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Das jüdische Echo · 1928-03-30 · 13/14 (30.3.1928) · p. Seite 217

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
13/14 (30.3.1928)
Date
1928-03-30
Page
Seite 217 (sequence 25)
Language
German
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Nr. 13 Das Jüdische Echo 217 lieh interessanten Beitrag zur Erkenntnis der treibenden Kräfte im deutschen Judentum im Zeitalter der Emanzipation. Es ist außerordentlich interessant zu sehen, wie sehr doch die Rothschilds in vielen Dingen von einem in dieser Form und unter diesen Umständen spezifisch jüdischen Geltungsbedürfnis bestimmt sind, wie sehr der Wunsch, anerkannt, beachtet zu sein, sie bewegt; auch bei ihrem im übrigen durchaus starken und aktiven Eintreten für die Interessen der jüdischen Öffentlichkeit. Man erwartet mit Spannung den zweiten Band des vom Inselverlag vorzüglich ausgestatteten Werkes. G. M. Max Jungmann, Jochanan von Giskala. Verlag Horodisch & Marx, Berlin. Dieses Schauspiel behandelt den Fall der letzten galiläischen Festung, Giskala, die Belagerung und den Fall Jerusalems* Die Regeln des alten Dramas kennt der Autor ebensowenig wie er vesteht, ein neues zu schreiben; die Sprache ist ungepflegt, nicht frei von Banalitäten und grammatischen Fehlern.Die Charakterisierung ist oberflächlich und schematisch. Wo sich Konflikte ergeben, folgen sie aus einer zufällig erscheinenden Konstellation, nicht aus persönlicher oder nationaler Eigenart. Dieser Gegenstand hätte doch eine verantwortlichere Behandlung erfordert. Heinrich Lamm. Gemeindenu. Vereins-Echo Zionistische Ortsgruppe München. Donnerstag, den 15. März, fand die ordentliche Generalversammlung der Zionistischen Ortsgruppe statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung hielt Herr Jusizrat Dr. Emil Fränkel einen warmen Nachruf für die im verflossenen Jahr verstorbenen Mitglieder Jakob Fränkel und Friedrich Silbermann. Herr Dr. Gutmann als erster Vorsitzender erstattete hierauf Bericht über die Arbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr und wies auf die günstigen Erfolge vor allem im Zusammenhang mit der Weizmann- Aktion hin. Den Kassenbericht ersattete Herr Schachno, den Bericht über den Keren Hajessod Herr Lichtenauer, über den Keren Kajemeth Herr Feder, über die Schekelaktion Herr Harburger, über die Hebräische Sprachschule und das Palästina-Amt Herr Grünbaum. Nach vorgenommener Entlastung des Vorstandes wurde zur Neubesetzung der Ämter geschritten. Die Wahlen ergaben folgendes Resultat: 1. Vorsitzender: Justin Lichtenauer; 2. Vorsitzender: Justizrat Dr. Fränkel; Kassier: Josef Schachno: Schriftführer: Dr. Emrich; Keren- Hajessod-Kommission: Lustig, Lichtenauer, Dr. Weihl, Grünbaum, Hirsch; Palästina-Amt: Paul Griinbaum; Keren - Kajemeth - Kommission: Dr. Schäler, Feder, Frau Harburger; Vertreter der einzelnen Organisationen: Horn (Gesamtausschuß der Ostjuden), Dr. Beer (K.J.V.), Masur (Bar Kochba), Gertrude Weil (Jüdische Frauengemeinschaft), Lustig und Dr. Weiß Delegierte zur Mitarbeit im Bar Kochba; Hebräische Sprachschule: Griinbaum, Justizrat Dr. Straus, Dr. Schäler, Dr. Weihl, Dr. Ettingef, Justizrat Dr. Fränkel; Presse-Ausschuß: Jakob Reich, Dr. Sigbert Feuchtwanger, Justizrat Dr. Fränkel, Theo Harburger, Dr. Raphael Straus; Schekelkommission: Camilla Hohenberger, Theo Harburger; Kommission für Gemeindeberichte: Dr. Julius