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Das jüdische Echo · 1928-02-24 · 8 (24.2.1928) · p. Seite 117

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
8 (24.2.1928)
Date
1928-02-24
Page
Seite 117 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 8 Das Jüdische Echo 117 Breisky aus, daß die Stadt, in der der Schöpfer des Zionismus, Dr. Theodor Herzl, wirkte, der von ihm ins Leben gerufenen Bewegung vollste Sympathie entgegenbringe. Die nichtjüdischen Kreise verstehen die Bestrebungen des Zionis mm s und des damit verbundenen hohen Menschheitsideals voll und ganz zu würdigen. Die dem Pro-Palästina-Komitee angehörenden Persönlichkeiten repräsentieren das österreichische Volk, dessen geistige Vertreter mit größter Sympathie die Entwicklung der jüdischen Heimstätte in Palästina als ein Werk menschlicher Wohlfahrt und Gesinnung verfolgen. Der Redner hoffe, daß diese Repräsentanz des österreichischen Volkes mit besonderer Wärme die Bestrebungen des Zionismus fördern wird. In diesem Sinne wünsche er dem neubegründeten Pro-Palästina-Komitee vollsten Erfolg. Sodann wurden die Statuten genehmigt und der Ehrenausschuß, das Präsidium und die Schriftführer gewählt. Dem Präsidium gehören folgende Herren an: Dr. Konstantin Dumba, Graf Albert Mensdorff-Pouilly-Dietrichstein, Dr. Leo Goldhammer, Dr. Siegfried Kantor und Ing. Johann Kremenet z k y. Eine Erklärung der österreichischen Regierung Am Freitag, dem 17. Februar, wurde Herr Nahum Sokolow, der Präsident der Zionistischen Exekutive, vom Präsidenten der österreichischen Republik, Dr. Michael Hainisch, empfangen und unmittelbar nachher auch vom Bundeskanzler Dr. Seipel. Dieser hat Herrn Sokolow darauf folgenden Brief zukommen lassen: „Sie haben mir bei Ihrem gestrigen Besuch wertvolle Aufklärungen über die Ziele des modernen Zionismus gegeben. Ihre Darlegungen haben um so größeren Eindruck auf mich gemacht, als ich schon seit langem mit großem Interesse die zionistische Bewegung verfolge, die von einem bedeutenden Manne aus unserer Stadt durch neue Ideen und Organisationsformen befruchtet, für eines der schwierigsten politisch-sozialen Probleme der Gegenwart eine vernünftige, aussichtsvolle Lösung vorbereitet. Ich hege hohe Wertschätzung für den Idealismus, mit dem sich so viele Juden in allen Ländern, auch in Österreich, Opfer auferlegen, um dem zionistischen Kolonisationswerk die erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen und ich freue mich, daß Sie im eben begründeten Pro-Palästina-Komitee einen weiteren Kreis von Freunden ihrer Bestrebungen sammeln konnten. Gerne will ich, wenn sich nur Gelegenheit dazu bietet, die Ziele Ihrer Bewegung fördern. Genehmigen Sie usw.“ Nach bewährtem Muster Aus dem Berliner jüdischen Gemeindeleben In den letzten Monaten sind in vielen deutschjüdischen Zeitungen offenbar von einer Zentralstelle inspirierte Artikel erschienen, in denen bewegte Klage über die furchtbaren Verhältnisse geführt wird, die in der Berliner Jüdischen Gemeinde eingerissen sind. Es wird zu beweisen versucht, daß die neue Mehrheit, bestehend aus Zionisten, religiöser Mittelpartei und Konservativen, eine Gesellschaft darstelle, der es einzig und allein um die Befriedigung von Parteiegoismen gehe. Man versucht dauernd Skandalaffären zu erfinden und belanglose Vorkommnisse, die überdies entstellt und übertrieben werden, dermaßen aufzubauschen, daß die uninformierten jüdischen Leser den Eindruck bekommen, daß tatsächlich die Berliner Jüdische Gemeinde durch die neue Mehrheit zu einem Sumpfe geworden sei. Diese Darstellungen werden so oft wiederholt und so kraß gefärbt, daß selbst kritischere Gemüter irritiert sind und der, man kann es leider nicht anders bezeichnen, klug berechneten Mache Aufmerksamkeit schenken. In Wahrheit handelt es sich bei all diesen Aufsätzen um maßlose Übertreibungen und um den Ausdruck einer schweren Enttäuschung auf liberaler Seite, daß es in der größten Gemeinde Deutschlands auch ohne liberale Majorität geht. Es ist nicht der Kampf um Prinzipien, der die liberalen Leidenschaften entfesselt hat, sondern die Erbitterung einer Richtung, die erkennt, daß es mit ihrer beherrschenden Stellung im Berliner Gemeindeleben endgültig zu Ende ist. Da die liberale Richtung an zugkräftigen Programmprinzipien nicht viel aufzuweisen hat und da der Kampf um die Macht und nicht einer im Namen eines von den Massen bewußt und mit Begeisterung getragenen Ideals ist, müssen die Gemeindeliberalen Mittel in Anwendung bringen, die im jüdischen Leben bisher fremd gewesen sind. Ähnlich wie die Deutschnationalen in den Jahren nach dem Kriege in ihrem Kampfe gegen die moderne Zeit sich wohlweislich gehütet haben, ihre wahren Absichten und Aspirationen klar zum Ausdruck zu bringen und es lieber vorzogen, zu verdächtigen und den Gegner zu verleumden, handeln gegenwärtig die Gemeindeliberalen in Berlin und verwenden das gleiche Rezept. Unter dem Einfluß des positiven nationalen Judentums sind auch die Assimilanten im Laufe der letzten Jahre immer jüdischer geworden und haben gegen ihre innere Neigung Grundsätze akzeptieren müssen, die ihnen in ihrer Jugend zuwider gewesen sind. Es sei nur an die Programmpunkte Jüdische Schule, Gleichberechtigung der Ostjuden usw. erinnert. Man hat es erlebt, daß jetzt prominente assimilatorische Führer in stolzen Worten die Assimilation abschwören. Die Versuche, die schlechten Instinkte kleinbürgerlicher Westjuden gegen die Ostjuden aufzuputschen und auf diese Weise die liberale Gefolgschaft zu vergrößern, haben nicht viel gefruchtet. Schließlich erkennt auch der verzopfteste westjüdische Adelholzener Primusquelle Hervorrag. Heilwasser bei Nieren-, Leberu. Blasenleiden Stärkste Rubidiumquelle Europas sehr geeignet zu Hauskuren. B e- Dpi C'Vl'mZWTY' aPProbierter Apotheker kömmliches Tafelwasser. Hauptniederlage: V_^LILI r dLllIIluy 1 München 2 NW 3 Theresienstraße 33 Telephon 27471 Lieferant sämtlicher städtischer Krankenhäuser, Sanatorien und Heilanstalten

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