Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 5 (3.2.1928)
- Date
- 1928-02-03
- Page
- Seite 73 (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 5 Das Jüdische Echo 73 angehörigen Kommissionsmitglieder aus Judenhaß, die Linken aber aus Religionshaß für den monströsen Antrag Zawadski gestimmt haben. Rabbiner Schmelkes gestorben Am 21. Januar ist in Przemysl im Alter von 71 Jahren Rabbiner Gedaljah Schmelkes gestorben. Mit Rabbiner Schmelkes geht einer der ersten orthodoxen Rabbiner des Ostens, die sich dem Zionismus angeschlossen haben, dahin. Rabbiner Schmelkes, der an mehreren Zionistenkongreßen (in Basel, Hamburg, Wien und Karlsbad) teilgenommen hat, war einer der Gründer des Misrachi. (Ziko) Das Problem einer jüdischen Republik im fernen Osten wird auf der Konferenz der jüdischen Bauern Weißrußlands erörtert Minsk, 24. Januar. (JTA.) Der gegenwärtigen in Minsk stattfindenden Konferenz der Vertreter der jüdischen Bauernschaft Weißrußlands lag das Projekt von KOMZET (staatliche Kommission für jüdische Landansiedlung und Industrialisierung) vor, welches bekanntlich darauf hinausgeht, im fernen Osten, im Birska Bidschaner Rayon, eine jüdische Siedlung im großen Stile einzuleiten mit dem Ziele, dort eine autonome jüdische Republik zu begründen. Es handelt sich bekanntlich um ein Gebiet von etwa zwei Millionen Hektar, auf welchem gegenwärtig eine Bevölkerung von nur 27 000 Menschen wohnt. Im Laufe der Zeit sollen eine Million Juden als Landwirte, als Forstleute und in der hier aussichtsreichen Bergindustrie Platz finden. Wie die russischen Zeitungen mitteilen, hat die jüdische Bauernkonferenz in Minsk dem von der Sowjetregierung — wie es heißt — bereits gebilligten Plan zugestimmt und einstimmig den folgenden Beschluß gefaßt: Wir haben grenzenloses Vertrauen zu der kommunistischen Partei und werden überall hingehen, wo man uns Arbeit zuweist; wir werden auch nach dem Birska Bidschaner Gebiet gehen, um dort unser jüdisches Vaterland zu erbauen. Die Studentenprozesse in Rumänien Bukarest, 26. Januar. (JTA.) Das Kriegsgericht des zweiten Armeekorps in Bukarest verhandelte heute gegen drei Studenten, die zwei italienische Staatsangehörige, die sie für Juden hielten, in Bukarest auf offener Straße tätlich insultiert hatten. Von den Angeklagten wurde einer zu 20, die übrigen zwei zu je 10 Tagen Gefängnis verurteilt. Der Prozeß in Großwardein gegen die Studenten Diaconescu und Gherghel, die den Hotelbesitzer Waisslovich mißhandelt und lebensgefährlich verletzt haben, wurde abermals vertagt. Es heißt, daß Prof. Cuza und Codrianu, der den Jassyer Präfekten Manciu seinerzeit ermordet hat, die Verteidigung übernommen haben. Der Prozeß wird in Klausenburg stattfinden. Der neue Oberrabbiner von Tunis Tunis, 30. Januar. (JTA.) Rabbi Nissim Yarhi, bisher Vorsitzender des Rabbiner-Gerichts (Beth- Din), wurde zum Oberrabbiner von Tunis gewählt. Den Vorsitz im Rabbiner-Gericht hat jetzt das älteste Beth-Din-Mitglied, Rabbi David Ktorzam, inne. Nathan Straus’ 80. Geburtstag Neuyork, 27. Januar. (JTA.) Am Dienstag, dem 31. Januar, vollendete der berühmte jüdische Philantrop Nathan Straus sein 80. Lebensjahr. Neben zahlreichen anderen großen Wohlfahrtswerken hat Nathan Straus in der ganzen Welt die Organisation für Milchentkeimung geschaffen und dadurch das Leben von Hunderttausenden Säuglingen, die sonst zugrunde gegangen wären, retten helfen. In den letzten Jahren wandte er seine besondere Sorgfalt Palästina zu, wo er ein Gesundheitszentrum für alle Einwohner ohne Unterschied der Rasse und Konfession schuf. Täglich laufen aus allen Teilen der Welt Begrüßungen für den Jubilar ein. Der britische Reichsrabbiner Dr. J. H. Hertz äußerte in seinem Glückwunsch, das ganze Leben von Nathan Straus sei ein „Kiddusch Haschern“. Gedalia Bublik Präsident des amerikanischen Misrachi Neuyork, 22. Januar. (JTA.) Die Exekutive des amerikanischen Misrachi hat den Herausgeber des „Jiddischen Togblatt“ (Jewish Daily News), Gedalia Bublik, zum Präsidenten der Organisation gewählt. Vizepräsidenten sind Rabbi Wolf Gold und Rabbi Eiiah Inselbusch. Bekanntlich ist die letzte Jahreskonferenz des amerikanischen Misrachi auseinandergegangen, ohne daß es gelungen war, sich auf die Person eines neuen Präsidenten zu einigen, nachdem Rabbi J. Levenson die Präsidentenwürde abgelehnt hat. Schließlich wurde der in Amerika anwesende Präsident des Welt-Misrachi, Rabbi Mayer Berlin, gebeten, zeitweilig die Leitung der amerikanischen Organisation zu übernehmen. Das Interregnum hat nun durch die Wahl von Gedalia Bublik zum Präsidenten der Landesorganisation sein Ende gefunden. Louis Lipsky und A. J. Freiman bei Minister Amery Protest wegen des Mangels an Unterstützung des Jüdischen Nationalheims — Versprechungen des Kolonialministers Neuyork, 29. Januar. (JTA.) Während der Anwesenheit des britischen Kolonialministers, Herrn Amery, in Ottawa besuchte ihn eine Abordnung der kanadischen Zionisten, die von dem Präsidenten der amerikanischen zionistischen Organisation, Louis Lipsky, und dem Präsidenten der zionistischen Föderation von Kanada, A. J. Freiman, geführt wurde. Die Mitglieder der Abordnung führten gegenüber Herrn Amery Klage darüber, daß die Palästina-Regierung den Aufbau Palästinas nicht genug unterstützt. Die den jüdischen Kolonisten auferlegten Steuern seien schwer tragbar, die jüdische Industrie ermangelt der offiziellen Förderung. Dabei leisten die Juden fast 80 Prozent der gesamten von der Palästina-Regierung erhobenen Steuern und Zölle. Die Abordnung sprach die dringende Forderung aus, daß die Palästina-Regierung die der zionistischen Arbeit in Palästina entgegenstehenden Hemmungen beseitigen und in dem System der Landeswirtschaft und der Steuern Reformen in dem Smne einführen solle, daß die Entwicklung des Jüdischen Nationalheims ungehemmt fortschreiten könne. Wer ist Petachjah aus Regensburg?