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Das jüdische Echo · 1928-03-30 · 13/14 (30.3.1928) · p. Seite 204

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
13/14 (30.3.1928)
Date
1928-03-30
Page
Seite 204 (sequence 8)
Language
German
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204 Das Jüdische Echo Nr. 13 Lediglich der Viehhändler de Leeuw schoß über das Ziel hinaus, indem er dem Studenten einen Fußtritt versetzte, und zwar geschah dies, als de Leeuw seinen Schwiegervater, der als Marktmeister mit den Studenten über die Ablegung des Abzeichens verhandelte, bedroht glaubte und befreien wollte. Der erste Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Alsberg (Berlin) wies nach, daß unter keinen Umständen der Tatbestand des Landfriedensbruches gegeben sei. Von einer Zusammenrottung konnte überhaupt keine Rede sein; es sei auch zu keinen Gewalttätigkeiten gekommen. Der Fußtritt, den einer der Studenten davongetragen habe, stelle höchstens eine einfache Mißhandlung dar, die allenfalls mit einer milden Bestrafung geahndet werden könnte. Angesichts der Geringfügigkeit des ganzen Vorganges halte er, Dr. Alsberg, eine Freisprechung für durchaus angebracht. Die übrigen Verteidiger stellten sich auf den gleichen Standpunkt und beantragten Freisprechung ihrer Klienten. Demgegenüber hielt der Staatsanwalt Landfriedensbruch für erwiesen. Sein Antrag ging dahin, die Berufung abzulehnen. Das Gericht fällte in diesem Sinne das Urteil. Es bleibt also für sämtliche Angeklagte bei dem Urteilsspruch der ersten Instanz. 14,6 Millionen Juden in der ganzen Welt In dem soeben erscheinenden „American Jewish Year Book“ für das Jahr 5688 veröffentlicht der Direktor der informatorischen und statistischen Abteilung des Bureaus „Jewish Social Research“, Dr. H. S. L i n f i e 1 d in Neuyork, eine interessante Studie über die Zahl der Juden der ganzen Welt, die auf einem reichhaltigen Quellenmaterial beruht. Der Verfasser gelangt auf Grund sorgfältiger Schätzung zum Schlüsse, daß die Zahl der Juden der ganzen Welt 14,6 Millionen betrage, auf die Kontinente verteilt: Europa 9,6 Millionen (65 Prozent aller Juden), Amerika 3,9 Millionen (26 Prozent aller Juden), Afrika 588 670, Asien 570 138, Australien 24 578 Juden. In Amerika lebt die übergroße Mehrzahl der Juden in Nordamerika, nämlich 3,7 Millionen, wo sie 3,4 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Die dichteste jüdische Bevölkerung in Europa ist bekanntlich im Osten und Zentrum des Kontinents. In Asien leben in größerer Zahl Juden nur in Palästina und den arabisch sprechenden Teilen, wo sie 1,6 Prozent der Bevölkerung bilden. (Palästina hat eine Gesamteinwohnerzahl von 887 000 Seelen, wovon 157 800 Juden sind.) Die große Mehrheit der jüdischen Bevölkerung Afrikas lebt im Norden entlang dem Mittelmeer, in Abessinien nennt die Statistik 50 000 Falaschas. Die Stadt mit den meisten jüdischen Einwohnern ist bekanntlich Neuyork, das laut einer Zählung vom Jahre 1920 bei einer Gesamtbevölkerung von 5,8 Millionen Menschen, 1 643 000 Juden auf weist. Chicago zählte im Jahre 1922 an jüdischen Einwohnern 285 000, Philadelphia 240 000, Cleveland 80 000, Baltimore 68 000, St. Louis 55 000, Los Angeles 43 000, Pittsburgh 43 000, Detroit 39 000, San Francisco 26 000, Cincinnati 24 000; im übrigen gibt es in Amerika 160 Städte mit mehr als 1000 jüdischen Einwohnern. In den übrigen Ländern befinden sich folgende größere jüdische Zentren: Warschau 309 165 Juden (33 Prozent der Bevölkerung), Budapest 217545 (23,5 Prozent), Wien 201513 (10,8 Prozent), Berlin 172 672 (6,3 Prozent), Lodz 155 860 (34,5 Prozent), Kiew 128 141 (47 Prozent), A m s t e r d a m 67 249 (10,4 Prozent), Moskau 86 171 (6,04 Prozent). Interessant ist die sprunghafte Zunahme der Juden in Nordamerika, im Jahre 1818 zählte man dort nur 3000 Juden, 1888 bereits 400 000, 1897 937 800 und 1910 bereits 2 Millionen. Auch während des Krieges, bis zum Inkrafttreten der Einwanderungsbeschränkungen, hat Amerika noch eine starke Zunahme der jüdischen Einwanderung zu verzeichnen: 1914 zählte die jüdische Bevölkerung 2,9 Millionen, 1920: 3,6 Millionen. Im Fiskaljahre, das im Juni 1926 ablief, wurden 10 267 Juden nach den Vereinigten Staaten hereingelassen; abzüglich 341 jüdischer Rückwanderer beträgt die Netto-Einwanderung im Jahre 1926 9 926 Juden oder 3,4 Prozent der Gesamteinwanderung. Diie meisten dieser Einwanderer, nämlich 6 288, kamen aus Polen, weitere große Teile aus Rumänien und Deutschland. Vom Juli bis Dezember 1926 wurden nur 5 614 Juden nach Amerika als Einwanderer zugelassen oder 3,2 Prozent der Gesamteinwanderung in dieser Zeit. Auch in Kanada ist in den letzten Jahren eine beträchtliche jüdische Einwanderung zu verzeichnen. Von 1901 bis 1925 wanderten fast 100 000 Juden dorthin ein. In dieser Ziffer sind die aus England und Nordamerika nach Kanada eingewanderten Juden nicht inbegriffen, so daß die genannte Zahl wesentlich höher sein dürfte. Nach Argentinien wanderten bis Ende 1926 64757 Juden ein, was 3,6 Prozent der Gesamteinwanderung entspricht. Die Arbeit Linfields verzeichnet für Palästina folgende Zahlen: vom Tage der britischen Okkupation Palästinas (9. Dezember 1917) bis Ende 1926 wanderten 93 887 Juden und 3 298 Nichtjuden nach Palästina ein. TEINACHER HIRSCHQUELLE rein natürliches Mineralwasser von Weltruf, ärztl. sehr empfohlen bei BLASEN-, NIEREN- und HALSLEIDEN Generaldepot: EDUARD KUHLES # MÜNCHEN LEDERERSTRASSE 12 TELEPHON 20542 Renault Audi die führenden Weltmarken Mototechnische Ges., K.-G. München / Odeonsplatz 12 Telephon 26397 und 20654

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