Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 5 (3.2.1928)
- Date
- 1928-02-03
- Page
- Seite 71 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5 Das Jüdische Echo 71 es erleben, daß sie in allen Instanzen durchfiel und jetzt die Prozeßkosten tragen muß. In der Repräsentantensitzung kam die Angelegenheit zur Sprache und der tschechische Assimilant Reiner forderte, die Gemeinde müsse sich des Vertrages mit Hagibor entledigen. Dr. Goldstein verwies nachdrücklich auf die bereits vorliegenden gerichtlichen Entscheidungen und beantragte, eine Kommission mit den weiteren Verhandlungen mit Hagibor zu betrauen. Der Antrag wurde mit allen Stimmen gegen die Tschechojuden angenommen, die zum Zeichen des Protestes den Saal verließen. Solche Vorgänge sind natürlich Ermunterungen für die Antisemiten aller Riten und so ist es nicht verwunderlich, daß die deutsche medizinische Fakultät durch einfachen Anschlag die Sperre gegen alle Ausländer, lies Juden, verhängt hat. „Umschwung in Palästina“ Berlin, 29. Januar. (JTA.) Das „Berliner Tageblatt“ von Sonnabend Morgen bringt im Leitartikel eine Korrespondenz seines Jerusalemer Vertreters Ernst Davis, die die Überschrift „Umschwung in Palästina“ trägt und ungefähr besagt: Die Depression hat in den letzten Wochen nachgelassen und mit ihr der psychische Druck, der zwei Jahre lang auf dem Lande lastete. In diesem Lande betrachtet jeder das Wirtschaftliche nur als Instrument des Politischen, und das Politische ist in erster Linie die Einwanderung. Ein Jahr wird dann als gut beurteilt, wenn die Zahl der Immigranten groß war (groß heißt mindestens zwanzigtausend Seelen), als erträglich, wenn die Einwanderung zwar klein, aber ansteigend war, und als schlecht, wenn sie stagnierte oder gar sank. Jeder, der hierher kam, tat es und hält es nur aus, weil er sich als Vortrupp einer großen, friedlichen Armee von Arbeitern, Kapitalisten, Handwerkern und Bauern fühlt. In den letzten beiden Jahren aber ist diese Armee nicht nur zum größten Teil ausgeblieben, sondern viele, die schon hier waren, mußten, von der Krise gedrängt, ihre Posten verlassen. Die einflußreichen deutschen und tschechoslowakischen Zionisten proklamierten gerade in dieser Periode ihre neue These, die grundsätzlich die Bildung einer jüdischen Mehrheit in Palästina verwarf und daher ganz konsequent die Einschränkung der Immigration verlangte. Der Kongreß faßte Beschlüsse, die äußerlich diesen Forderungen entsprachen. Ein paar Führer des Jischuw gaben aber auf dem Kongreß die neue Parole aus: „Palästina muß sich selbst aufbauen. Es muß die Überwindung der Krise und die Kolonisation selbst in die Hand nehmen und selbst eine neue Immigration ermöglichen.“ Damit zeigten sie dem Jischuw einen Weg und lösten Energien aus, die nach der langen Lethargie langsam zu wirken beginnen. Die ersehnte große zentrale Geldquelle, aus der befruchtendes Kapital strömen soll, ist zwar auch dadurch nicht bloßgelegt worden. Aber dafür ist ia den letzten Wochen aus vielen kleinen Quellen Geld in die Wirtschaft hereingeströmt. Zum ersten Male hat die Industrie die ersehnten langfristigen Betriebs- und Vergrößerungskredite in ansehnlichem Maße erhalten. Wie hoch diese Summen zusammen sind, kann man schwer sagen, aber in Mark ausgedrückt gehen sie sicher in die Millionen: Eine Million wurde allein durch eine kleine Tel-Awiwer Bank von anonymer Seite zur Verteilung an Kleinunternehmungen zur Verfügung gestellt, 1,2 Millionen zeichnete eine private Eine gute Kritik aus dem Munde oder der Feder von Autoritäten wird von dem Laienpubiikum ganz richtig als Auszeichnung bewertet. — Liszt, Bülow, d'Albert, Reger, Busoni, u. v. a. haben übereinstimmend 00 Flügel Pianos wegen ihrer leichten elastischen Spielart, ihrer bezaubernden Tonschönheit und reichen Klangfülle in allen Lagen gerühmt. 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Die Gesamtausfuhr wuchs unter dem Einfluß der guten Orangenernte, aber auch durch den steigenden Fertigwarenexport, in der ersten Hälfte 1927 um reichlich 50 Prozent gegen den gleichen Zeitraum 1926. Die Lederausfuhr wird 1927 doppelt soviel ergeben haben wie im Vorjahre, der Olivenölversand erreichte schon zu Beginn der zweiten Jahreshälfte das Vierfache des Wertes, den er im ganzen Vorjahre hatte. Auch Zement und Strümpfe werden den zwei- bis dreifachen Vorjahrsexport erbracht haben. Abgesehen von der Baustoffindustrie ist eine Produktions- und Umsatzsteigerung um 50 Prozent gegen 1926, in manchen Betrieben sogar gegen das Konjunkturjahr 1925, zu verzeichnen.