Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 8 (24.2.1928)
- Date
- 1928-02-24
- Page
- Seite 119 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/9072829-9103081-9156868--08271-9081006- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 8 Das Jüdische Echo 119 Blüthner- Miniatur- Stutzflügel Flügel moderner, kreuzsaitiger, nur 1,40 m lang, wohlfast neuer, für 2700 RM. lautender, grober Ton, für 2200 RM. zu verkaufen zu verkaufen, auch gegen auch gegen kleine kleine Monatsraten Monatsraten Pianohaus Alfred Schmid Pianohaus Alfred Schmid Nachfolger Nachfolger München / Residenzsir. 7 München / Residenzsir. 7 gegenüber der Hauptpost gegenüber der Hauptpost Gruppe gehören u. a. Dr. Eduard Strauß (Frankfurt), Dr. Ludwig Förder, Georg Bernhard, aus Bayern Dr. Eugen Strauß (Augsburg) und der Vertreter der C.-V.-Jugend Dr. Erich Hirschberg. Bei den Abstimmungen war man nicht eben konsequent. Man hat mit 97 gegen 62 Stimmen die vom Landesverband Sachsen vorgeschlagene Resolution Mecklenburg angenommen, die energisches Vorgehen auch in der Öffentlichkeit gegen die zionistischen Anschauungen fordert; einstimmig aber auch die Thesen Holländers, die zwar eine Abgrenzung gegen die Zionisten versuchen, im Grunde jedoch maßvoll und tolerant sind und u. a. folgenden, für den Centralverein sicherlich geradezu umwälzenden Leitsatz enthalten: „Wir lehnen jede blutleere Assimilation ab.“ Schließlich hat man sogar einen Zusatz-Antrag Bernstein zu der antizionistischen Resolution, der besagt, daß die Zugehörigkeit zum deutschen Komitee Pro-Palästina unvereinbar sei mit der zum Centralverein mit allen gegen einige Stimmen abgelehnt. Ob nur aus „persönlichen Rücksichten“, wie Herr George Götz spitzig in der „Jüdisch-Liberalen Zeitung“ meint, darf doch wohl bei einem solchen Stimmenverhältnis bezweifelt werden und wenn es so sein sollte, dann sind es gewiß nicht die schlechtesten C.-V.er, denen man solche Rücksicht schuldig zu sein meint. Es will uns überhaupt scheinen, daß sich ein ganz anderes Resultat bei diesen Abstimmungen ergeben hätte, wenn man die Stimmen wiegen dürfte und nicht zählen müßte. Man darf nun gespannt erwarten, wie sich weiterhin das Verhältnis des C.-V., dessen Leitung im wesentlichen die alte geblieben ist (Vorsitzender Justizrat Dr. Brodnitz, Direktor Dr. Holländer) zu Zionismus und Pro-Palästina-Komitee gestalten wird; ob man sich nicht doch wieder von dem gemäßigten Standpunkt abbringen und aus einer ungewissen Angst zu so törichten „Abwehrmaßnahmen“ gegen den „Antisemitismus“ hinreißen lassen wird, wie sie etwa eine Demarche der Herren Brodnitz, Holländer und Weil gegen das Pro- Palästina-Komitee beim Auswärtigen Amt darstellt, die anläßlich des Empfangs von Dr. Weizmann durch,deutsche Behörden unternommen wurde, wie erst jetzt durch eine Veröffentlichung in der „Jüdischen Rundschau“ bekannt wird. In der „Jüdisch-Liberalen Zeitung“, die sich überhaupt in der letzten Zeit zum Schildträger aller gegen positiv - jüdische Tätigkeit gerichteten Bestrebungen entwickelt hat, glaubt Herr George Götz feststellen zu sollen, daß mit dieser Diskussion über den Zionismus im Centralverein die Debatte endgültig abgeschlossen sei. Die deutschen Juden müßten