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Das jüdische Echo · 1928-02-03 · 5 (3.2.1928) · p. Seite 70

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
5 (3.2.1928)
Date
1928-02-03
Page
Seite 70 (sequence 6)
Language
German
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I 70 Das Jüdische Echo Nr. 5 PACKARD verkörpert vornehmen Reichtum Generalvertreter: GEBR. BEISSBARTH / KOHLSTR. 2 beim Deutschen Museum Vom Preußischen Landesverband Berlin, 23. Januar. (JTA!) Der Große Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, der gestern zu einer Sitzung zusammentrat, beschloß, die Landesversammlung zum 25. März einzuberufen. Die Festsetzung der Tagesordnung wird noch erfolgen. Direktor Kareski legte den Haushaltsplan für 1928 und 1929 vor. Die Frage der Bestellung eines Sachverständigen für die jüdischen Angelegenheiten im Kultusministerium (dieses Amt wurde früher von dem verstorbenen Justizrat Lilienthal bekleidet) wurde einer Kommission überwiesen, die aus den Herren Rechtsanwalt Dr. Klee, Prof. Türk, Rabbiner Dr. Baeck, Rechtsanwalt Herzfeld (Essen) und M. A. Loeb besteht. Kammergerichtsrat Wolff berichtete über die Frage der Reichsorganisation. Ein von ihm vorgelegter Entwurf, der auf den Beschlüssen der Dresdner Tagung fußt, soll der gewählten Kommission zur Prüfung überlassen bleiben und eventuell als Grundlage für die weiteren Verhandlungen mit den süddeutschen Verbänden dienen. Da durch das Hinscheiden der Herren Justizrat Lilienthal und Galewski das Präsidium zur Zeit nur aus dem Präsidenten Kammergerichtsrat Wolff und dem stellvertretenden Präsidenten Rechtsanwalt Dr. Klee besteht, wurden die Herren Professor Türk und M. A. Loeb zu stellvertretenden Präsidenten bestellt. Prof. Elbogen übernahm das Amt eines stellvertretenden Schriftführers, Herr Ostberg das eines stellvertretenden Schatzmeisters. In den Wohlfahrtsausschuß wurde Herr Dr. Sandler delegiert. Eine Einladung aus Köln, eine Ratssitzung in Köln abzuhalten, sowie eine Einladung der Stadt Köln, anläßlich der Presse-Ausstellung dort eine „Jüdische Kulturwoche“ abzuhalten, wurde mit Dank angenommen. Es soll versucht werden, mit anderen Organisationen in Fühlung zu treten, um eventuell eine Kölner „Jüdische Woche“ zu veranstalten. In das Büro für Schächtschutz wurden die Herren Rechtsanwalt Kollenscher und Loeb delegiert. Über das Judengesetz und die Verhandlungen mit dem Halberstädter Verband berichtete Herr Dr. Freuend. Prof. Türk gab Bericht über die Bewilligungen des Wohlfahrtsausschusses in der Gesamthöhe von etwa 150 000 RM. Das Gesuch des Reichsbundes Jüdischer Frontsoldaten um Unterstützung seiner Siedlungsaktion wurde grundsätzlich akzeptiert, jedoch mit der Einschränkung, daß eine größere finanzielle Unterstützung von den Möglichkeiten des nächsten Etats abhängig gemacht werden müsse. Mit Bezug auf die Lehrerausbildung wurde beschlossen, am 1. April auf Kosten des Landesverbandes eine Obersekunda an der höheren Lehranstalt „Jawne“ in Köln zu errichten, auch das Lehrerseminar in Köln zu subventionieren, die Höhe der Subvention aber dem Haushaltsausschuß zu überlassen. Beschlüsse des liberalen und des konservativen Unterrichtsausschusses, sowie des konservativen Kultusausschusses wurden zur Kenntnis genommen. Über die Unterstützung der Rabbinerseminare berichtete Dr. Klee. Die bewilligten Beträge sind restlos auszuschütten, in Zukunft aber eine anteilmäßige Beteiligung der anderen Landesverbände herbeizuführen. Ein Antrag des Ständigen Ausschusses, die Frage der pädagogischen Akademie betreffend, wurde dem Unterrichtsausschuß überwiesen; ebenso dem Haushaltsausschuß ein Antrag des Wohlfahrtsamtes Berlin auf Bereitstellung von Mitteln zu Unterstützung jüdischer Gelehrter und Wissenschaftler. Die Einberufung einer Konferenz über Taufe und Mischehen wurde im Prinzip genehmigt, auch für die Vorarbeiten ein entsprechender Betrag bewilligt, sowie eine Kommission mit dem Rechte der Zuwahl gewählt. Die Frage der Wohnungsfürsorge soll einzelnen Gemeinden nahegelegt werden. Dabei wurde die Frage erörtert, wie weit es möglich sein würde, für die Gemeinden von den Kommunen Mittel darlehensweise aus den Erträgen der Hauszinssteuer zu erhalten. Jüdisches aus Prag Grobe Taktlosigkeiten der tschechischen Assimilanten Aus Prag wird der Wiener „Neuen Welt“ geschrieben: Eine merkwürdige Debatte wurde in der Sitzung des Kultusvorstandes am 15. Januar durchgeführt. Die Zionistische Organisation .hatte eine Trauerfeier für Dr. Chajes und Tiomkin im Jubiläumstempel angesetzt und der Synagogenausschuß hatte die Gemeinderepräsentanz zu dieseer Feier eingeladen, statt zuerst die Zustimmung der Repräsentanz einzuholen. Dieser geringfügige Formfehler lieferte den tschechischen Assimilanten den Vorwand, gegen die Trauerfeier Stellung zu nehmen. Der Präsident, Dr. August Stein, erteilte eine Rüge und ergänzte sie noch durch die freimütige Erklärung, er hätte die Bewilligung zur Feier nicht erteilt. Ihm schloß sich der Repräsentant Dr. Reiner an, der er sogar für nötig fand, gegen den Mißbrauch der Synagoge zu protestieren. Die Jüdischnationalen, Dr. Thieberger, Dr. Goldstein und Oberinspektor Slonitz, verwahrten sich in scharfen Erklärungen gegen die beabsichtigte Störung der Trauerfeier. Bei der Abstimmung wurde der Protest Dr. Reiners verworfen und damit gemäß einer Interpretation des Präsidenten Dr. Stein der Abhaltung der Feier zugestimmt. Der Haß der Assimilanten gegen alles Jüdische führte sodann zu einer weiteren erregten Diskussion über die Amgelegenheit des Sportklubs Hagibor. Die Existenz dieser vornehmen jüdischen Vereinigung ist den deutschen und tschechischen Nachläufern schon lange ein Dorn im Auge. Die Kultusgemeinde wurde dazu getrieben, dem Klub den Sportplatz zu kündigen, unter der Ausrede, daß,sie den Raum für ein Krankenhaus brauche. Es kam sogar dazu, die die jüdische Gemeinde den jüdischen Klub klagte und sie mußte l! «r,:.7r-: j-,

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