Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 11 (16.3.1928)
- Date
- 1928-03-16
- Page
- Seite 170 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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170 Das Jüdische Echo Nr. 11 I. MÜNCHENER PLISSEE-BRENNEREI FRANZ GRUBER, MÜNCHEN Hohlsaum, Knöpfe, Endeln, Kanten, KostUmstickereien Burgstraßei6/3 Knopflöcher Telephon 22975 schlagenden Erfolg zu verzeichnen, es ergibt sich dasselbe Bild wie vor acht Tagen bei den Sejmwahlen. Der Minderheitenblock hat bei den Senatswahlen anscheinend noch besser abgeschnitten als bei den Sejmwahlen, so daß eine Mindestzahl von auf der Liste des Blocks gewählten jüdischen Senatoren gesichert ist. Bis jetzt ist die Wahl von Ing. Moses Körner in Warschau und Rabbiner J. Rubinstein in Wilna bekannt geworden. Auch in Kielze soll ein jüdisches Mandat gesichert sein. Wie nachträglich bekannt wird, ist in Galizien ein weiterer zionistischer Kandidat in den Sejm gewählt worden. Die zionistische Fraktion im Sejm wird 14 Abgeordnete zählen, von denen 7 aus Galizien und 7 aus Kongreßpolen und Wilna stammen. Von Nichtzionisten werden dem Sejm der Vertreter der jüdischen Kaufmannschaft Wyszlicki, 3 Sozialisten und 3 Kommunisten angehören. Drei Tage antisemitische Studentenunruhen in Lemberg — Eine Million Schaden — 300 Verhaftete Lemberg, 8. März. (JTA.) Am Montag abend, nach Bekanntwerden des Wahlresultats, wonach in der Stadt Lemberg zwei Juden (Dr. Reich und Dr. Rosmarien) in den Sejm gewählt wurden, begannen antisemitische Unru,'nn. Sie setzten sich am Dienstag und am Mittwoch in verstärktem Umfange fort. Die antisemitische Studentenschaft hielt am Dienstag die Eingänge zur Universität und zum Polytechnikum besetzt und empfing die zu den Vorlesungen sich einfindenden jüdischen Studenten mit Stockhieben und Beschimpfungen. Auch die Professoren wurden in die Gebäude nicht hereingelassen. Später versammelten sich die Studenten wieder vor dem Mikiewicz-Denkmal auf dem Mariackiplatz und terrorisierten von dort aus das gesamte Stadtviertel. Zahlreiche jüdische Passanten wurden schwer mißhandelt. Im Verlauf der Kundgebungen wurden von der Polizei etwa 350 Personen verhaftet, die Mehrzahl aber nach Aufnahme der Personalien freigelassen. Der den jüdischen Ladenbesitzern und Schankwirten durch Einschlagen der Scheiben und Raub von Waren und Spirituosen verursachte Schaden übersteigt eine Million Zloty. Am 8. März herrschte Ruhe. Eine Abordnung der jüdischen Studentenschaft beschwerte sich beim Rektor wegen der Mißhandlungen und Bedrohungen, denen die jüdischen Studenten im Universitätsgebäude ausgesetzt sind. Der Rektor ersuchte die Abordnung, die jüdische Studentenschaft zu beruhigen und sie zum Wiederbesuch der Vorlesungen zu bewegen, die Universitätsbehörden seien entschlossen, mit allen Mitteln für die Aufrechterhaltung der Ordnung zu sorgen. Aus der Berliner jüdischen Gemeinde Ein Aufruf des Vorstandes für inneren Frieden Berlin, 6. März. (JTA.) Auf Grund eines in der Sitzung vom 21. Februar d. J. gefaßten einstimmigen Beschlusses des Gemeindevorstandes wird der folgende Aufruf veröffentlicht: „An unsere Mitglieder! Im Dezember vorigen Jahres hat der neue Gemeindevorstand sein Amt angetreten. Wohl nie zuvor ist dies unter gleich schwierigen Bedingungen geschehen. Schon durch das lange Ausbleiben der Repräsentantenwahlen mußten die Verwaltungsaufgaben leiden; die darauf folgenden Erörterungen in der Öffentlichkeit haben die Erregung in der Gemeinde noch nicht zur Ruhe kommen lassen. Zu alledem kommt die schwere, wirtschaftliche Not, die auch für unsere Gemeinde den Gegenstand ernster Sorge bilden muß. Der Gemeindevorstand hat den festen Willen, möglichst schnell die Verwaltung wieder in normale Bahnen zu leiten, durch ruhige, sachliche, dem Ganzen dienende Arbeit, die jeder religiösen Richtung in der Gemeinde ihr Recht läßt, den Notwendigkeiten der Stunde gerecht zu werden und die Gemeinde aus dem Kampfe der Parteileidenschaften heraus wieder zur Ruhe und zum Frieden zu bringen. Deshalb wendet sich der Gemeindevorstand an alle Mitglieder der Gemeinde mit dem dringenden Apell, beizutragen zur endlichen Befriedigung der Gemeinde und zur Schaffung einer Atmosphäre, in der allein gedeihliche Arbeit geleistet werden kann. Es gilt, in einer Zeit, in der der deutsche Jude schwere Kämpfe zu bestehen hat, nicht die eigene Kraft durch inneren Zwist und unsachliche Angriffe zu untergraben. Die Einheit der Gemeinde ntuß unter allen Umständen erhalten werden. Berlin, im Februar 1928. Vorstand der jüdischen Gemeinde.“ Dr. Freund verzichtet auf das Amt des Sachverständigen Berlin, 7. März. (JTA.) Wie man erfährt, hat Herr Dr. Ismar Freund dem Kultusministerium mitgeteilt, daß er infolge Überlastung mit anderen Geschäften, insbesondere wegen der außerordentlich umfangreichen Arbeit, die ihm das Dezernat für Politik und Staatsbeihilfen im Landesverband bereitet, sich nicht in der Lage sieht, das Amt eines Sachverständigen beim Kultusministerium zu übernehmen. Es ist anzunehmen, schreibt das Blatt weiter, daß nunmehr der Preußische Landesverband im Einvernehmen mit allen anderen Faktoren Herrn Rabbiner Dr. Baeck dem Ministerium in Vorschlag bringen wird. Herr Dr. Freund ist auf der letzten Tagung des Rates zum Vizepräsidenten im engeren Rat gewählt worden. Die idealen Fahrzeuge von Weltruf DER NEUE FORD 8/28 od.13/40 PS bei gleichen Preisen Große Geschwindigkeit, Beschleunigung, Bergsteigfähigkeit, wund°rbare Präzisionsarbeit und Linienführung STEPPACHER & CO. 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