Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 6 (10.2.1928)
- Date
- 1928-02-10
- Page
- Seite 87 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6 Das Jüdische Echo 87 Arbeit und Erziehung (Brief aus Palästina) Von Dr. Hans Kohn (Jerusalem) Die palästinische Regierung hat in der letzten Zeit eine erhöhte gesetzgeberische Tätigkeit entfaltet. Unter den neuen Verordnungen befinden sich einige, die auch für die Öffentlichkeit von größerem Interesse sind und die die Tendenz der palästinischen Regierung zeigen, langsam zu einer modernen Gesetzgebung auch auf dem Gebiete der Verwaltung überzugehen. So hat die palästinische Regierung dem Gesetz über die Pflicht-Unfallversicherung der Arbeiter nun eines über die Einschränkungen der Arbeit von Frauen und Jugendlichen unter 16 Jahren in gewerblichen und industriellen Betrieben folgen lassen. Dieses Gesetz kommt oft ausgesprochenen Wünschen der jüdischen Bevölkerung nach einer modernen sozialen Gesetzgebung entgegen. Es hat zugleich eine darüber hinausgehende Bedeutung. Soweit es eine Industrie im Orient gibt, verwendet sie vielfach, wie es die Industrie in Europa vor einigen Jahrzehnten getan hat, ohne Einschränkung die Arbeit von Frauen und Kindern. Eine fortschreitende soziale Gesetzgebung muß notwendigerweise die sozialen Ansprüche und den Standard des arabischen Arbeiters in Palästina heben und dem des europäischen und jüdischen Arbeiters annähern. Eines der ernstesten Hindernisse auf dem Wege der wirtschaftlichen Entfaltung der jüdischen Siedlung in Palästina ist der verschiedenartige Lebens-Standard des jüdischen und des arabischen Arbeiters. Der Standard des arabischen Arbeiters ist bekanntlich viel niedriger als der des jüdischen. Dies bezieht sich jedoch nur auf die Arbeiterklasse. Das Lebensniveau des arabischen und des europäischen Bürgertums ist vielfach höher als das des jüdischen. Der durchschnittliche Tageslohn eines arabischen Arbeiters beträgt 10 Piaster, während der Mindestlohn eines jüdischen Arbeiters bei Aufrechterhaltung seines Lebens-Standards 15—17,5 Piaster beträgt, während noch vor wenigen Jahren der Mindestlohn des ungelernten jüdischen Arbeiters 25 Piaster ausmachte. Das Nebeneinanderstehen zweier verschiedener Lebenshaltungen bei der gleichen Klasse ist wirtschaftlich schwer lösbar. Die Zionistische Exekutive und die Jüdische Arbeiterorganisation haben durch Maßnahmen für die kulturelle, gesundheitliche und soziale Fürsorge der Arbeiter der Senkung des Lebens-Standards entgegenzuwirken gesucht. Es ist verhältnismäßig leicht, dem qualifizierten jüdischen Arbeiter ein höheres Arbeitseinkommen zu sichern, da er heute noch vielfach ein Monopol auf dem palästinischen Arbeitsmarkt besitzt, so daß er selbst von nichtjüdischen Unternehmern in steigendem Maße herangezogen wird. Eine fortschreitende Europäisierung der arabischen Wirtschaft wird die Heranziehung neuer qualifizierter und technisch geschulter jüdischer Kräfte notwendig machen. Der ungelernte jüdische Arbeiter kann aber in der rein wirtschaftlichen Sphäre die Konkurrenz mit dem arabischen Arbeiter nicht aufnehmen. Daraus ergeben sich nicht nur die Konflikte in den alten jüdischen Kolonien, sondern auch bei der Vergebung der Regierungsarbeiten, da die Regierung auf dem Standpunkte steht, daß Regierungsarbeiten nur in öffentlicher Ausschreibung an das niedrigste Angebot vergeben werden. Die Lohnpolitik der Regierung scheint darauf gerichtet zu sein, eine Anpassung des Niveaus der Lebenshaltung der verschiedenen Gruppen aneinander herrage und Antwortspiel ZELT aus der Februar-Nummer des 1 Was sind Marranen 2 ln welchem Jahre erfolgte die Vertreibung der Juden aus Spanien 3 Seit wann gibt es Juden in Deutschland 4 Was ist die „Altneuschul" 5 Was bedeuten die Bezeichnungen Sephardim und Aschkenasim 6 Wer waren die die Chasaren 7 Was ist die Mesa-Inschrift 8 Welches Land bezeichnet man als Transjordanien 9 Wer war der letzte König von Judäa 10 Wo lag das biblische Tarschisch Können Sie diese Fragen und noch 10 weitere be* antworten! Wollen Sie nicht doch für Ihre Kinder „Das Zelt" bei der Post bestellen!