Siegel, Dr. Perlmutter; Kassenrevisoren: Max Landmann, D. Horn; Erweitertes Arbeitskomitee: Justizrat Dr. Straus, Dr. M. J. Gutmann, Dr. Schäler, Dr. Emrich, Dr. Seide, Jakob Reich, Justizrat Fränkel, Hans Machol, Schl. Monheit. Aus der Versammlung wurde angeregt, dem langjährigen Vorsitzenden, Herrn Justizrat Dr. E. Straus, den Ehrenvorsitz anzutragen für die unschätzbaren Dienste, die Herr Dr. Straus der Ortsgruppe und der ganzen zionistischen Sache schon geleistet hat. Diese Anregung wurde mit Begeisterung aufgenommen und einstimmig zum Beschluß erhoben. Zionistische Ortsgruppe München. In ihrem leider nicht sehr gut besuchten Vortrag über „Die Entwicklung der jüdischen Palästinakolonisation in den letzten drei Jahren“ am 20. März im Rheinischen Hof gab Frau Dr. Gerda Arlosoroff, die bekannte palästinische Korrespondentin der Jüdischen Rundschau, einen ausgezeichneten und instruktiven Überblick über die augenblicklich aktuellen Probleme und über die Zukunftsperspektiven des jüdischen Kolonisationswerkes. Sie skizzierte kurz seinen Beginn und sein allmähliches Anwachsen" und behandelte dann ausführlicher die Fragen der landwirtschaftlichen Kolonisation und ihrer Formen, sowie der für Palästina besonders geeigneten Wirtschaftssysteme und Anbaupflanzen, wobei sie besonders hervorheben konnte, daß gerade die Landwirtschaft in nichts von der Krise berührt sei und sich, wenn auch langsam, aus eigener Kraft fortentwickeln könne. Die Industrie stecke immer noch in den Anfängen, ein Vorwärtsdrängen der jüdischen Produktion könne jedoch konstatiert werden, jüdische Fabrikate erobern nicht nur den Markt Palästinas, sondern werden zum Teil auch schon in die Nachbarländer exportiert. Die Krise und ihr wesentlichstes Symptom, die Arbeitslosigkeit, seien nicht etwa darauf zurückzuführen, daß man in Palästina zu viel Menschen habe, ihre Ursache sei einzig und allein der Kapitalmangel. Man müsse aus den bisherigen Erfahrungen für die weitere Arbeit lernen und dürfe im besonderen nicht vergessen, daß das Schicksal des jüdischen Aufbauwerkes in Palästina noch für längere Zeit von den Anstrengungen der Juden im Galuth abhängig sei. Reicher Beifall lohnte die interessanten und verdienstlichen Darlegungen der Rednerin. Die Purimfeier des B. J. P. „Kadimah“ unter Mitwirkung des jüdischen Kammerorchesters verlief sehr unterhaltsam und entsprach viel mehr als die auch an dieser Stelle besprochene Kleistfeier dem Leben dieser jüdischen Jugend. Den Anfang machte das concerto grosso in D-Moll von Händel, ein Werk, dessen Schwierigkeiten dieses Dilettantenorchester in erstaunlichem Maße Herr wurde. Es folgte mit besonderer Spannung erwartet ein hebräisches Theaterstück nach der Bibel: „David und Goilath“. Wenn auch die ungewohnte Sprache für die Mitwirkenden manche Klippe bildete, so ist doch schon der Versuch und darüber hinaus der Fleiß bei der sprachlichen und mimischen Einstudierung des reichen Beifalls wert. Sehr schön gelang dann den Herren Dr. Feuchtwanger und Schapira die Interpretation der E-Dur-Sonate für Geige und Klavier von Händel. Ebenso wurde viel das Rondo von Mozart beklatscht, das die Herren Kleinbauer, Salinger, Goldberg und Frl. Großwirth vorführten. Ein Bild von den Wanderungen des Bundes gab der Film eines Berliner Zuges von seiner Tiroler Fahrt mit hervorragenden Landschaftsaufnahmen

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