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Das jüdische Echo · 1928-01-27 · 4 (27.1.1928) · p. Seite 55

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
4 (27.1.1928)
Date
1928-01-27
Page
Seite 55 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 4 Das Jüdische Echo 55 General Motors Automobile LORIN/ER & CO Nymphenburger Straße128/ Telephon 61836 Chevrolet Oakland La Salle Aus Rumänien Der Prozeß gegen die Jassyer Studenten abermals vertagt — Ein Richter verhaftet — Die Berufung der in Bukarest verurteilten Studenten zurückgewiesen Bukarest, 23. Januar. (JTA.) Wie schon mitgeteilt, wurde in der vorigen Woche in Jassy der Prozeß gegen die des Raubes und der Synagogenschändung beschuldigten Studenten vertagt und die Angeklagten auf freien Fuß gesetzt. Der heute wieder aufgenommene Prozeß verfiel abermals der Vertagung. Im Schoße des Gerichtes spielten sich anscheinend mysteriöse Vorgänge ab. Ein Richter wurde von der oberen Justizbehörde suspendiert, dann von der Polizei in Haft genommen. Dieser Richter hat auf einem antisemitischen Festbankett der Anhänger des Exkronprinzen Carol eine Rede für die Inthronisierung Carols und gegen die Juden gehalten. Der Revisionsrat der Armee verhandelte in diesen Tagen über die Berufung der in Bukarest im Zusammenhang mit den Vorgängen in Großwardein und Klausenburg verurteilten Studenten. Die Rechtsvertreter der Verurteilten behaupteten, die Juden selbst hätten die Studenten zu Plünderungen aufgestachelt, um dann Schadenersatz zu kriegen. Der Armee-Revisionsrat wies die Berufung zurück, so daß das Urteil aufrechterhalten bleibt. In jüdischen Kreisen herrscht Erregung über die Verurteilung des jüdischen Fußballspielers Blum wegen angeblicher Teilnahme an Ausschreitungen in Großwardein. Man hält Blum für vollkommen unschuldig. Mißlungene Pression auf die Juden von Klausenburg Klausenburg, 17. Januar" (JTA.) Die Vorsteher der jüdischen Gemeinde waren vor einigen Tagen zur Polizeipräfektur vorgeladen worden, wo sie vertraulich aufgefordert wurden, eine Erklärung des Inhalts zu unterfertigen, daß der infolge der Studentenunruhen suspendierte Polizeipräfekt Bunescu keine Unterlassung begangen, sondern im Gegenteil in den kritischen Tagen sich der Judenheit warm angenommen habe. Die Vorstände der jüdischen Gemeinde verweigerten die Unterfertigung dieser Erklärung, worauf man versuchte, auf privatem Wege eine Rehabilitierung Bunescus einzuleiten, was aber ebenfalls mißlang. Aus der jüdischen Welt Präsidium- und Vorstandsergänzungswahl in der Repräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde Berlin, 20. Januar. (JTA.) Zu Beginn der Sitzung der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin am Donnerstag, dem 19. Januar, hielt der Vorsitzende, Geheimrat Dr. Julius Stern, dem in diesen Tagen verstorbenen einstigen Vorsitzenden der Repräsentantenversammlung, Geheimrat Dr. Georg Minden, einen tiefempfundenen Nachruf, in welchem er den Verstorbenen als den Typus des jüdischen Geistesaristokraten bezeichnete, seine Hingegebenheit an die Interessen der Gemeinde und sein großes Wirken als Förderer von Kunst und Künstlern würdigte. Hierauf schritt man zu der statutengemäß in der ersten Sitzung des Jahres zu erfolgenden Wahl des Präsidiums der Repräsentantenversammlung. Herr M. A. Loeb schlug die Wiederwahl von Dr. Julius Stern zum ersten Vorsitzenden vor. Prof. Türk vertrat den Standpunkt der liberalen Fraktion, daß diese als die stärkste Fraktion den ersten Vorsitzenden zu stellen habe. Er schlug die Wahl des Rechtsanwaltes Heinrich Stern vor. Die Abstimmung ergab eine Mehrheit von 11 Stimmen für Herrn Geheimrat Dr. Julius Stern, der somit als gewählt erscheint. Rechtsanwalt Heinrich Stern blieb mit 10 Stimmen in der Minderheit. Rechtsanwalt Dr. Klee schlug die Wahl des Rechtsanwalts Heinrich Stern zum ersten Stellvertreter des Vorsitzenden vor. Die Liberalen erklärten aber, daß sie sich an der Präsidiumswahl nicht mehr beteiligen wollen. Hierauf wurde mit den Stimmen der Volkspartei, der Religiösen Mittelpartei und der Konservativen Herr Dr. Alfred Klee zum ersten Stellvertreter des Vorsitzenden, Herr M. A. Loeb zum zweiten Stellvertreter, Landgerichtsrat Rau zum Schriftführer, und Frau Lina Wagner-Tauber zur stellvertretenden Schriftführerin gewählt. Die Versammlung schritt hierauf zur Wahl von drei Mitgliedern in den Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden. Gewählt wurden: Dr. A. Sandler (Volkspartei), Direktor Ostberg (liberal) und Herr Seckeisohn (konservativ). An Stelle des verstorbenen konservativen Mitglieds des Gemeindevorstandes, Bruno Galewski, wurde Dr. Isi Kahn (konservativ, Misrachist) in den Vorstand entsandt. Eine Neuwahl für den durch den Rücktritt des Herrn Carl Fuchs (liberal) erledigten Vorstandssitz wurde nicht vorgenommen, sondern beschlossen, bei Herrn Fuchs anzufragen, ob er eine auf ihn entfallende Wiederwahl annehmen würde. Versuche mit elektrischer Betäubung von Schlachttieren ln Berlin Berlin, 22. Januar. (JTA.) Auf dem Berliner Schlachthof fand am Montag auf Veranlassung des Tierschutzvereines eine Vorführung der elektrischen Betäubung der Schlachttiere statt. Oberingenieur Weinberger und Professor Dr. Müller aus München demonstrierten in Anwesenheit des Regierungs- und Veterinärrats Dr. Klimmek vom preußischen Ministerium für Landwirtschaft, des Urhebers der Methode, Dr. med. Lieben (Prag), des Professors Dr. E. Mangold von der Landwirtschaftlichen Hochschule, des Schlachthofdirektors Casper, des Direktors der Fleischbeschau Dr. Schmey und einer Anzahl von hiesigen und auswärtigen Veterinären die Betäubung an fünf Tieren. Es gibt verschiedene Metho-

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