Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 7 (17.2.1928)
- Date
- 1928-02-17
- Page
- Seite 108 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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--SÄ8, esSwasä ■■ s 108 Das Jüdische Echo / Literarische Beilage Nr. 7 wurde eine Reihe biblischer und klassischer Stücke aufgeführt: „Belsazar“ (H. Rasche), „Dybuk“ (Sch. Snsky), „Jaacobs Traum“ (R. Beer- Hoffmann). „Der eingebildete Kranke“ (Moliere) u. a. Im Vergleich zu anderen Truppen gab der „Thai“ quantitativ wenig, qualitativ jedoch viel. Es war ein Zusammenschmelzen von Stanislawskys Künstler- und Tairows Kammer-Theater mit original hebräisch-palästinischen Ergänzungen, — weder einer Schablone folgend, noch an einer Autoritätsmeinung hängend. Aber dieses System von M. Gnessin, das nur Weniger Besitz ist, führte Ende voriger Saison zu einer Trennung eines Teiles der Schauspieler von JM. Gnesin. Und im „Thai“ geschah das, was jeder wertvollen Bühne, — die den Grund zu einem neuen Kunstsystem, in mehrere Bühnen zu zerfallen, zu legen strebt, — geschehen kann. Und es ging ein Austausch der Kräfte vor sich: ein Schauspieler ging, ein anderer kam. Der „Thai“ jedoch setzt seine Tätigkeit fort, wie M. Gnessin sein System. Bücher Minchath Pitim. Aus dem Nachlaß des Dr. Heinrich Ehrentreu, herausgegeben vom Hermon-Verlag in Frankfurt a. M. Wenn auch im allgemeinen in diesen Blättern rein talmudische Literatur nicht besprochen zu werden pflegt, so bildet doch dieses Werk des einzigartigen Gelehrten, das gerade zur erstmaligen Wiederkehr des Todestages erschienen ist, eine Ausnahme, nicht nur, weil unsere Münchener Gemeinde den Vorzug hatte, durch ihn eine Residenz der Thora zu sein, sondern auch, weil die hier gesammelten talmudischen Aufsätze, die in Form von Deraschoth vom Verfasser in der Synagoge Ohel Jakob gehalten worden, mit höchster wissenschaftlicher Gründlichkeit auf diesem Gebiet eine Klarheit des Geistes beweisen, welche geradezu modern anmutet und in dieser Verbindung, in der Behandlung rein talmudischer Themen nur sehr selten anzutreffen ist. Außer der talmudisch-halachischen Aufklärung findet sich in diesen Deraschoth, in welchen das in höchster Intuition Ausgedachte in tiefster Bescheidenheit vorgetragen wird, auch die seltene Fähigkeit, im Wege der sogenannten Melizah (poetischer Ausdeutung talmudischer Termini) das Halachische zugleich in den Mussar (die praktische Anleitung zum jüdischen Leben) umzubiegen, so daß auch die Agadah zu ihrem Rechte kommt. Das vom Verlag handlich und würdig ausgestattete'Werk wird weit über Deutschland hinaus in den Kreisen wirklicher talmudischer Gelehrsamkeit Aufsehen erregen. Den Mitgliedern der Gemeinde des heimgegangenen Meisters wird es eine Quelle heiligster Erinnerung sein und bleiben. E. F. Martin Buber: Des Baal-Schem-Tow Unterweisung im Umgang mit Gott. Bei Jakob Hegner in Hellerau. Martin Buber hat in seinen wichtigen und bedeutsamen Werken über den Chassidismus, den er uns erst richtig verstehen gelernt hat, den Baal-Schem und seine Wirksamkeit bereits ausführlich behandelt. In diesem seinem neuen Buche nun sind Worte des Baal-Schem, der selbst ja keine Zeile niederschrieb, nahezu wortgetreu wiederhergestellt nach bruchstückweisen Aufzeichnungen seiner Schüler zusammengestellt; in ihrem Zusammenhang geben sie ein getreues Bild der Lehre des Baal-Schem. Ein Beispiel daraus mag zeigen, wie eindringlich und tief in ganz einfachen Worten, geheimnisvoll und doch seltsam klar, große Ideen erfaßt und dargestellt werden! Vom Erkennen. Hätten sie doch mich nicht verlassen, spricht Gott, und meine Lehre bewahrt! Das ist so zu denken: Der Endsinn des Wissens ist, daß wir nicht wissen können. Aber es gibt zwei Arten des Nichtwissenkönnens. Das eine ist das alsbaldige: da beginnt einer gar nicht erst zu forschen und zu erkennen, weil es ja doch unmöglich ist zu wissen. Ein anderer aber forscht und sucht, bis er erkennt, daß man nicht wissen kann. Und der Unterschied zwischen beiden — wem sind sie wohl zu vergleichen? Zweien, die den König kennen lernen wollen. Der eine betritt alle Gemächer des Königs, er erfreut sich an des Königs Schatzkammer und Prunkhallen, und danach erfährt er, daß er den König nicht kennen lernen kann. Der andere sagt sich: Da es nicht möglich ist, den König kennen zu lernen, wollen wir gar nicht eintreten, sondern uns mit dem Nichtkennen bescheiden. Daraus ist zu verstehen, was jene Worte Gottes bedeuten: Sie haben mich verlassen — das ist, sie haben aufgegeben, mich zu erkennen, weil es nicht möglich sei; aber hätten sie mich doch verlassen aus Forschen und Erkennen, indem sie meine Lehren bewahrten! H. Z. Die Kinder Israel. Ein Mose-Roman von Werner Jansen. In einem kurzen Vorwort sagt der Verfasser: „Schnüffler mögen Tendenz wittern; Historiker Fehler finden — jedem sein Spielchen. In dieser verlogenen Zeit, wo auch das Klarste mit hämischem Vergnügen entstellt zu werden droht, muß es wohl gesagt sein: dies Buch handelt einzig von der Kraft des Blutes, für die ich keinen sinnfälligeren Vorwurf in der Weltgeschichte entdecken konnte als Mose.“ Der ganze Roman konzentriert sich um die Gestalt Mosis. Der Sohn der ägyptischen Königstochter Bithja und des jüdischen Wesirs Amram wird am Königshof erzogen und vom Pharao großzügig zum Thronerben ernannt. Natürlich ist seine Erziehung national-ägyptisch. Der „ägyptischste der Ägypter“ wird als Fronoberst nach Gosen geschickt und dort werden zum erstenmal Zweifel über seine Herkunft in ihm wach. Sie verfolgen ihn und in Echnatons, des Ketzers, göttlichem Amarna ringt Mose, wie einst Jakob, um seinen Gott. Er verläßt Ägypten, durchwandert die Wüste und gelangt schließlich nach Midian. Hat er in Amarna seinen Gott erlebt, so erlebt er hier Die idealen Fahrzeuge DER NEUE FORD 8/28 od. 13/40 PS bei gleichen Preisen v o n Weltruf Große Geschwindigkeit, Beschleunigung, Bergsteigfähigkeit, wunderbare Präzisionsarbeit und Linienführung ^oncl STEPPACHER & CO. LINCOLN 23/100 LOCOMOBILE 16/70 Die berühmten 8 Cylinder der Welt Einzige autoris. „Ford“-Vertretun0 BarerStr.30 (beim Obelisk),Toi. 57 460 fl