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Das jüdische Echo · 1928-04-20 · 16 (20.4.1928) · p. Seite 247

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
16 (20.4.1928)
Date
1928-04-20
Page
Seite 247 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 16 Das Jüdische Echo 247 General Motors Automobile Chevrolet LORIN/ER & CO Oakland Nymphenburger Straße 128/Telephon 61836 La Salle gezogen. Auf den Einwand, die Juden könnten mit einer konfessionellen Schule nicht den Anfang machen, sei zu erwidern, daß die übliche Simultanschule auch konfessionelen Charakter trage; denn die Anstellung eines jüdischen Lehrers an ihr sei unmöglich. Herr Direktor K unreulhe r sucht die unglückliche Position zu retten. Er selbst sei für das Wahlrecht der Ostjuden. Jedoch sei erst vor kurzem von ostjüdischer Seite eine dahingehender Antrag gestellt worden. Eine abtretende Gemeindeverwaltung könne aber eine so wichtige Entscheidung nicht treffen. Außerdem sei die Zeit zu kurz gewesen. Auch konnte er nicht oft genug wiederholen, daß die Nürnberger sich nicht in die Fürther Angelegenheiten einmischen sollten. Demgegenüber erklärte Herr Dr. Bamberger, daß man eine als gerecht erkannte Sache auch dann ausführen müsse, wenn kein Antrag gestellt sei, daß von einer abtretenden Verwaltung nicht die Rede sein könne, weil ja nur ein kleiner Teil ausscheide und daß man die Wahrheit nehmen müsse, woher sie auch komme. Was die Kürze der Zeit (drei Monate) anlangt, so verweise er auf Nürnberg, wo dieselbe Angelegenheit in noch nicht zweimal vierundzwanzig Stunden erledigt worden sei. Herr Heinrich Landau erging sich in Wiederholungen der Ausführungen des Herrn Kunreuther, die aber aus seinem Munde besonders kläglich klangen, da er selbst Ostjude ist. Er wirkte lächerlich, wie er betonte, daß auch er für das Wahlrecht der Ostjuden sei. Für sein Eintreten werden sich die Ostjuden wahrscheinlich bestens bedanken. Herr Dr. Bamberger wusch ihm gehörig den Kopf und wies besonders auf die Unvereinbarkeit seiner Worte in dieser Versammlung mit seinem Verhalten kurz zuvor hin. Er betonte ausdrücklich, daß der Jüdischen Volkspartei weniger an der Erringung von Mandaten liege, als daran, die Verwaltungsmitglieder von der Gerechtigkeit ihrer Forderungen zu überzeugen. Insbesondere scheine die Verleihung des Wahlrechts an die Ostjuden keine Schwierigkeit mehr zu bereiten, da trotz des Vorwurfs der Feigheit durch den Versammlungsleiter, Herrn Dr. Löwengart, niemand sich dagegen ausgesprochen hätte. Hoffen wir, daß in Zukunft nur mehr Erfreuliches aus Fürth zu berichten ist. H. L. TEINACHER HIRSCHQUELLE rein natBrliches Mineralwasser von Weltruf, ärztl. sehr empfohlen bei BLASEN-, NIEREN- und HALSLEIDEN Generaldepot: EDUARD KUHLES I MÜNCHEN LEDERERSTRASSE 12 TELEPHON 20542 Die Einstellung der Arbeitslosenunterstützung in Palästina Die Zionistische Exekutive hat nach Meinungsaustausch zwischen Jerusalem, London und Neuyork beschlossen, die Zahlung von Unterstützungsgeldern an die Arbeitslosen in Palästina einzustellen und durch Vornahme neuer konstruktiver Arbeiten zu ersetzen. Wie bereits berichtet, hatte sich die Arbeitslage in Palästina in den letzten Wochen so weit gebessert, daß zuletzt nur noch 600 £ wöchentlich an Unterstützung gezahlt werden mußten, gegen 1050 £ Anfang Januar. Die Zahl der Arbeitslosen beträgt jetzt 2700. Die Überführung dieser Arbeitslosen zur Arbeit soll auf der Grundlage eines umfassenden und sorgfältig vorbereiteten Arbeitsplanes erfolgen, der u. a. vorsieht: 1. Errichtung des Nathan- Straus-Gesundheitszentrums; 2. Bau des Nordviertels in Tel-Awiw; 3. Bau der Straßen Petach Tikwah— Kfar Saba und Mes’cha—Afuleh; 4. Straßenbauten in Jaffa; 5. Arbeiten in der Quarantänestation in Haifa; 6. Erweiterung der Rutenbergarbeiten am Jordan; 7. Errichtung neuer Postgebäude; 8. Bau des Hospitals im Emek; 9. Wasserversorgungsarbeiten des Nationalfonds. Die Finanzierung erfolgt demnach aus verschiedenen Quellen. Sowohl Fonds der Regierung wie die allgemeinen zionistischen und Spezialfonds, Beiträge der Munizipalitäten und Mittel von Privatgesellschaften werden bei der Budgetierung dieser Arbeiten Zusammenwirken. Dieses Arbeitsprogramm erfordert jedoch eine Ergänzung durch Fortführung des im vorigen Jahr ebenfalls zur Ablösung von Arbeitslosenunterstützungen unternommenen Bauprogramms der Kolonien. Für die Ausführung dieses Programms sind außerhalb des vom Keren Hajessod auf Grund des Kongreßbeschlusses aufzubringenden Budgets noch weitere 25 000 £ erforderlich, die jetzt nach dem Beitrag von Felix Warburg zur Verfügung stehen, und zwar Beitrag Nathan Straus 10 000 £, Felix Warburg 10 000 £, anonym 5000 £. Zur Komplettierung des gesamten Planes für die Liquidierung der Arbeitslosenunterstützung erschien auch eine weitere Beihilfe der Regierung in Höhe von 15 000 £ erforderlich, die als Gewährung einer Anleihe an Tel-Awiw zwecks Rückzahlung von Schulden an die Exekutive gedacht war. Die Palästinaregierung hat jedoch diese Anheihe abgelehnt, aber laut dem „Dawar“ soll anstatt dessen die Straße Petach Tikwah—Kalkilieh ausgebaut, ebenso auch andere Arbeiten vorgenommen werden. An der Kalkiliehstraße dürften 400—500 Arbeiter beschäftigt werden, statt, wie vorher vorgesehen, nur 150. Das Gelingen dieses Planes setzt natürlich die volle Deckung des regulären Budgets voraus. Nur so wird das vom Kongreß beschlossene finanzielle Sanierungsprogramm zugleich mit dem jetzt in Angriff genommenen neuen Bauprogramm durchgeführt werden können. Es ist zu hoffen, daß innerhalb einer nicht mehr allzulangen Zeit die Arbeitslosen endgültig und organisch von der Wirtschaft Palästinas absorbiert sein werden, so daß dann eine neue Alijah einsetzen kann. Die Zionistische Exekutive appelliert daher, die Anstrengungen für den Keren

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