aufhören, sich mit ihm zu beschäftigen, sie sollten überhaupt aufhören mit Diskutieren und gar noch mit Disputieren über ihre eigene „eingebildete Problematik“. Mit dieser Meinung stellt sich zwar Herr George Götz auch schon in einen ausgeprägten Widerspruch zu der jetzigen Lösung des Centralvereins, deren Mitglied Ludwig Holländer z. B. in seinem Referat die Wendung von der „außerordentlich komplizierten auf Grund verschiedenartigster geschichtlicher Einwirkungen in seinen einzelnen Gliedern schillernden“ jüdischen Gemeinschaft brauchte. Herr George Götz vergißt aber im besonderen, daß sich in der jüdischen Jugend, sowohl in der C.-V.-Jugend als auch in der jüdischliberalen, ganz andere Anschauungen durchgesetzt haben. Diese Jugend ließ durch ihren Wortführer, Erich Hirschberg, positive innerjüdische Arbeit, Förderung der Aufbauarbeit in Palästina und in Rußland, anderseits eine nicht gesinnungsmäßige Festlegung des Centralvereins verlangen. Sie hält die Diskussion gewiß nicht für abgeschlossen, ja für sie ist die Frage des Palästinaaufbaus nicht eine Nebensondern eine Lebensfrage, wie das sehr klar aus dem „Um jüdische Wirklichkeit“ betitelten Bericht über den Bundestag 1927 des Älteren-Bundes der Kameraden hervorgeht (erschienen im Philo-Verlag). Und über diese Einstellung der Jugend wird auch die Leitung des Centralvereins nicht hinwegkommen können; die Jugend ist es, die letzten Endes doch die Entwicklung bestimmt. I. E. Aus der jüdischen Welt Das Gesetz über die „Israelitische Religionsgesellschaft“ vor dem Preußischen Landtag Frankfurt a. M„ 20. Februar. (JTA.) Der Gesetzentwurf über die Anerkennung der Synagogengemeinde „Israelitische Religionsgesellschaft“ als Körperschaft öffentlichen Rechtes hat nunmehr, nachdem der Staatsrat sein Gutachten abgegeben hatte, die weiteren Stationen des Kultusministeriums, des Ministeriums des Innern, des Justizministeriums und des Staatsministeriums passiert und ist dem Landtag zugegangen-. Der Staatsrat hatte gewünscht, daß in dem Artikel 1 der nunmehr öffentlich-rechtlich zu sanktionierenden Satzung, lautend: „Das Grundgesetz der Israelitischen Religionsgesellschaft Kehilath Jeschurun ist das alte jüdische Religionsgesetz, wie es in Thora, Talmud und rabbinischen Codices, Schulchan Aruch, überliefert ist; die in ihnen enthaltenen Bestimmungen sind ihr die höchste Autorität“, vor dem Worte „Autorität“ das Wort „religiöse“ eingeschaltet werde, offenbar um die Staatsautorität zu wahren. Außerdem wollte der Staatsrat in das Gesetz selber einen Satz eingefügt sehen, lautend: „Satzungsgemäße Bestimmungen, die nicht in der Anlage zu diesem Gesetz angeführt sind, sind ohne Wirkung.“ Das Staatsministerium ist dem Gutachten des Staatsrates nicht beigetreten und begründet dies u. a. wie folgt: „Die Einschaltung des Wortes „religiöse“ vor dem Wort „Autorität“ in Artikel 1 der Satzung würde den Sinn des in Betracht kommenden Satzteiles nicht verändern. Sie könnte aber nur durch eigenen Beschluß der Religions- Deutsche Weawäschcrei G.m.b.H. FELIX BRANDT ER * MÜNCHEN Wittelsbacherplatz 2/o, Eing. Finkenstraße Telefon Nr. 23708 Spezial-Dampfwaschanstalt für Herren-Plättwäsche nur Kragen, Manschetten, Vorhemden und Oberhemden. Lieferzeit ca. 8Tage