Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 5 (3.2.1928)
- Date
- 1928-02-03
- Page
- Seite 74 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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74 Das Jüdische Echo Nr. 5 Kammersängerin lineSanden von der Münchener Staatsoper pernschule Ausbildung bis zur Bühnenreife Anmeldung, Prospekt, Clemensstr. 92 Villa „Carmen“, München, Tel. 360 218 Minister Arnery gab in seiner Erwiderung zu, daß gewisse aus der Zeit der Türkenherrschaft übernommene altmodische Steuermethoden reformbedürftig seien, sagte aber, daß in dieser Beziehung vieles besser geworden sei. Die Regierung befasse sich mit der Einführung einer Landwirtschaftssteuer, die auf allgemeiner Schätzung und nicht wie bisher auf der jeweiligen Jahresproduktion basiert. Zum Schluß gab Minister Amery den Mitgliedern der Abordnung die Versicherung, daß die britische Regierung fest auf dem Boden des Palästina-Mandates steht und entschlossen sei, die Bestimmungen des Mandates mit dem möglichsten Erfolg durchzuführen. Der Hafenbau in Haifa Jerusalem, 17. Januar. (JTA.) Im Zusammenhang mit den jetzt vor sich gehenden vorbereitenden Arbeiten zur Erbauung des großen Mittelmeerhafens in Haifa wird mitgeteilt, daß die Haifaer Küste um 150 Meter nach der See zu durch Aufschüttungen erweitert wird. Die Seetiefe im Hafen wird 12 Meter betragen, an den Kais werden 5000-Tonnen-Schiffe vertäut werden können. Eine Werft für Schiffsreparatur wird angelegt werden. Aus den zwei von der Regierung in der Nachbarschaft von Haifa erworbenen Steinbrüchen werden eineinhalb Millionen Tonnen Steine für den Hafenbau geholt werden. Eine neue Immobiliensteuer in Palästina eingeführt Jerusalem, 27. Januar. (JTA.) Die Regierung Palästinas hat soeben einen Gesetzentwurf über die Einführung einer Steuer auf unbewegliches Eigentum veröffentlicht, der die aus der Zeit der Türkenherrschaft stammende städtische Immobiliensteuer, die sogenannte „Werko“, ablöst. In dem neuen Steuerentwurf ist vorgesehen, daß die Immobiliensteuer höchstens 12,5 Prozent des Wertes des Haus- oder Bodenbesitztums nach der letzten Jahresschätzung betragen dürfe. Die bis jetzt in Geltung gewesene Werko- Steuer belastete jedes unbewegliche Besitztum mit einer jährlichen Abgabe von vier bis zehn pro mille des von einer Schätzungskommission ermittelten Kapitalswertes. Vor kurzem hat der Unterstaatssekretär für die Kolonien, Ormsby-Gore, im britischen Unterhaus auf eine an ihn gestellte Frage erwidert, es seien bereits Vorbereitungen getroffen worden, um die Steuersysteme des Zehent und der Werko durch eine moderne Steuer zu ersetzen. Enthüllung eines Grabsteins für Achad Haam Jerusalem, 23. Januar. (JTA.) Am Sonntag, dem 22. Januar, ein Jahr nach dem Ableben des hebräischen Philosophen und Begründers des Kultur-Zionismus, Achad Haam (Ascher Ginsburg), wurde auf dessen Grabe in Tel-Awiw ein Gedenkstein gesetzt. Die feierliche Enthüllungszeremcnie wurde von der Stadtverwaltung von Tel-Awiw, die auch den Grabstein gestiftet hat, arrangiert. Auf dem Friedhof hatten sich Tausende jüdische Bürger von Tel-Awiw und Abordnungen aus anderen Städten eingefunden. Die Schüler und Schülerinnen der Tel-Awiwer Schulen zogen in Reih und Glied zum Friedhof. Der Dichter Chaim Nachman Bialik hielt die Gedenkrede auf den jüdischen geistigen Führer. Juden und palästinische Staatsangehörigkeit Jerusalem, 15. Januar. (JTA.) Die Bewegung zur Annahme der palästinischen Bürgerschaft macht unter den Juden Palästinas Fortschritte. Im Dezember 1927 haben sich 155 Juden durch den Jerusalemer Waad Hair um die palästinische Bürgerschaft beworben. Keine Zulassung der Juden zur Höhle Machpelah Der Oberste Moslemitische Rat dementiert die Meldung, wonach er den Zutritt zur Höhle Machpelah den Nichtmohammedanern gestattet hätte. Es ist interessant, daß die jüdischen Zeitungen Palästinas bereits gegen die Höhe der Eintrittsgebühren zur Höhle Machpelah Stellung genommen haben. Es scheint sich hier somit eher um die Rückgängigmachung als die Nichtfassung eines Beschlusses zu handeln. (Ziko) Personalia David Horn zum 60. Geburtstage Eine Persönlichkeit, die in Münchener jüdischen Kreisen, besonders in zionistischen und ostjüdischen, allgemein bekannt und beliebt ist, Herr David Horn, begeht am 5. Februar seinen 60. Geburtstag. Vor vielen Jahren, als die zionistische Bewegung in München sich durchzusetzen begann, war David Horn einer der eifrigsten Verfechter der nationalen Idee. Die Dienste, die er in den letzten 10 Jahren dem „Gesamtausschuß der Ostjuden“ geleistet hat, dessen Mitbegründer er war, legen Zeugnis ab von seiner unermüdlichen Schaffenskraft. Als Vorsitzender der Unterstützungskommission ist er vielen Armen beigestanden, hat er mit innerer Anteilnahme jeden Unglücklichen und Verzagten aufgerichtet. Obwohl er selbst immer um seine Existenz zu kämpfen hatte, obwohl er selbst nicht ganz gesund war, scheute er keine Opfer; oft holte man ihn sogar noch nachts aus dem Bett, wenn die Zeit drängte. In den letzten Jahren galt seine Arbeit dem Schiedsgerichtswesen. Viele Tage und Stunden hat dieser treue Arbeiter sich abgemüht, um die zwischen seinen Brüdern entstandenen Streitigkeiten zu schlichten und die Eintracht seines Kreises zu festigen. Jeder, der mit David Horn in Berührung kam, muß die Lauterkeit seines Charakters, seine freundliche Nächstenliebe, sein bescheidenes Wesen hoch anerkennen. Was all seiner, oft in kleinlicher Tagesarbeit aufgehenden Tätigkeit den Antrieb gab, das ist seine grenzenlose Liebe zur jüdischen Volksgemeinschaft. Wir wissen, daß seine Hoffnung auf das werdende Palästina gerichtet ist, auf das Nationalheim in Erez Israel. Wir wünschen unserem Freunde, Herrn David Horn, viele glückliche und zufriedene Jahre und möge sein Wunsch, sich noch mit uns im Lande Theodor Herzls zu sehen und zu freuen, in Erfüllung gehen.! A