Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 8 (24.2.1928)
- Date
- 1928-02-24
- Page
- Seite 116 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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116 Das Jüdische Echo Nr. 8 General Motors Automobile LORIN/ER & CO Nymphenburger Straße 128/Telephon 61836 Chevrolet Oakland La Salle achten diese Bestrebungen im Zusammenhänge mit der gesamten Entwicklung des Vorderen Orients. Die Erfahrung hat uns bisher gezeigt, daß ein friedliches Zusammenleben von Juden und Nichtjuden sich von Jahr zu Jahr deutlicher in Palästina herausbildet, daß die palästinische Wirtschaft gerade in Zeiten der Krise ihre Widerstandsfähigkeit und Elastizität bewiesen hat und daß von Jahr zu Jahr in zunehmendem Maße kulturelle Leistungen sichtbar werden. Selbstverständlich ist die direkte Durchführung der Palästinakolonisation, insbesondere die Erziehung geeigneter Menschen und die Beschaffung von Geld, in erster Linie eine Aufgabe der Judenheit. Wir arbeiten daran, durch Wachhaltung des allgemeinen Interesses für das jüdische Kolonisationswerk die Siedlung politisch und Wirtschaft- - lieh zu stärken und auch der jüdischen Welt die Größe der eigenen Verpflichtungen dadurch vor Augen zu führen, daß die Eingliederung des Palästinamandats in allgemeine Weltzusammenhänge durch unsere Tätigkeit besonders deutlich zutage tritt. Wir hatten die große Freude, mit dem Komitee France-Palestine in direkte Fühlung zu treten und begrüßen heute lebhaft die Gründung Ihres Komitees. Der enge Zusammenhang zwischen allen auf der Welt befindlichen Pro-Palästina-Komitees stellt einen neuen Beweis für die Fülle bestehender gemeinsamer Interessen dar. Dieser Zusammenhang könnte in besonders hohem Maße dadurch völkerverbindend wirken, daß in allen Ländern alle am Fortschritt der Menschheit Interessierten sich der Förderung eines Werkes widmen, in dem keinerlei aggressive Tendenzen vorhanden sein dürfen, wenn es gedeihen soll. Ich bedauere lebhaft, daß dringende Arbeiten in Berlin und unmittelbar anschließende Tätigkeit in Genf es mir unmöglich machen, Ihnen persönlich die Glückwünsche des Deutschen Komitees Pro Palästina zu überbringen. Ich darf Sie aber bitten, mein Schreiben auf der Gründungsveranstaltung Ihres Komitees, der ich den besten Verlauf wünsche, zur Kenntnis der Mitglieder zu bringen. Empfangen Sie, Herr Präsident, die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung. S. Bernstorff.“ Auch Justin G o d a r t hat ein sehr warmes Begrüßungsschreiben gesandt, in dem er insbesondere die Schaffung des Pro-Palästina-Komitees vom Standpunkte der internationalen Beziehungen begrüßt. Bemerkenswert sind folgende Sätze aus seinem Schreiben: „Es bereitet mir das größte Vergnügen, zu vernehmen, daß sich ein österreichisches Pro-Palästina-Komitee bildet, das dem unseren analog ist. I. MÜNCHENER PLISSEE-BRENNEREI ” FRHNZ QRUBER, MÜNCHEN Hohlsaum, Knöpfe, Endeln, Kanten, Kostdmstickerelen Burgstraße16/3 Knopflöchjar Telephon 22975 Schon im Vorjahre, als dieselbe Bewegung sich in Deutschland kundtat, haben wir mit Freuden festgestellt, mit welcher Stetigkeit sie an Ausdehnung gewann, wobei sie jedes unangenehme Aufsehen vermied, dies vielmehr kraft einer Art unauffälliger, ruhiger und gesunder Begeisterung bewirkte. Das beweist, bis zu welchem Maße dieses an sich kleine Problem, das in Unscheinbarkeit auftritt, trotzdem teil hat an den Bemühungen zur Wiederaufrichtung Europas und zu seiner moralischen Gesundung und beiträgt zum internationalen Gleichgewicht und zur Veredelung des neuen Weltgewissens. Innerhalb jeder Nation ist die Rückwirkung nicht weniger bemerkenswert und birgt in sich Versprechungen von ungeheurem Ausmaß. Selbst wenn wir die übertriebene Anteilnahme vernachlässigen und sie sogar bedauern, für die der herrschende Zeitgeist die Ursache ist, unterliegt es keinem Zweifel, daß die auf das Verhandlungsprogramm gesetzte jüdische Freiheit in den ständigen Ratsitzungen der an der Arbeit des Völkerbundes beteiligten Regierungen, daß die Propaganda, der Ton der eingebrachten Vorschläge, die Würdigung und Achtung, welche sich immer mehr daran knüpfen, daß all dies besonders geeignet ist, die auf das Judentum bezüglichen Gefühle und Worte im öffentlichen Denken zu ändern. Nach und nach wird das althergebrachte Mißtrauen vom Plan verschwinden und der Antisemitismus nur mehr den Bezeichnungen für verschwundene Krankheiten angehören, jenen schrecklichen sozialen oder körperlichen Krankheiten, über die es der Wissenschaft und Gerechtigkeit zu triumphieren gelungen ist. Ich hoffe, daß unsere immer zahlreicher werdenden Vereinigungen sich in nicht allzu ferner Zeit untereinander organisieren werden, daß sie sich periodische Zusammenkünfte sichern, so daß es ebenso, wie es zionistische Kongresse gibt, in den großen Städten Europas auch Kongresse der Freunde des Zionismus geben wir d.“ In einer längeren Ansprache erörterte nun Präsident S o k o l o w die große Bedeutung des jüdischen Siedlungswerkes in Palästina, das vorwiegend auf landwirtschaftlicher Grundlage errichtet wird, für den Weltfrieden und für die Verbindung zwischen Orient und Okzident. Armenier, Araber und Juden sind berufen, sich in dieses Friedenswerk der Erschließung des nahen Orients zu teilen. Sokolow hofft, daß es auch dem österreichischen Komitee Pro Palästina gelingen wird, die große Aufgabe der Verständigung zwischen Juden und Nichtjuden zu erfüllen und für die Förderung des Aufbaues der jüdischen Heimstätte, in Anerkennung dessen hohen Menschheitswertes, wirksam einzutreten. Namens der Regierung begrüßte Ministerialrat Dr. Fohr das Zustandekommen des Pro-Palästina- Komitees und wünschte allen Bemühungen, die mit der Errichtung der jüdischen Heimstätte in Palästina im Einklang stehen, vollen Erfolg. Vizekanzler Dr. B r e i s k y hob die Bedeutung des Pro-Paläs,tina-Komitees als einer k u 11 u r e ll e n Tat hervor. Es sei natürlich, führte Dr.