Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 13/14 (30.3.1928)
- Date
- 1928-03-30
- Page
- Seite 215 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Die eingehende Darstellung der Ausgrabungen klassischer Synagogen ist sicher als eine Bereicherung des Werkes zu betrachten, obschon damit der Rahmen, der im Titel seine Begrenzung findet, gesprengt wird. In diesem Zusammenhänge kann nicht verschwiegen werden, daß der Titel wegen der vom Verfasser gewählten oberen Zeitgrenze unzutreffend erscheint. Der Verfasser vertritt die Anschauung — die aus einem bestimmten Gesichtswinkel heraus ihre Berechtigung hat —, daß der Beginn der „Neuzeit“ für die Juden noch nicht den Anbruch einer „neuen Zeit“ bedeutete, daß vielmehr durch die Abschließung von der allgemeinen Kultur die Juden länger in der mittelalterlichen Entwicklungsstufe stecken geblieben seien. Dieses Außerachtlassen des allgemeinen Sprachgebrauches — das Mittelalter ist um 1500 zu Ende, ebenso wie kunstgeschichtlich mit der Gotik eine ganze Zeitepoche abschließt — führt zu einem Mißverständnis über den Titel des Buches. Eine Folge dieses Mißverständnisses ist dann natürlich, daß der Zeitpunkt, bis zu dem „mittelalterliche“ Bauauffassungen bei der Errichtung von Synagogen vorherrschten, sich nicht genau bestimmen läßt und, daß dadurch die Reihe der dargestellten Bauten willkürlich gewählt erscheint. Die in hohem Maße anerkennenswerte Arbeit Krautheimers geht in ihrem allgemeinen Teil der baulichen Entwicklung mit gutem Verständnis nach. Zu dem wertvollen Hinweis, daß die Predigerordens-Kirchen wegen ihrer Eigenschaft als Versammlungsraum (mehr denn als Kultbau) vorbildlich wurden, mag ergänzend vermerkt werden, daß die Vermeidung der ominösen Dreizahl in der Einteilung der Schiffe die Juden gewiß auch zur Verwendung des zweischiffigen Raumes lockte. Desgleichen durfte — nachdem bereits der engere Rahmen verlassen war — für die später entstandenen Synagogen auf die Kongregations-Säle als Vorbilder hingewiesen werden. Der Einzelbehandlung von Synagogen — unter denen sich auch solche in Bayern befinden — ist wenig hinzuzufügen. Vielfach — z. B. in Bamberg — sind die ehemaligen Synagogen so gründlich umgebaut worden, daß ihre Behandlung in diesem Zusammenhang nicht gerechtfertigt ist. Im ganzen also haben wir es mit einer hocherfreulichen Neuerscheinung zu tun, die — von kleinen Irrtümern abgesehen — jedem ernsthaften Freunde der jüdischen Vergangenheit begründetes Wissen übermittelt. Durch gute Ausstattung und vorbildlich zum Abdruck gelangte Abbildung hat der Verlag das Seine getan, um dem Werke Freunde gewinnen zu helfen.Theo Harburger. Bücher und Zeitschriften ournh 'enae» ‘,1^0 Handwörterbuch zu Talmud, Midrasch und Targum. Hebräisch, Deutsch, Englisch von Baruch Konpnik und Dr. A. M1. Silbermann. In 2 Bänden. — Shapiro, Vallentine & Co., London 1927. Alleinvertrieb für Deutschland: Hebräscher Verlag „Menorah“, Berlin. Die Überflutung des hebräischen Büchermarktes mit anastatischen Drucken ist nachgerade zu einer Nachkriegs-Kalamität geworden. Um so erfreulicher ist es, wenn jetzt im rührigen Verlag Shapiro, Vallentine öl Co., London, I. MÜNCHENER PLISSEE-BRENNEREI FRANZ QRUBER, MÜNCHEN Hohlsaum, Knöpfe, Endeln, Kanten, Kostümstickerelen Rurgstraße16/3 Knopflöcher Telephon 22 975 ein Werk im Neudruck erscheint, das typographisch auf der Höhe ist. Dieses Handwörterbuch zum Talmud füllt eine seit Jahrzehnten fühlbare Lücke auf dem Gebiete der hebräischen Lexikographie aus. Das Ziel, das sich offenbar die Verfasser gesteckt, ist erreicht und als recht geglückt zu bezeichnen. Es beseitigt die unübersichtliche Darstellungsweise der Wörterbücher von Levy und Jastrow und erfordert kaum ein Drittel von deren Anschaffungskosten; von den Unzulänglichkeiten eines Dalmann ganz zu schweigen. Für jede Wortbedeutung ist ein markanter Beleg aus Talmud, Targum oder Midrasch beigefügt. Die Übersetzung ist äußerst klar und prägnant gehalten, die neueste Forschung auf dem Gebiete der talmudischen Lexikographie voll berücksichtigt. Bemerkenswert ist die neuhebräische Übertragung, die überall treffend den Wortsinn wiedergibt. Was aber dem Werk eine besondere Note verleiht vor allen Lexicis dieser Art und ganz eklatant hervortritt, ist die ausgezeichnete Klarheit und Übersichtlichkeit der Darstellung und die streng alphabetische Reihenfolge der Begriffe, sowie eine umfangreiche talmudische Phraseologie. Die Abbreviaturen sind innerhalb der Darstellung dem Alphabet eingefügt. Dazu kommt eine sehr vornehme Ausstattung des Werkes. Warum freilich die griechischen und lateinischen Lehnworte als solche nicht gekennzeichnet sind, ist nicht ersichtlich und sollte dieser Mangel bei einer Neuauflage, wenigstens in einem Anhänge, beseitigt werden. Man mag wohl über die oder jene Begriffsbedeutung insbesondere über Wurzelbestimmungen bei Verben aus philologischen Gründen anderer Meinung sein als die Verfasser. Auf jeden Fall wird dieses Handwörterbuch für den Lehrenden und Lernenden ein Nachschlagewerk von eminent praktischem Nutzen sein. Dem Werke ist weiteste Verbreitung zu wünschen. Möge es ein gut Teil dazu beitragen, das Studium des Talmuds und des Midrasch in weitesten Kreisen zu wecken und zu fördern. Dr. David Strumpf. Revue litteraire juive, Paris. Die in Paris erscheinende Monatszeitschrift, welche soeben in das zweite Jahr ihres Erscheinens tritt, zählt die besten Schriftsteller Frankreichs zu ihren Mitarbeitern. Namen wie Edmond Fleg, Henry Marx, Joseph Kessel, Yvonne Netter, Maxa Nordau und Aimee Palliere haben in den Kreisen des jüdischen Publikums guten Klang. Die Revue litteraire juive will einerseits das französische Judentum mit den Schätzen der hebräischen und jiddischen Literatur bekannt machen und gleichzeitig auch dem Auslandspublikum die Schöpfungen der im französischen Sprachkreis schaffenden Juden zugänglich machen. Die Monatsschrift hat soeben für Deutschland, Österreich und die Tschechoslowakei eine Zweigredaktion in Brünn (Tschechoslowakei), Ruzovä 4, errichtet und bittet, Einsendungen redaktioneller und administrativer Natur an diese Adresse zu richten. Der Abonnementspreis beträgt 70 Frs. jährlich, 35 Frs. halbjährlich.