Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 13/14 (30.3.1928)
- Date
- 1928-03-30
- Page
- Seite 218 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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218 Das Jüdische Echo Nr. 13 und lustigen Szenen aus dem Fahrtenleben. Mit großer Leichtigkeit und gewandtem Vortrag spielte Herr Kleinbauer die Romanze in F-Dur von Beethoven mit Herrn Goldberg zusammen sowie die Ecossaisen von Beethoven und das Impromptu B-Dur von Schubert. Zum Schlüsse kam das Purimstück von — Goethe. Auf dem ^Jahrmarkt von Plundersweilern“ wurde unter Einsetzung des Orchesters unter Heinrich Lamms Leitung der versammelten Volksmenge die Purimgeschichte vorgeführt. Leider wurde noch vor Hamans Hinrichtung das Publikum auf der Bühne und im Zuschauerraum mangels einer Fortsetzung des Goethe’schen Fragments von der Polizei „gebeten, ganz ruhig jetzt hinwegzutreten“. A. B. Jüdischer Jugendverein München. Die Spielgruppe des Jüdischen Jugendvereins brachte im Cherubinsaal Leonce und Lena von Büchner zur Aufführung. Dieses romantische Lustspiel vom Prinzen und der Prinzessin, die gerade auf der Flucht vor der festgesetzten Hochzeit sich finden und heiraten, stellt die Schauspieler vor keine leichte Aufgabe. Es geht nicht den geraden Weg der klaren Fabel, sondern verweilt oft abseits im Gebiete eines geistreichen, zugespitzten Dialoges. Ob allerdings in diese ferne Welt der unendlichen Faulheit, der anstrengungs- und denkfeindlichen Träumerei gehäufte Anspielungen auf Tagesereignisse ihren Platz haben, scheint sehr fraglich. Abgesehen davon war die Aufführung mit ihrer drastischen Hervorhebung aller komischen Momente sehr gelungen. Das Hauptverdienst dabei hat Herr Holsboer, der als Spielleiter zeichnete, aber besonders in der Rolle des philosophischen Narren Valerio stürmisches Lachen vervorrief. Auch die anderen Mitwirkenden haben sich jeder redlich einen Anteil an dem Erfolge verdient, besonders der verstandesstarke König Herrn Lindners mit seinen ihm immer unterlegenen Untertanen, den Herren Waldner, Knoblauch und Erck, der verklärt faule Prinz Herrn Louis Knoblauchs und die endlos naive Prinzessin Frl. Camnitzers mit ihrer allzeit gerührten Gouvernante Frl. Spinner. Sehr schön spielte das Trio mit Frl. Wallach-Hesse am Flügel die gut passende Musik Schuberts. E. E. Bar-Kochba, München. Am 7. und 8. April 1927 (Osterfeiertage) findet in der Umgebung von Regensburg eine Treffahrt mit dem Bar-Kochba Nürnberg statt. Diejenigen, welche daran teilnehmen wollen, können sich bei Leo Fleischer, St.- Paul-Straße 9, bis spätestens Montag abends melden. Deutscher Sp.V. II : Bar-Kochba 6:3 (4:1). Daß die erst seit kurzer Zeit spielende Barkochbaelf gegen die Reservemannschaft des württembergisch-bayerischen Meister nicht viel zu bestellen hat, war jedem klar, der mit den Verhältnissen im Handballsport vertraut ist. D.S.V. hatte keinen schwachen Punkt, stellte eine feste, durchtrainierte Elf und demonstrierte ein System, gegen das man machtlos ist, wenn man trotz Fleiß und heftigem Widerstand selbst nicht in dem Besitz der Technik ist. Bei Bar-Kochba war das Spiel insbesondere in der 1. Halbzeit vollkommen zerrissen, Kornhauser Jos. im Tor ist an der Niederlage unschuldig, die Verteidigung mit Finkei und Kornhauser 0. arbeitete überraschend gut, war aber überlastet, da die Außenläufer die schnellen D.S.V.- Stürmer nicht halten konnten. Außer Schuster, als Mittelläufer, der den D.S.V.-Leuten hauptsächlich in der 2. Halbzeit stark zusetzte und sich auch in dieser Zeit mehr der Unterstützung des Sturmes annahm, waren seine Nebenleute lediglich defensiv tätig, eine Taktik, die sich nicht bewährte. Bei den reduzierten Leistungen des Sturmes ist zu bedenken, daß er eine der besten' Deckungen und eine ausgezeichnete Verteidigung gegen sich hatte und nicht sehr reichlich mit brauchbaren Vorlagen gefüttert wurde. Der Spielverlauf. Bar-Kochba fängt den Ball von D.S.V. sofort ab und erzwingt bereits in der dritten Minute einen 13-Meter-Strafwurf, den Goldstern zum Führungstreffer verwandelt. Nun beginnt eine Feldüberlegenheit des D.S.V., und in gleichen Abständen fallen die vier Tore der 1. Halbzeit. Die Angriffshandlungen des Bar-Kochba beschränken sich auf durchbruchartige Vorstöße, die aber nichts einbringen. In der 2. Halbzeit leitet nun Bar-Kochba gute Angriffe ein, Schuster wird der treibende Mann in der Elf und wirft den Sturm immer wieder nach vorne. Auf Flanke von Gröbel kann Goldstern den zweiten Treffer für Bar- Kochba buchen, doch kommt zeitenweise D.S.V. wieder auf und kann den fünften und sechsten Erfolg für sich verzeichnen. Es schält sich nun eine kleine Überlegenheit von Bar-Kochba heraus, die sich in einigen erzwungenen Ecken ausdrückt, doch landen die Würfe im Aus oder in den Händen des Torwächters. Erst gegen Schluß gelingt es dem Bar-Kochbaner Sturm sich gut durchzuspielen und wieder ist es Goldstern, der das dritte Tor erzielt und das Endergebnis herstellt. Leichtathletik-Abteilung: Anläßlich des Meisterschaftskampfes D.S.V. gegen Darmstadt wurden alle Wettspiele abgesetzt und sämtliche Mannschaften aufgefordert, dem Treffen, das morgen vormittags V^W Uhr auf dem Sportplatz an der Marbachstraße stattfindet, beizuwohnen. Das Training der Handballer sowie der Leichtathletik-Abteilung findet morgen nachmittag 3 Uhr auf dem Säbenerplatz statt. Jüdischer Kulturverein „Perez“. Samstag, den 24. März 1927, fand im Lessingsaale ein Vortrag von Herrn Dr. Raphael L e v i über „Die Schönheit der Bibel“ statt. Zur Illustrierung des Vortrages, dem eine zahlreiche Zuhörerschaft interessiert folgte, las der Referent von ihm selbst übersetzte Proben aus Jesaia, Jeremia und Jechesket und den Sprüchen Salomos vor. Einige tiefe Gedanken über die ethische Bedeutung der Bibel für die Menschheit umrahmten den wertvollen Vortrag. Jüdischer Kulturverein J. L. Perez, München. Heute, Samstag, den 31. März 1928, fällt der hier angezeigte Vortrag des Herrn Katz aus, da derselbe Uccius iff p für Sie jS^ofRärfcfmer (Segr. 15Z4 ‘Jt&fxolung ®cl. 20519 v_^ 1 v— elbaufhevoahxnnq ^efiSertäffraße 14/15 "2$ ollroare«, gfoffe, 'glcppicftc ufro. im