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Das jüdische Echo · 1928-03-16 · 11 (16.3.1928) · p. Seite 173

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
11 (16.3.1928)
Date
1928-03-16
Page
Seite 173 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 11 Das Jüdische Echo 173 dem Schutz einer übernatürlich großen Zahl palästinischer Bürger belastet werden. Die Berichterstatterin der Mandatskommission, die vor kurzem in Stockholm verstorbene Frau Wicksei, faßte die Sachlage dahin zusammen, daß die Beschwerden der Araber vom Rechtsstandpunkt ganz und gar unbegründet seien. Die Kommission wies die Petitionen zurück. Der Völkerbundsrat hat nun diesen Standpunkt der Mandatskommission zu seinem eigenen gemacht. Gründung einer Pro-Palästina-Gesellschaft in England London, 13. März. ((Originaltelegramm) Die heutige „Times“ veröffentlicht die Zuschrift einer neugegründeten „Palestine Mandate Society“, deren Zweck die Unterstützung der zionistischen Bewegung und die Aufklärung der öffentlichen Meinung in England ist, analog den Bestrebungen der Komitees in Frankreich, Deutschland, Österreich, Italien und anderen Ländern. Präsident der Gesellschaft ist Lord Robert Cecil. Die Zuschrift enthält ferner einen Brief an Dr. Weizmann, gezeichnet Balfour, Ramsey Macdonald, Lloyd George, Philip Snowden, Ethel Snowden, Wedgwood, Wyndham Deedes, Sidebotham, George Mitchell und anderen, in welchem es heißt: Die Unterzeichneten nehmen an der zionistischen Bewegung tiefes Interesse und hegen den ernsten Wunsch, daß die Hoffnungen und Erwartungen auf die Errichtung eines nationalen Heimes für die Juden in Palästina in Erfüllung gehen mögen. Wir wissen uns ferner eins in dem Gefühl großer Zuneigung und Bewunderung für Sie, auf dem so schwere Verantwortung ruht. Als Unterstützer der Balfour-Deklaration fühlen wir die Verpflichtung, Ihrer Organisation unsere guten Dienste anzubieten. Wir stehen bereit, Ihnen jeden erdenklichen Beistand zu gewähren, soweit es in den Grenzen, die einigen unserer Mitglieder durch ihre offiziellen Stellungen auferlegt sind, möglich ist. Der Vertrag zwischen England und Transjordanien London, 11. März. (JTA.) Im Unterhause erklärte Kolonienminister Amery in Beantwortung einer Anfrage von Colonel Wedgwood, daß das Abkommen zwischen England und Transjordanien demnächst veröffentlicht werden wird. Das Abkommen verpflichte das britische Schatzamt, der Verwaltung in Transjordanien so lange Zuschüsse in Form von Darlehen oder Subventionen zu gewähren, als die Einkünfte Transjordaniens nicht ausreichen, die Verwaltungskosten zu dekken. Die bisherigen Zuschüsse an Transjordanien sind nicht rückzahlbar, da die in Form von Subventionen gegeben worden sind. Haifa Luftfahrtstation der Linie England-Indien Jerusalem, 11. März. (JTA.) Das englische Luftverkehrsministerium ersuchte die Palästina- Regierung, in den Plan des großen Hafens in Haifa auch eine Luftverkehrsstation einzuschließen, da Haifa als ein wichtiger Punkt der beschlossenen Luftlinie London-Indien über Athen, Cypern und Haifa außersehen ist. Eine Synagoge im fernen Osten durch Explosion zerstört C h a r b i n , 25. Februar. (JTA.) Die Synagoge von Tsitsikar, einer Stadt an der ostchinesischen Eisenbahn, 300 Kilometer von Charbin entfernt, ist durch eine unaufgeklärt gebliebene Explosion vollkommen zerstört worden, wobei der Hauswart, ein Nichtjude, den Tod fand. Man nimmt an, daß russische Monarchisten, die im fernen Osten eine gefährliche antisemitische Propaganda betreiben, Urheber der Tat sind. HWil 111111111! || lllllll Feuilleton | Will 111 1 lllllll 11 1 1 1 11*1111111 Der Gänserich Von Vojtech Rakous Übersetzung aus dem Tschechischen von Rudolf Fuchs Weiß Gott, um wie viele Generationen von Gänsen er sich unstrittige Verdienste erworben hatte, als plötzlich seine Herrin, Frau Korälek aus Kozomin, das unerbittliche Todesurteil über ihn ausspracb. Es war im Februar dieses Jahres. Die Korälek untersuchte die Gänseeier und fand zu ihrem Entsetzen, daß unter neunzehn angebrüteten Eiern wohlgezählte sechzehn taube waren. Sie wurde fast ohnmächtig; so etwas ist ihr noch nicht passiert! Ohne junge Gänse, sie, die Korälek, die doch immer die meisten und hübschesten Gänseküchlein von ganz Kozomin hatte, so daß die neidischen Nachbarinnen munkelten, da müsse irgendein jüdischer Trick dahinter stecken! Wer wird im Frühjahr hinter den Scheunen Nesseln pflücken und im Sommer auf die Herrschaftsfelder Nachlese halten gehen? Die Korälek wurde von einer großen Traurigkeit erfaßt, und in ihrer Trauer machte sie für das ganze Unglück den Gänserich verantwortlich. Es ist wahr, der Gänserich war stattlich wie ein Kürassier, aber seine Pflichten erfüllte er, wie es sich eben zeigte, nicht mehr. Fort mit ihm! Als Korälek am Abend vom Hausieren nach Hause kam, hatte er sein Bündel noch nicht abgelegt und hörte schon aus dem Munde seiner Therinka die sonderbare Begebenheit mit den sechzehn Eiern. Korälek hörte erst, indem er sein bescheidenes Abendbrot einnahm — Graupensuppe und Bohnen mit süßer Sauce, es war zugleich sein verspätetes Mittagessen —, ziemlich gleichgültig zu; als jedoch die Korälek, indem sie ihre Erzählung beendete, mit großer Entschiedenheit hinzufügte: „Und weißt du, Korälek, den Gänserich werde ich schlachten“, erwachte er mit einem Schlage aus seiner Gleichgültigkeit und äußerte mit der Absicht seiner Gattin aufrichtige und freudige Zustimmung. Was ihm, Korälek, anbelangt, so war er immer einverstanden, wenn eine Gans oder ein Gänserich „eingestellt“ werden sollte. Vier Wochen vorher empfand er den ATorgenuß der kommenden, direkt göttlichen Genüsse. So sah er auch heute schon alle die delikaten Überreste des Gänserichs im Geiste vor sich. Er schmeckte direkt auf der Zunge die unvergleichlichen Gänsegrieben (wenn sie nur die Frau nicht allzusehr ausschmoren ließe), vor seinem geistigen Auge tauchte die Schüssel mit Gänseklein auf und direkt greifbar war der mit Knoblauch gespickte „Bejlik“ (Gansbrust), auf dem das Fleisch wie Holz so hoch stand. So stellte er sich alle die herrlichen

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