Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 13/14 (30.3.1928)
- Date
- 1928-03-30
- Page
- Seite 206 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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206 Das Jüdische Echo Nr. 13 nen. Eine Zentralisierung der sozialen Fürsorgetätigkeit im Lande ist sicher sehr erwünscht. Auf dem Gebiete der jüdischen Erziehung ist heute noch die Zionistische Exekutive für die volle Auszahlung des Budgets verantwortlich. Dieses führt insofern zu Übelständen, als einige der Faktoren, die zur Deckung des Budgets verpflichtet sind, wie der Keren Hajessod und die palästinische Regierung ihren Anteil voll decken, während gerade Teile des Jischuw, einzelne Gemeinden und Kolonien und viele Eltern ihrer Pflicht nicht nachkommen. Dadurch entsteht für die Zionistische Exekutive eine schwierige Lage, da die Lehrer von ihr die Auszahlung ihrer vollen Gehälter fordern, während die Zionistische Exekutive nicht dazu imstande ist, da sie die durch Vertrag ihr zukommenden Beträge von Teilen des Jischuw nicjßt erhält. Mit der endgültigen Konstituierung der autonomen Organisation des Jischuw wird diese wohl auch die finanzielle Verantwortung für das Erziehungswesen übernehmen können, da ihm ja dann auch das Steuerrecht gegenüber den jüdischen Gemeinden zusteht. Ungeachtet der Kürzung des Beitrages des Keren Hajessod für das laufende Erziehungsbudget hat die Zahl der Schulen und der Schüler in den Schulen unter Aufsicht der Zionistischen Organisation zugenommen. Im vorigen Jahr betrug die Zahl der Schüler in diesen Schulen 18 593, in diesem Jahre ist sie auf 18611 gestiegen. Ebenso ist die Zahl der Schulen von 194 im vorigen Jahre auf 222 in diesem Jahre gestiegen. Diese Vermehrung betrifft insbesondere die Zahl der Kindergärten, von denen es im vorigen Jahre 86 gab und in diesem Jahre 111 gibt. Nur die Zahl der Lehrer ist vermindert worden von 742 im vorigen Jahre auf 727 in diesem Jahre. Bekanntlich zerfallen die Schulen, die unter der Leitung der Zionistischen Exekutive stehen, in allgemeine Schulen, in Schulen des Misrachi und in Schulen des Kulturausschusses der Allgemeinen Arbeiter-Organisation. Allgemeine Schulen gibt es 117, die von 11 650 Schülern besucht werden, Misrachi-Schulen 62, wo 5 755 Kinder unterrichtet werden und Schulen des Kulturausschusses der Allgemeinen Arbeiter-Organisation 43, vor allem in den Siedelungen der Arbeiter im Emek und in anderen Teilen des Landes, mit 1206 Schülern. So kann festgestellt werden, daß ungeachtet der Budgetkürzungen auch das hebräische Erziehungswerk der Zionistischen Exekutive in diesem Jahr keine Verkleinerung, sondern im Gegenteil eine gewisse Verbreiterung erfahren hat. Die Touristen-Saison hat in diesem Jahre sehr früh eingesetzt und einen großen Strom von Gästen aus Amerika Westeuropa und Deutschland nach Palästina gebracht. Es gibt wohl kein besseres Mittel, sich von der Realität des jüdischen Aufbauwerkes in Palästina und von seinen Fortschritten zu überzeugen, als einen Besuch der jüdischen Städte und Siedlungen. Wohl kaum ein Tourist verläßt Palästina, ohne mit sich den Willen mitzunehmen, diesem Aufbauwerke zu PACKARD helfen. Voraussetzung aber dazu ist, daß er in Palästina Gelegenheit findet, nicht nur die Altertümer des Landes und die historisch bedeutungsvollen Stätten, sondern das neue und vielfach so interessante Leben des palästinischen Jischuw zu besuchen. Leider ist dies nicht immer der Fall. Es wäre eine wichtige Aufgabe, bereits in den Ländern der Diaspora die Aufmerksamkeit aller Touristen darauf zu richten und sie anzuweisen, daß sie nach ihrer Ankunft in Palästina sich mit dem Zionistischen Informationsbüro für Touristen in Verbindung setzen sollen, das, an der zentralsten Stelle Jerusalems gelegen, ihnen jederzeit und völlig kostenlos sämtliche Informationen erteilen und bei der Ausarbeitung ihres Reiseplanes behilflich sein wird. Nur dann können die Touristen dessen sicher sein, daß sie nicht nur das historische, sondern auch das gegenwärtige Palästina mit seinen großen Zukunftsperspektiven kennen lernen werden. H. K Schekelaufruf der Zionistischen Exekutive Die Zionistische Exekutive veröffentlicht folgenden Aufruf: Zionisten! Die Schekelarbeit hat überall begonnen. Es ist an d'er Zeit, daß sie in den kommenden Wochen mit verstärkten Kräften betrieben und auf ihren Höhepunkt geführt wird. Die Schwierigkeiten, mit denen wir in den letzten beiden Jahren in Erez Israel zu kämpfen hatten, werden von Widersachern unserer Bewegung im jüdischen und nichtjüdischen Lager im steigenden Maße ausgebeutet, um böswillige Nachrichten über den Niedergang des Zionismus und seines Werkes auszustreuen. Wir wissen wohl, daß die Kraft und die Größe der zionistischen Bewegung von der Zweifel- und Eifersucht ihrer Gegner nicht berührt wird. Der Zionismus erweist sich heute mehr denn je als stärkste bewegende Kraft im geistigen Leben des jüdischen Volkes. Auf seinen Ruf folgen Hunderttausende, zu schweren materiellen und persönlichen Opfern für das Aufbauwerk bereit. Seine politische Stellung ist fester denn je. Unsere Arbeit in Erez Israel schreitet, allen Hindernissen zum Trotz, vorwärts. Unser Glaube an den Sieg des Zionismus ist ungebrochen. Aber es ist heute bedeutsamer als je, daß wir diese innere Gewißheit auch bekunden und von der Stärke und Geschlossenheit unserer Organisation ein sichtbares Zeugnis ablege n. Ein solches Zeugnis unserer Kraft ist eine erfolgreiche Schekelarbeit. Ihre Vorbereitung, Leitung und Durchführung ist eine zionistische Aufgabe von ernstester Bedeutung und Verantwortung. Daher ergeht unser Ruf an alle Zionisten: Verbreitet den Schekel, werbet der zionistischen Idee neue Anhänger, der Zionistischen Organisation als größte Organisation neue Mitglieder, helfet, daß die Zionistische Organisation als größte Organisation im jüdischen Volke ihren Platz behaupte und in immer steigendem Maße alle ihrer verkörpert vornehmen Reichtum Generalvertreter: GEBR. BEISSBARTH / KOHLSTR. 2 beim Deutschen Museum