Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 13/14 (30.3.1928)
- Date
- 1928-03-30
- Page
- Seite 212 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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212 Das Jüdische Echo Nr. 13 hält das Lied vom Sabbatausgang „Eliahu hanowi, Eliahu hanowi.“ „Deswegen singt Rebb Mosche mit solchem Feuer Eliahu hanowi. Deswegen gibt man uns hier an jedem Sabattausgang einen siedenden, neugekochten ,Barsch“. „Das zweite verbogene Blättchen ist aus der Hagada, vom Aphikomon! gerade so wie der Rabbi versprochen:“ Juden! Brüder! Kinder! fährt Rebb Mosche fort; nachdem der heilige Soldat verschwunden war und ich diese beiden verbogenen Blätter im Siddur gesehen, begann ich zu lachen und zu weinen, zu tanzen und zu zittern, ich schrie: Etelleben! Wir haben den Propheten Eliahu gesehen! Noch in jener Nacht reiste ich mit meiner Frau zum heiligen Rabbi — sein Andenken bringt Segen. Lieber, teurer Rabbi, rief ich, ich habe Eliahu gesehen! Er war unser Gast! Ich erzählte ihm alles, was sich ereignet hatte. Der Rabbi lachte — sicherlich, weil er diese Geschichte von selbst kannte. Rebb Mosche! sagte er: — Mit Stolz bemerkt Etel: Der Rabbi, der jeden mit Du angesprochen, nannte meinen Mann „Rebb“. Ja! Ja! Rebb Mosche hat er gesagt. — Eliahu heilt die Kranken, speist die Armen, bringt Trost den Trauernden und verbreitet den Frieden. Tue auch du Gutes, hilf den Unglücklichen, damit sie in dir einen Propheten Eliahu erblicken. Der junge Chassid, der während der ganzen Zeit oft zu Sima blickte, spricht: Sehr gut hat der heilige Rabbi erklärt. Rebb Mosche wendet sich seiner Tochter zu und sagt: Simale! weil ich dem Rabbi den Aphikomon zurückgegeben, hat er meinen Gedanken erraten und mich mit dem Propheten Eliahu zusammengebracht. Weil du mir den Aphikomon gegeben, soll dieser Becher, der ein „Iluj“ und „Mijuches“4 ist — er war ein wenig von der „Haskalah“5 „angebrannt“, aber meine Geschichte hat ihn gerettet, — er soll dein Chossen6 sein. Teurer, lieber Vater, ruft Sima. — Für mich waren S i e der Prophet Eliahu, meint der junge Chassid. — Eigentlich habe i c h den Schidduch7 durchgeführt, bemerkt der anwesende Heiratsvermittler.— Masel Tow! Masel Tow, Rebb Mosche Aphikomon! schreien im Chor alle Chassidim. 4 Leuchte. 5 Aufklärung. ö Bräutigam. 7 Eheschließung. Personalia Dr. David Grünbaum Am 26. März ist Dr. David Grünbaum (Nürnberg) einer plötzlichen schweren Krankheit erlegen. Sein Hinscheiden bedeutet für alle Palästinafreunde einen schweren Verlust. Ein echter Sohn seines während eines Besuches in Palästina verstorbenen Vaters hat Dr. Grünbaum trotz seiner außerordentlich starken Inanspruchnahme als Arzt immer Zeit und Liebe gefunden, sich für die Interessen der jüdischen Allgemeinheit und für die Wiederbelebung des jüdischen Gedankens in aufopfernder Weise einzusetzen. Es war für den ihm näherstehenden erstaunlich und ergreifend zu beobachten, wie dieser ungewöhnliche Mensch persönliche Bequemlichkeit, ja die dringend für seine Erholung notwendigen Musestunden opferte, um dort, wo er gebraucht wurde, sich einzusetzen. Und so wurde er nicht gebraucht? Als Vorsitzender der Jüdischen Volkspartei in Nürnberg war er es, der für den Einzug eines fortschrittlichen Geistes in die Gemeindeverwaltung mit in erster Linie arbeitete, wobei ihm der ihm angeborene Takt und die Herzlichkeit seines. Wesens trotz seiner schwierigen Aufgabe alle Reibungen vermeiden ließ. Der Keren-Hajessod hatte an ihm einen seiner wärmsten Anhänger, die repräsentativsten Veranstaltungen, wie der Besuch von Lady und Sir Herbert Samuel fanden in seinen gastlichen Räumen statt. Für die jüdische Jugend hatte er stets begreifendes und förderndes Verständnis, so daß auch sie von seinem Heimgang schwer betroffen wird. Dank seinem feinen und vorurteilsfreien Einfühlungsvermögen konnte er während der Kriegsjahre im Osten innere Beziehungen zu der dortigen jüdischen Bevölkerung herstellen und Verständnis für ihr wahres Wesen gewinnen. Sein Leben war reich an Höhepunkten, weil sein stets offenes und für geistige Eindrücke so besonders empfängliches Herz ihn zu einem Lebenskünstler im höheren Sinne bestimmte. Das stärkste Erlebnis für ihn war aber, wie er es oft in seiner prachtvollen Weise in Vorträgen und in Privatgesprächen darlegte, sein Besuch im Lande der Väter, in dem Lande, in dem auch sein Vater die letzte Ruhestätte fand. Wie stolz fühlte er sich als Jude, wenn er versichern konnte, daß für ihn alle Schönheit Italiens und Griechenlands durch den herrlichen Blick vom Karmel herunter überstrahlt wurde, wenn er begeistert von dem freien Leben eines neuerstehenden jüdischen Volkes in Palästina berichtete. Ein tragisches Geschick hat ihn, in der Mitte seines Lebens in einem stetigen Aufstieg hinweggerafft. Mit seiner Familie trauern um ihn Tausende, seine Freunde, seine Patienten und alle die, die das Glück gehabt haben, diesen seltenen Menschen kennen zu lernen. Der Name Dr. David Grünbaum wird als der eines lieben Freundes und Führers in Nürnberg unvergessen bleiben. R. L. Himbeersaft mit 65Zucker eingekocht, hocharomatisch, erstklassige Ware Feinste Konfitüren und Marmeladen Pfifferlinge in Dosen Äpfel- und Beerenweine Fruchtschaumweine liefert zu günstigen Preisen Früchteverwertung Bayernwald HENGERSBERG Ndb„ TELEPHON Nr. 9