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Das jüdische Echo · 1928-03-23 · 12 (23.3.1928) · p. Seite 186

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
12 (23.3.1928)
Date
1928-03-23
Page
Seite 186 (sequence 4)
Language
German
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186 Das Jüdische Echo Nr. 12 Adelholzener Primusquelle Hervorrag. Heilwasser bei Nieren*, Leberu. Blasenleiden Stärkste Rubidiumquelle Europas sehr geeignet zu Hauskuren. B e- DarlimflVr approbierter Apotheker kömmliches Tafelwasser. Hauptniederlage: MT uLlllIlay 1 München 2 NW 3 Theresienstraße 33 Telephon 27471 Lieferant sämtlicher städtischer Krankenhäuser, Sanatorien und Heilanstalten ges hat sich Czernin bei Lebensmittel- und Waffentransporten nach Österreich als Provisionsagent von jüdischen Händlern betätigt. Er hat seine Stellung als Gesandter ausgenutzt, um Riesenprovisionen abzupressen. Bei jedem Kilo Mais und Tee mußte das ausgehungerte verzweifelte Österreich dem Gesandten, Geheimen Rat und Grafen Ottokar Czernin grausame Überprofite bezahlen. Ottokar Czernin war es, der seinen blutenden und leidenden Mitbürgern im Kampfgewühl die Kassen leerte.“ Der Verteidiger Julius Löwys, Dr. Plaschkes, erklärte, daß sein Klient den Wahrheitsbeweis antreten werde und beantragte u. a. die Vernehmung eines gewissen Nathan Eidinger, eines Millionärs, der im Kriege dem Grafen Czernin als Konfident Dienste leistete und den Czernin als Berater zur Friedenskonferenz in Brest-Litowsk mitgenommen hat. Es wurde auch die Vorlage von Beweisdokumenten beantragt, so u. a. des Protokolls der Aussage Eidinger vor der Wiener Wirtschaftspolizei und eines Briefes, aus dem hervorgeht, daß Eidinger in der Kriegszeit dem Grafen Czernin 3000 Pfund Sterling gegeben hat, damit Czernin seine Lieferungsgeschäfte unterstützt. In dem Protokoll erklärte Eidinger ferner, daß Czernin in der Nachkriegszeit an den Geschäften mit Eidinger dreieinhalb Millionen Schilling verdient hat. In dem Brief an Czernin schreibt Eidinger: „Damals war ich Ihnen ebenbürtig, heute sind Sie der Graf, ich der Jud.“ Die Verteidigung beantragte die Ladung weiterer jüdischer Zeugen, die schlechte geschäftliche Erfahrungen mit dem Kläger gemacht haben. Der Rechtsvertreter Czernins, Advokat Dr. Katz, ein Jude, entgegnete, Czernin habe sich wohl von Eidinger 3000 Pfund ausgeborgt, die er infolge Verarmung nicht zurückzahlen konnte. An Provisionsgeschäften sei er niemals beteiligt gewesen. Advokat Plaschkes rief dazwischen: „Armer Czernin, der bloß 10 000 Dollar monatlich von in der Inflation aufgekauften Berliner Häusern bezieht!“ Der Richter beschloß, zwecks Vorladung neuer Zeugen und Herbeischaffung von Beweisstücken die Verhandlung auf 2 Wochen zu vertagen. Wäscherei d. Münchener Hausfrau HÖCKER & BÄUERLE Landwehrstr. S7/59 T. 596858 Hygienisch modernster Betrieb am Platze. Bekannt für erste Qualität. Getrennte Behandlung. Jede Hausfrau kann sich persönlich von der schonendsten Behandlung der Wäsche überzeugen. Waschmittel: Reine Kernseifenflocken 900/Oig. Haushaltwäsche —Vorhangspannerei — Stärkwäsche—Feinbügelei. _ Größte Lohnwäscherei Münchens Diese Neuerung bietet große Verbilligung. Verlangen Sie Prospekte. Unverbindliche Besichtigung. Abholung und Zustellung mittels Autos. Vom jüdischen Sport Überraschende Leistungen des Bar-Kochba im Berliner Hallensportfest Berlin, 9. März. (JTA.) Im Berliner Hallenfest der Leichtathleten verlief die Läufer-Staffel über 25 mal 2 Runden sensationell. Hier führten sich die in glänzender Verfassung an den Start gekommenen Bar-Kochba-Läufer, die zum ersten Male mit den A-Vereinen konkurrierten, außergewöhnlich gut ein. Der Sportkritiker der „B. Z. am Mittag“ berichtet hierüber: „Die größte Überraschung des Tages aber brachte in der »Großen Hallenstaffel4 ganz zum Schluß unbedingt Bar- Kochba, der Neuling in der Leistungsklasse der A-Vereine. Er ging vom Start weg mit vorbildlichem Eifer an die Spitze, nicht nur seiner Seite, sondern aller sechs Verfolgungsstaffeln überhaupt, gab sie auch dem zum Schluß erst die Gefahr erkennenden und mit altbewährten Staffelkämpfern aufkommenden Deutschen Sport-Club gegenüber ganz, ganz knapp geschlagen ab. So lief sich Bar-Kochba sehr tapfer und würdig in die A-KIasse hinein und sollte die Potsdam-Berlin-Vereine ernstlich warnen und mahnen!“ Hallensportfest der jüdischen Jugend Berlins Berlin, 19. März. (JTA.) Zum ersten Male trat das Jugendamt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin am Sonntag, dem 18. März, mit einer sportlichen Veranstaltung vor die Öffentlichkeit. Alle jüdischen Jugendvereine haben sich zur Verfügung gestellt, um ihre sportliche Leistungsfähigkeit zu zeigen. Das Fest fing um 5.30 Uhr nachmittags an und dauerte bis spät in den Abend hinein. Es war für die veranstaltende Behörde wie für die teilnehmenden Jugendvereine ein voller Erfolg. Aus der jüdischen Welt Eine weitere Friedhof Schändung — Die 55. Berlin, 16. März. (JTA.) Über eine weitere Friedhof Schändung, die sich in den letzten Tagen zugetragen hat, wird der „C.-V.-Zeitung“ aus Pattensen (Leine) bei Hannover gemeldet. In dem 8 Kilometer von dort gelegenen Dorfe Gestorf, in dem jetzt nur noch eine einzige jüdische Familie lebt, sind auf dem jüdischen Friedhof Grabsteine umgeworfen und zerschlagen worden. Die „Neue Deister Zeitung“, das Kreisblatt des Kreises Springer, bemerkt zu dem Gestörter Frevel: „Hoffentlich gelingt es der Polizei, die Täter ausfindig zu machen und der gerechten Strafe für solch empörendes Werk zuzuführen. Anscheinend handelt es sich um die Saat gewisser Richtungen, jedenfalls um ein Bild der tiefen unsittlichen Moral gewisser Kreise, sich an mit Ehrfurcht zu betretenden Orten zu vergreifen.“ Bundesversammlung des R. J. F. am 1. und 2. April Berlin, 1. März. (JTA.) Die Hauptversammlung des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten ist auf den 1. und 2. April 1928 verlegt worden. Die Delegierten aller Landesverbände und Ortsgruppen sind zur Teilnahme eingeladen worden.

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