Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 3 (20.1.1928)
- Date
- 1928-01-20
- Page
- Seite 39 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3 Das Jüdische Echo 39 Aus der jüdischen Welt Dritte Emigrationskonferenz in Berlin Am 15. Januar wurde in Berlin die dritte Emigrationskonferenz eröffnet, deren Beratungen für drei Tage anberaumt sind. Es erscheinen Vertreter aus Paris, Polen, Rumänien, Litauen, Lettland und Deutschland. Dr. Kreinin eröffnete die Konferenz mit einem Nachruf für das verstorbene Mitglied der Zentralverwaltung Wladimir Temkin und gedachte des Hinscheidens von Dr. Chajes, D. H. Nomberg und andere. Den Vorsitz in der ersten Sitzung führte Dr. Alfred Klee. Nach Begrüßung von Vertretern von Joint, ORT, OSE, des Hilfsvereins der Deutschen Juden und des Arbeiterfürsorgeamtes erstattete Jacob Lestschinsky ein grundlegendes Referat über die jüdische Emigration in Vergangenheit und Gegenwart und zeichnete die Richtlinien der notwendigen Emigrationspolitik. Am Nachmittag wurden weitere Referate erstattet, an die sich in der dritten Sitzung, spät abends, die Diskussion schloß. Montag Vormittag wurden die Beratungen fortgesetzt und noch eine ganze Reihe von aktuellen Fragen der jüdischen Wanderfürsorge behandelt. Über die Ergebnisse der Konferenz werden wir noch berichten. Die jüdische Kolonisation auf der Leipziger Messe Leipzig, 13. Januar. (JTA.) Wie das Presse- Büro des Leipziger Messe-Amtes mitteilt, werden während der Frühjahrsmesse 1929 in Leipzig zwei Pavillons zu sehen sein, die die jüdische Kolonisation der Gegenwart veranschaulichen: ein von der Zionistischen Exekutive errichteter Palästina- Pavillon und eine von der staatlichen russischen Kolonisationsgesellschaft Komzet arrangierte Ausstellung, die das jüdische Kolonisationswerk auf der Krim illustriert. Die Krim-Ausstellung wird einen Teil der sowjetrussischen Landwirtschaftsausstellung bilden, wogegen es bezüglich der Palästina-Ausstellung noch nicht feststeht, ob Palästina hierfür einen besonderen Pavillon einrichten oder im Rahmen des großbritannischen Pavillons ausstellen wird. Die Zionistische Exekutive in Jerusalem hat die Londoner Exekutive ersucht die technischen Fragen der Ausstellung zu erledigen. Die Regierungsbeihilfe für die gesetzestreuen Synagogengemeinden Halberstadt, 12. Januar. (JTA.) Einer Mitteilung des Preußischen Landesverbandes gesetzestreuer Synagogengemeinden, Sitz Halberstadt, ist zu entnehmen: Die Regierung hat die Staatsbeihilfen zur Sorge für den Religionsunterricht für das Rechnungsjahr 1927/28 in diesem Jahre früher an die jüdischen Landesverbände überwiesen als im vorigen, so daß auch bei umsichtiger Prüfung der Verhältnisse die Auszahlung an die Gemeinden vor Ende 1927 erfolgen konnte. Bei der Verteilung des Gesamtbetrages von RM. 45 000.— sind 88 von den dem Halberstädter Verband angeschlossenen Gemeinden berücksichtigt worden, wobei die Höchstsubvention RM. 1500.—, die niedrigste RM. 100.— betrug. — In diesem Jahre sind drei Bezirkslehrerstellen begründet worden: im Regierungsbezirk Kassel, in Westfalen und im Rheinland. Die Verhandlungen wegen Schaffung eines vierten sind aussichtsvoll. Die Verhandlungen wegen Begründung eines Bezirksrabbinats im Rheinland sind noch nicht abgeschlossen. Ungültigkeitserklärung der Leipziger Gemeindewahlen Leipzig, 13. Januar. (JTA.) Die am Sonntag, dem 27. November 1927, stattgefundenen Wahlen zur Repräsentantenversammlung der Israelitischen Religionsgemeinde in Leipzig sind vom Wahlprüfungsgericht in einer am 11. Januar 1928 getroffenen Entscheidung für ungültig erklärt worden. Wie die Völkischen die Wahlen vorbereiten Berlin, 12. Januar. (JTA.) Die völkischen Zeitungen kündigen die Herausgabe eines Nachrichtendienstes für die Zeit der Wahlen an. Es heißt dann in der Notiz: „Unser Nachrichtendienst wird so organisiert sein, daß bei den kommenden Wahlen uns nicht nur jene gegnerischen Kandidaten bekannt werden, die Juden, Jüdlinge oder Judenser sind, sondern daß wir dank des in unseren Händen befindlichen Materials im Nu festzustellen in der Lage sind, welcher der Kandidaten ein Freimaurer ist. Wir werden jede Rücksicht fallen lassen und gegen die anerkannten gedeckten Juden, gegen die weißen Juden, gegen die Freimaurer ein enthüllendes und vernichtendes Feuer eröffnen.“ österreichische Rektoren für völkische Studenten Wien, 3. Januar. (JTA.) Erst jetzt erfährt man, daß die Rektoren der Wiener Hochschulen am 21. November vorigen Jahres einen Beschluß gefaßt haben, der sich gegen die vom preußischen Unterrichtsminister Dr. Becker geführte Aktion in der Frage der Studentenschaften wendet. Die Rektoren erklären, es erfülle sie mit Sorge, eine Verbindung bedroht zu sehen, welche die Studenten des gesamten deutschen Volkes umfasse. Sie erklären zum Schluß, daß sie die völkische Studentenschaft in ihren Bestrebungen unterstützen werden, den gesamtdeutschen Gedanken und den Grundsatz der Selbstverwaltung zu stärken. Die Rektoren der Grazer Hochschulen haben sich dieser Kundgebung angeschlossen, die einen neuen Beweis für den reaktionären Geist bildet, der an den österreichischen Hochschulen herrscht. Die demokratische Presse nennt den Beschluß der Rektoren ein offenes Bekenntnis zum hakenkreuzlerischen Radauantisemitismus, das sich hinter kulturellen Gemeinplätzen versteckt. Baldige Konstituierung des österreichischen Pro- Palästina-Komitees Wien, 13. Januar. (JTA.) Die Konstituierung der Österreichischen Komitees Pro-Palästina wird Ende Januar stattfinden. Der Präsident des deutschen Pro-Palästina-Komitees Graf Bernstorff Renault Audi die führenden Weltmarken Mototechnlsche Ges., K.-G. München / Odeonsplatz 12 Telephon 26397 und 20654