Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 9 (2.3.1928)
- Date
- 1928-03-02
- Page
- Seite 136 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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136 Das Jüdische Echo Nr. 9 schlimmert habe, daß ihm das Leben unerträglich geworden sei. Nach dem Muster des Sokrates habe er inmitten seiner Schüler den Giftbecher getrunken. Dann brach er bewußtlos zusammen. Er wurde ins Krankenhaus geschafft, wo er heute starb. Die Warschauer Universität und das Institut für jüdische Wissenschaft Warschau, 21. Dezember. (JTA.) Wie schon mitgeteilt, wurde gestern im Hause der Bnei-Brith- Loge das von Prof. Dr. M. Balaban, Senator Dr. M. Braude und Abg. J. Grünbaum gegründete Institut für jüdische Wissenschaft in Anwesenheit von Vertretern der Regierung und der Universität feierlich eröffnet. Der Rektor der Warschauer Universität, Prof. Szlagowski, ein höherer katholischer Geistlicher, hielt eine bemerkenswerte Ansprache, in der er u. a. ausführte: „Das Institut für jüdische Wissenschaft hat außer für das Judentum auch für die Warschauer Universität eine große Bedeutung, weil es die Lehrtätigkeit der Universität vervollkommnet. Das Institut wird die Wissenschaft eines alten Volkes pflegen, das alle Kulturen beeinflußt hat. Die Universität ist sich dessen bewußt, daß sie durch die Gründung des Institutes um eine neue Position bereichert worden ist, eine Position, die für das Judentum wie für die allgemeine Wissenschaft gleich wichtig ist.“ Die Lage in Rumänien London, 21. Februar. (JTA.) Der Sitzung des Board of Deputies lag der Bericht des Joint Foreign Committee über die Lage der Juden in Rumänien vor. In dem Bericht heißt es, daß, abgesehen von einem antisemitischen Tumult an der Bukarester Universität und zwei Zerstörungen jüdischer Friedhöfe im vergangenen Monat keine weiteren antijüdischen Unruhen in Rumänien vorgekommen waren. Die Regierung hat nach dem erwähnten Universitätstumult die Abhaltung von Studentenversammlungen überhaupt verboten. Die Relegierung einer Anzahl Studenten der Bukarester Universität tat ebenfalls ihre Wirkung. Von den etwa 200 Studenten, die von der Polizei den Kriegsgerichten in Bukarest, Jassy und Klausenburg zur Aburteilung zugeführt wurden, sind bisher nur 28 überführt und zu Gefängnisstrafen von 6 Monaten bis zu 10 Tagen verurteilt worden. Viele der Urteile sind später vom Obersten Militärgericht gemildert worden. Dennoch herrscht unter der Studentenschaft große Empörung wegen der Urteile, die christliche Studentenliga hat ein unverschämtes Manifest veröffentlicht, in welchem unter Androhung von Repressalien die Freilassung sämtlicher verurteilten Studenten gefordert wird. Die rumänische Regierung aber hat nichts unternommen, um die tiefverwurzelten Ursachen der antisemitischen Bewegung zu beheben. Die große Mehrheit der jüdischen Studenten ist noch immer gezwungen, infolge mangelnden polizeilichen Schutzes, den Universitätsvorlesungen fernzubleiben. Jedoch fährt die Regierung fort, beruhigende Erklärungen abzugeben. Angesichts dieser nicht hoffnungslosen Lage und in Gemäßheit eines von führenden Juden Rumäniens erteilten Rates ist das Joint Foreign Committee der Meinung, daß man mit Geduld und Wachsamkeit auf eine weitere Besserung warten müsse. Das Komitee wird aber fortfahren, von der Regierung jene Politik der Reform zu verlangen, die von Herrn Titulescu in seinem letzten Schreiben an das Committee angekündigt wurde. Das Komitee hat inzwischen seinen Briefwechsel mit der rumänischen Regierung dem Völkerbund übermittelt. Die Regierung der Sowjetunion billigt den Plan eines autonomen jüdischen Landes im fernen Osten Moskau, 24. Februar. (JTA.) Das Präsidium des Siedlungskomitees der Regierung der Sowjet- Union, das die höchste Autorität in Kolonisationsfragen ist, hat dem Beschluß des KOMZET, der Regierungskommission für Landansiedlung und Industrialisierung von Juden, den Rayon Biro- Bidschan im Fernen Osten für jüdische Groß-Kolonisation mit dem Ziele der Schaffung eines autonomen jüdischen Landes zur Verfügung zu stellen, zugestimmt. Präsident des Siedlungskomitees, das diesen Beschluß faßte, ist der Präsident der Union der Sowjetrepubliken, Kalinin. Tod eines weiblichen Mitgliedes der Mandatskommission. — Frau Wickseil, die Referentin über die Aguda-Petitionen Genf, 23. Februar. (JTA.) Am 21. Februar d. J. verstarb in Schweden Frau Dr. A. Bugge-Wicksell, eine hervorragende Juristin und schwedisches Mitglied der ständigen Mandatskommission des Völkerbundes. In den Jahren 1926 und 1927 gehörte sie auch der schwedischen Delegation für die Völkerbundsversammlungen an. Innerhalb der Mandatskommission wandte Frau Wicksell den palästinischen Fragen ein besonderes Interesse zu. In der 9. und 11. Session der Mandatskommission (Juni 1926 und Juni 1927) fungierte sie als Berichterstatterin über die Petitionen der Agudas Jisroel und des Waad Hair Haaschkenasi. Ihre Berichterstattung zeugte davon, daß sie es verstanden Der neue AUSTRO* D AI MLER 6Cylinder,12/70PS Eine umwälzende Neukonstruktion Hirschbold K o m m. - G e s. Fernruf51355 MÜNCHEN Sonnenstr.19