beamte Kolbasin an seinen jüdischen Nachbar Ro- GENERALVERTRETUNG JoivHäusler Thierschstr.20-Tel:26482u.296995