Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 4 (27.1.1928)
- Date
- 1928-01-27
- Page
- Seite 56 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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56 Nr. 4 Das Jüdische Echo Blüthner- Miniatur- Stutzflügel Flügel moderner, kreuzsaiiiger, nur 1,40 m lang, wohlfast neuer, für 2700 RM. lautender, grober Ton, für 2200 RM. zu verkaufen zu verkaufen, auch gegen auch gegen kleine kleine Monatsraten Monatsraten Pianohaus Alfred Schmid Pianohaus Alfred Schmid Nachfolger Nachfolger München / Residenzstr. 7 München / Residenzstr. 7 gegenüber der Hauptpost gegenüber der Hauptpost den. die sich durch die Intensität und Einführungsweise des Stromes unterscheiden. Zuerst wurde nach dem Weinbergerschen Verfahren betäubt. Dieses arbeitet m<it stärkeren Strömen. Dann wurde das Liebensche Verfahren gezeigt, das schwächere Ströme anwendet. Für die Anwendung der elektrischen Betäubung auf das Schächtverfahren ^dürfte die Liebensche Methode mehr Aussicht haben. Die Frage der Technik wird wohl bald gelöst sein. Die Prüfung der physiologischen Auswirkungen des elektrischen Stromes auf die Organe — ein bisher noch brachliegendes Gebiet der Therapie und Tierphysiologie — ist im Gange. Das Ergebnis dieser Prüfung ist für die Anwendbarkeit der Methode beim Schächten nach Meinung der anwesenden Rabbiner von ausschlaggebender Bedeutung. Dr. Georg Minden, einst Vorsitzender der Repräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde, 78jährig, gestorben Berlin, 19. Januar. (JTA.) Im Alter von 78 Jahren verstarb in Berlin der frühere Direktor des Berliner Pfandbriefamtes, Geheimer Regierungsrat Dr. Georg Minden, der dies städtische Institut weit über 30 Jahre geleitet hat. Dr. Minden war in früherer Zeit eine hervorragende Figur des preußischen Judentums. Er war lange Jahre Repräsentant der Berliner Jüdischen Gemeinde und eine Zeitlang auch Vorsitzender dieses Kollegiums. Ein feingebildeter Mann, betätigte er sich auch wissenschaftlich in der jüdischen Märchenkunde und Folkloristik und lieferte einige wertvolle Arbeiten auf diesem Gebiete. Nahida Ruth-Lazarus gestorben Berlin, 19. Januar. (JTA.) In Meran ist Frau Nahida Ruth-Lazarus ■ im Alter von 79 Jahren gestorben. Sie war die Witwe des 1903 in Meran verschiedenen berühmten Philosophen und Völkerpsychologen Moritz Lazarus. Sie schrieb im Anfang unter ihrem Namen Nahida Remy Romane, Novellen und Dramen, durch die sie seinerzeit sehr bekannt wurde. Später beschäftigte sie sich sehr viel mit Kulturkritik. Ihre Grundthemen waren die Probleme des Judentums und der Frauenwelt. Ihre letzten Arbeiten galten dem Nachlaß ihres Mannes. Die Bestattung fand auf dem neuen israelitischen Friedhof zu Meran im Beisein zahlreicher Gemeindemitglieder und Kurgäste statt. Die Gedächtnisrede hielt Herr Rabbiner Josuah Grünwald (Meran), der die Verstorbene als eine ideal gerichtete, von wahrer Religiosität erfüllte Persönlichkeit und als Geistesgefährtin des berühmten Gatten würdigte. Als Familienmitglied sprach Herr Rabbiner Dr. Leo Baerwald aus München Worte des Abschieds. Großer Erfolg des Box-Klubs Maccabi Berlin, 20. Januar. (JTA.) Die gestern im Saalbau Friedrichshain vor mehr als 2000 Zuschauern stattgefundene Boxveranstaltung wurde zu einem großen Erfolg für den jüdischen Boxklub Maccabi, der die Tennis-Borussia mit 9:3 Punkten schlug. Maccabi trifft nunmehr in der Endrunde um den Pokal auf den Boxklub Heros. Die Maccabi-Sieger sind Balsam, Friedländer, Fuchs, Malz. Von der Anklage der Friedhoisschändung freigesprochen Breslau, 12. Januar. (JTA.) Am 11. Januar verhandelte das Große Schöffengericht Breslaus gegen den Studenten des Maschinenbaufaches Wilhelm Gensert aus Ratibor und den Schlosser Paul Schönborn aus Breslau wegen eines versuchten Einbruchs in den jüdischen Friedhof in der Claassenstraße. Dort waren im Dezember 1926 eine große Anzahl Grabsteine umgeworfen worden. Im Mai 1927 bemerkte nun der Sohn des Friedhofsverwalters in einer Nacht gegen drei Uhr zwei Männer, die sich am Friedhofsportal zu schaffen machten. Der Wachhund schlug an, worauf die beiden Männer davonliefen. Sie wurden, als die ihnen Nachsetzenden sie ergriffen, erkannt und vor Gericht gestellt. Die Angeklagten bestritten, die Täter zu sein, obwohl die Türklinken des Friedhofstors, an welchem sie sich zu schaffen machten, abgebrochen waren. Der Vertreter der Synagogengemeinde, die als Nebenklägerin zugelassen war, Rechtsanwalt Foerder, stellte fest, daß Gensert sich bereits schwerer antisemitischer Ausschreitungen schuldig gemacht und jüdische Passanten auf offener Straße belästigt habe. Gensert selbst gab zu, er sei völkisch gesinnt und betrage sich wie ein „echter deutscher Mann“. Der Staatsanwalt hielt eine Verteidigungsrede für den Angeklagten und stellte seinen Versuch am Friedhofstore als einen Scherz hin; die antisemitische Betätigung des Gensert tue nichts zur Sache. Das Urteil des Gerichtes lautete auf Freisprechung, weil auch bei Unterstellung der antisemitischen Betätigung des Gensert das Ergebnis der Beweisaufnahme zur Überführung nicht für ausreichend erachtet worden war. Die Breslauer „Jüdische Zeitung“ meint, es müsse als auffällig registriert werden, daß der Staatsanwalt die Frage des Dr. Foerder beanstandet hatte, ob die Angeklagten die Versammlungen der deutschsozialen Partei besucht hätten. Er wurde darüber belehrt, daß die deutsch-soziale Partei den Radauantisemitismus verbreite und meinte dann, das habe er bis jetzt noch nicht gewußt. Es sei dringend zu wünschen, schließt die Zeitung, daß die Anklagebehörde gerade in politischen Sachen durch besser informierte Beamte vertreten wird. I. MÜNCHENER PLISSEE-BRENNEREI FRANZ QRUBER, MÜNCHEN Hohlsaum, Knöpfe, Endeln, Kanten, KostOmstlckerelen Burgstraße16/3 Knopflöcher Telephon 22975