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Das jüdische Echo · 1928-01-20 · 3 (20.1.1928) · p. Seite 44

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
3 (20.1.1928)
Date
1928-01-20
Page
Seite 44 (sequence 12)
Language
German
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44 Das jüdische Echo / Blätter für die jüdische Frau Nr. 3 P i a n i n o modernes, kreuzsaltiges, mit schönem Klang, gebraucht, nur RM. 850.— auch gegen kleine Monatsraten Pianohaus Alfred Schmid Na*f. München /Residenzsira$e7 gegenüber der Hauptpost P i a n i n o neues, von größter Haltbarkeit u. Klangschönheit, nur RM. 1180.- auch gegen kleine Monatsraten Pianohaus Alfred Schmid Nachf. München /Residenzsiralje 7 gegenüber der Hauptpost waren nicht nur Frauen, deren Wirkungskreis sich auf Küche und Keller beschränkte, sondern vielfach solche, die einem Anwesen vorstanden, oder die als Leiterinnen eines Geschäftes die Familie ernährten. Und gerade darin liegt, wie Frau Dr. Badt- Strauß immer wieder betonte, neben den Sagen und Geschichten der Hauptreiz der Zenne Renne, daß sie ein geschlossenes Weltbild gibt, das einen lebendigen Menschen spüren läßt, einen Menschen voll Lebensweisheit und Lebensfreudigkeit. Darum wurde sie auch das Lieblingsbuch von Generationen jüdischer Frauen. Als im 19. Jahrhundert das jüdisch-deutsche Idiom bei den westeuropäischen Juden mehr und mehr verschwand und gleichzeitig die europäische Bildung den naiven jüdischen Volksgeist, aus dem die Zenne Renne entstanden war, allmählich verdrängte, da ist, trotzdem sie ins deutsche, französische und in andere Sprachen übersetzt wurde, die Wirkung der Zenne Renne auf die jüdische Frauenwelt ausgeblieben, und so ist sie auch aus dem Bücherschrank der jüdischen Familie verschwunden. Die heutige jüdische Frauengeneration aber will versuchen, die alten Kraftquellen wieder zu erschließen, die verschütteten Brunnen des jüdischen Volksgeistes wieder auszugraben, und so hat es Bertha Pappenheim unternommen, die Zenne Renne den modernen jüdischen Frauen wieder zugänglich zu machen durch eine Übersetzung, die nicht nur die Moral, sondern auch den Geist des alten Volksbuchs wieder beleben will. Die Erziehung der Kleinkinder Von Helene Han nah Thon (Jerusalem) In immer steigendem Maße erkennt man, wie entscheidend für das Werden des heranwachsenden Menschen gerade die Beeinflussung in dem Alter vor Eintritt in die Grundschule ist. Aus diesem Grunde spielt die Frage der Kindergärten und der in diesen zu beobachtenden Methoden eine überragende Rolle in der modernen Pädagogik. Von geradezu einschneidendem Wert für das jüdische Aufbauwerk in Palästina sind die Kindergärten im heiligen Lande, die den wichtigsten Schmelztiegel zur Umformung der aus verschiedenen Ländern und Kulturen stammenden Kinder 1 Man darf wohl mit Spannung der baldigen Veröffentlichung dieser Übersetzung entgegensehen. zu einer gesunden hebräischen Generation darstellen. Durch die Reduzierung des Erziehungsbudgets auf dem XV. Zionistenkongreß geriet bekanntlich das ganze hebräische Schulwerk in Palästina in große Schwierigkeiten und insbesondere war die Existenz der Kindergärten bedroht. Durch die große Spende des Barons Edmund Rotschilds ist im Augenblick die Gefahr gebannt. Es steht jedoch noch nicht fest, wie sich diese unerwartete Zuwendung im Einzelnen auswirken wird. Es ist anzunehmen, daß nunmehr eine befriedigende Lösung gefunden werden kann. Wie groß aber die Gefährdung des Erziehungswerkes vor dem Eingreifen Rotschilds gewesen ist, lehren die nachstehenden Zeilen der verdienstvollen Kulturpionierin, Frau Helene Hannah Thon in Jerusalem, die über die Bedeutung der Kindergärten in Palästina berichtet. Wenn auch zu hoffen ist, daß nunmehr ein großer Teil der Kindergärten wieder ihre segensreiche Tätigkeit aufzunehmen vermag, so verdienen die Ausführungen von Frau Thon weitgehende Verbreitung, um das Verständnis für das palästinische Kleinkinder- und Erziehungswerk allgemein zu machen. Frau Thon schreibt: In enger Verbindung mit der gesamten Frage des Schulwesens steht diejenige der Kindergärten. Hier ist ein großes und wichtiges Gebiet der Volkserziehung und Volksfürsorge, das mit großer Sorgfalt erobert und ausgebaut wurde, bedroht. Nachdem der Erziehungsetat vom Kongreß auf 53 000 $ zurückgeschraubt wurde, kam man zu der Überzeugung, daß man — um das Schulwesen einigermaßen zu erhalten — die Kindergärten ganz und gar aus dem Arbeitsgebiet der Erziehungskommission ausschalten müsse, um dadurch ein Budget von 13 000 $ zu sparen. Wer weit vom Schauplatz der Ereignisse ist und die Dinge rein theoretisch betrachtet, dem mögen die Kindergärten wirklich als Institute von sekundärer Bedeutung erscheinen. Wer aber die Verhältnisse aus eigener Anschauung kennt, der weiß, welche großen nationalen und sozialen Aufgaben sie zu lösen bestimmt sind. Vor allem beginnt bereits hier die Erziehung zur gemeinsamen — hebräischen — I. MÜNCHENER PLISSEE-BRENNEREI FRANZ QRUBER, MÜNCHEN Hohlsaum, Knöpfe, Endeln, Kanten, Kostllmstlckerelen Burgstraße16/3 Knopflöcher Telephon 22975

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