Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1928-01-27 · 4 (27.1.1928) · p. Seite 57

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
4 (27.1.1928)
Date
1928-01-27
Page
Seite 57 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9072829-9103081-9156863--08205-9080940
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 4 57 Das Jüdische Echo Der Keren Hajessod als Universalerbe Bukarest, 22. Januar. (JTA.) Die soeben erfolgte Öffnung des Testamentes des vor drei Jahren in Bukarest verstorbenen sephardischen Juden E. Cohen-Linaru ergab, daß der Verstorbene sein ganzes Vermögen, Häuser im Werte von etwa 10 Millionen Lei, dem Keren Hajessod vermacht hat. Seine Bibliothek und wertvolle Gemälde hat der Verstorbene der Kunstschule „BezaleU und der Hebräischen Universität vermacht. Testamentsvollstrecker sind die Leiter des Keren Hajessod in Rumänien. Der neue Moskauer Oberrabbiner Moskau, 22. Januar. (JTA.) In einer von den Repräsentanten der Moskauer Jüdischen Gemeinde und den Vertretern aller Synagogenkomitees abgehaltenen Versammlung wurde Rabbiner Jacob Klemes zum Oberrabbiner von Moskau gewählt. Der Moskauer Oberrabbinerstuhl war seit dem im Dezember 1924 erfolgten Äbleben des populären Oberrabbiners Jacob Mäs'e verwaist. Man hatte den Posten seinem Sohne Sädiah angetragen, dieser aber zog esvor, seine Betätigung als Anwalt und Schriftsteller fortzüsetzen, sich auch mit den Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zu befassen, ohne zu derselben in ein Dienstverhältnis zü treten. Seit September 1925 ist auch das Amt eines orthodoxen Rabbiners der Moskauer jüdischen Gemeinde verwaist, das bis dahin von dem verstorbenen Rabbi Samuel Jacob Rabinowitsch bekleidet worden war. Konstituierung des Minderheitenwahlblocks in Polen Warschau, 18. Januar. (JTA.) Der Minderheitenwahlblock hat sich nach langen Kämpfen am Mittwoch konstituiert. Auf der Staatsliste kandidiert an erster Stelle der Ukrainer Lewicki, an zweiter Seile der Zionist Jizchak Grünbaum, an dritter Stelle der Weißrusse Jeretnicz, an vierter der Deutsche Naumann, der bisherige Vorsitzende der deutschen Sejmfraktion. Der Zutritt zur Höhle Machpelah auch Nichtmohammedanern gestattet Der Moslemitische Oberste Rat Palästinas hat beschlossen, von jetzt ab auch den Ungläubigen (Nichtmohammedanern) den Zutritt zur Höhle Machpelah, wo nach der jüdischen Tradition das Erdbegräbnis der Erzväter Abraham, Isak, Jakob und Joseph, sowie der Erzmütter Sara, Rebekka und Lea ist, zu gestatten. Über der Höhle Machpelah befindet sich jetzt eine Moschee. Der Zutritt zur Höhle war bisher allen Nichtmohammedanern strengstens untersagt. (Ziko.) Juden übernehmen die Ausnützung der Tiberias- Quelle Wie die JTA berichtet, hat eine von Suprasky geleitete jüdische Gesellschaft von den arabischen Konzessionären das Recht zur Ausnutzung der heißen Quellen von Tibcrias käuflich erworben. Die Konzessionsinhaberin ist verpflichtet, innerhalb drei Jahren die Quellenanlage nach modernen Prinzipien auszugestalten, ein erstrangiges Hotel zu erbauen, die jetzigen veralteten Gebäude niederzureißen und an ihrer Stelle neue, moderne Gebäude zu errichten und einige 100 000 Pfund für die Modernisierung der Bäder auszugeben. Der Pachtzins richtet sich nach der Höhe der Jähreseinnahmen. — Bekanntlich gleichen die heißen Quellen Tiberias in vielfacher Hinsich den' Karlsbader Thermen und haben sich bei verschiedenen Krankheiten als sehr heilkräftig erwiesen. 1 (Ziko.); Erdbeben in Jerusalem Laut einer JTA-Meldung erfolgte Mittwoch, den 18. Januar, 8 Uhr morgens in Jerusalem und Umgebung ein leichter Erdstoß. In Erinnerung an das vorjährige Erdbeben bemächtigte sich der Bevölkerung eine gewisse Panik. Das Erdbeben war jedoch nur leichter Natur und verursachte nirgends irgendwelchen nennenswerten Schaden. (Ziko) Einberufung der Assefath Haniwcharim Die Sitzung des Waad Leumi vom 10. Januar beschloß, die Assefath Haniwcharim (Delegierten-Versammlung der palästinischen Judenheit) in der nächsten Zeit einzuberufen. Der genaue Termin soll noch festgesetzt werden. Die bisherige Leitung des Waad Leumi bleibt vorläufig im Amt. Die Sitzung des Waad Leumi war außerdem zum Teil der Frage der neuen jüdischen Gemeindeordnung gewidmet und zum anderen der Lage in Petach Tikwah. (Ziko*) Eine neue Fassung des Handelsabkommens zwischen Palästina und Syrien Auf einer Besprechung mit palästinischen Industriellen erklärte der Leiter des Zoll- und Handels- Departements der Palästina-Regierung, Stead, daß das Handels- und Zollabkommen zwischen Palästina und Syrien eine neue Fassung erhalten habe, die sowohl der Regierung als auch den Industriellen genehm sein dürfte. Binnen kurzem soll das Abkommen in seiner neuen Formulierung zum Abschluß gelangen. (Ziko) M. Ussischkin überläßt seine Wohnung dem Oberkommissar Jerusalem, 20. Januar. (JTA.) Der Oberkommissar von Palästina, Feldmarschall Lord Plumer, hat vor kurzem den Leiter des Jüdischen Nationalfonds, M. M. Ussischkin, brieflich gebeten, ihm seine Wohnung abzutreten, da die Gesundheit der Lady Plumer durch die in der jetzigen Wohnung des Oberkommissars herrschenden ungünstigen Zustände schwer angegriffen ist. Es sei gegenwärtig in Jerusalem nicht möglich, eine geeignete Wohnung für Lord und Lady Plumer zu finden. Die frühere Wohnung des Oberkommissars war bekanntlich durch das letzte katastrophale Erdbeben schwer in Mitleidenschaft gezo- GENERALVERTRETUNG Joh'Häusler ThierschstnJt0-Tel:26482u.296995

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.