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Das jüdische Echo · 1928-03-30 · 13/14 (30.3.1928) · p. Seite 219

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
13/14 (30.3.1928)
Date
1928-03-30
Page
Seite 219 (sequence 27)
Language
German
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Nr. 13 Das Jüdische Echo 219 erkrankt ist. — Um 8.30 Uhr findet im Lessingsaal eine Vorstandssitzung statt, und laden wir alle Mitglieder des Vereins ein, daran teilzunehmen. Die Vorstandschaft. Jüdischer Gesangverein München. Wir veranstalten am Samstag, dem 19. Mai, abends 8 Uhr, im Cherubinsaal einen Gesellschaftsabend. Der erste Teil bringt ein Konzert, das dem Andenken von Schubert gewidmet ist, dessen hundertjährigen Todestag in diesem Jahr allgemein gedacht wird. Als Instrumentalsolistin wurde die bekannte Geigerin Anni Steiger-Betzak (Frankfurt a. M.) gewonnen. Der zweite Teil ist als Wiener Abend mit Tanz gedacht (Hauskapelle des Hotels Vier Jahreszeiten). Wir bitten dringend sämtliche aktiven Mitglieder unsere Probeabende pünktlich zu besuchen. Nürnberg. Am 23. Februar sprach Dr. Stefan Löwengart in der hiesigen Ortsgruppe über das Thema: „Streiflichter zur Lage in Palästina“. Auf Grund seiner Erfahrungen im Lande schilderte er den Verlauf und die Wirkungen der Krise. Er erörterte die Fehler unseres Kolonisationswesens, besonders von technisch-geographischen Gesichtspunkten aus, zeigte aber auch eine Reihe äußerst hoffnungsvoller Ansätze, die wegweisend für die Zukunft sein können. Im Pflanzungsbau, besonders in der immer mehr zunehmenden Kultur der Citrusfrucht, sieht er das wirtschaftliche Fundament unseres Aufbauwerkes. Einzelheiten über weitere, im Fortschreiten oder Beginn befindliche Werke, z. B. über den geplanten Hafen in Haifa, den Ausbau der Wasserkräfte, das Tote-Meer-Projekt und die neuen Bodenkäufe des KKL schlossen sich an. Zum Schluß erörterte der Referent die Frage der Ansiedlung deutscher Zionisten und forderte aut Grund von Vorschlägen ein aktiveres Eingreifen des deutschen Zionismus für seine Landsleute in Palästina. Von einer solchen Tätigkeit wäre auch eine Belebung unseres zionistischen Lebens im Galuth zu erwarten. An den Vortrag schloß sich eine angeregte Diskussion an. Die Vorschläge des Referenten fanden allgemeine Zustimmung. « Nürnberg. Zionistische Ortsgruppe. Am Donnerstag, dem 15. März, fand im Grünen Zimmer des Hotels „Deutscher Hof“ die diesjährige ordentliche Generalversammlung statt. Nach kurzen Tätigkeitsberichten des ersten Vorsitzenden, des Kassiers und der Kommissare für die beiden Fonds, wurde Decharge erteilt. Die Neuwahlen brachten im großen und ganzen eine Wiederwahl der bisherigen Vorstandschaft. Die wesentlichen Ämter wurden folgendermaßen besetzt: Dr. Meinhold Nußbaum, 1. Vorsitzender; Dr. Rudolf Liebstädter, 2. Vorsitzender und Keren-Kajemeth-Kommissar; Herri Bein, Kassier, Schriftführer und Kommissar für hebräische Arbeit; Siegfried Kahn, Keren-Hajessod-Kommissar; Frau Ghitta Hillmann, Max Gorski, Sal. Heinemann, Beisitzer; Dr. J. Bamberger, Vertreter des Misrachi; Dr. Stefan Löwengart, Vertreter der Fürther Sektion. Nürnberg. Am Montag, dem 19. März, abends 8.30 Uhr, sprach Frau Gerda Arlosoroff in einer von der Zionistischen Ortsgruppe Nürnberg- •Fürth und von dem Verband Jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina einberufenen Versammlung über „Frauenfragen in Palästina“. Die Rednerin betonte die weitgehende Ähnlichkeit der Frauenfrage in Palästina mit der der europäischen Welt. Es werde zwar in Palästina kein Kampf um die Gleichberechtigung der Frau geführt, da mit Beginn der zionistischen Arbeit Frauen an maßgebender Stelle mitberieten und mitarbeiteten und verantwortliche Stellen besetzten, aber die Frauenfragen in Palästina sind doch wie überall Fragen der arbeitenden Frau. Frau Arlosoroff gab einen klaren Überblick über die Entwicklung der landwirtschaftlichen Mädchenschulen und Lehrfarmen, über die handwerkliche Ausbildung der Chaweroth in den Städten und über die Tätigkeit der orientalischen Jüdinnen. Die ganze Frauenfrage muß unter dem Gesichtspunkt der Qualifizierung der Frau betrachtet werden. In Palästina herrscht eine Atmosphäre der Arbeit und nur die Frau, die imstande ist, sich zu qualifizieren, wird sich im Lande eingliedern und durchsetzen können. So sind z. B. jene heldenhaften Frauen, die am Wege Steine klopfen, ein Aktivposten für den zionistischen Aufbau, trotz der Gefahren, welche diese Arbeit für den Nachwuchs mit sich bringt. Dagegen wird durch die Nichtzionistinnen, die lediglich als Gattinnen der Zionisten ins Land kommen und nicht mit dem Aufbau verwachsen sind, sich erfahrungsgemäß nicht qualifizieren, die Tätigkeit ihrer Männer gehemmt und damit der ganze Aufbau aufs Schwerste gefährdet. Eine ideale Lösung hat die Frage der Kindererziehung in den Kwuzoth gefunden. Prof. Franz Oppenheimer nannte diese Gemeinschaftserziehung der Kinder „die Erziehung der kleinen Lords.“ An den Vortrag schloß sich eine kurze Diskussion an. Bedauerlich war der schlechte Besuch der Versammlung, um so mehr, als die Vortragende es verstanden hat, in der kurzen Zeit einen umfassenden Überblick und reiche Informationen zu geben. Schachklub „Lasker“, München. Während der Pessach-Woche fällt unser Schachabend aus. Die Vorstandschaft. Hebräische Sprachschule Nürnberg. Am Montag, dem 2. April, abends halb 9 Uhr, im Sekretariat der Israelitischen Kultusgemeinde, Neue Gasse 12/1, findet unsere nächste Sichah statt. Herr A. Percikowitsch wird über: „Micha Josef Lebensohn, zum 10 0. Geburtstag“ sprechen. An alle Freunde der hebräischen Arbeit und an die Teilnehmer der Kurse und Privatstunden ergeht freundliche Einladung. Ihre Kinder haben keinen jüdischen Lesestoff? Abonnieren I M Sie doch l/aj LclT Zeitschrift für die jüdische Jugend Jedes Postamt.. Jeder Briefträger Verlag B. Heller München Herzog-Max-Straße 4

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