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Das jüdische Echo · 1928-01-20 · 3 (20.1.1928) · p. Seite 36

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
3 (20.1.1928)
Date
1928-01-20
Page
Seite 36 (sequence 4)
Language
German
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36 Das Jüdische Echo Nr. 3 Kammersängerin lineSanden von der Münchener Staatsoper pernschule Ausbildung bis zur Bühnenreife Anmeldung, Prospekt, Ciemensstr. 92 Villa „Carmen", München, Tel. 360 218 bisherigen Wege nicht geht. Die Judenfrage ist eine weltpolitische Frage und kann nur mit weltpolitischen Mitteln gelöst werden. Wie viel ähnlich trauriger Jubiläumsfeiern, von den die letzte in Kischinew vorkam, bedarf es, um diese fundamentale Erkenntnis Theodor Herzls zum Gemeingut der gesamten jüdischen Welt zu machen? M. W. Für die praktische Scoutarbeit war der Bund auf eigene Kräfte angewiesen. Auch hier sind wesentliche Fortschritte seit dem letzten Bundestag zu verzeichnen. Am letzten Tage fand in einem Schmiedeberger Lichtspieltheater die Aufführung eines Filmes und eines Lichtbildervortrages statt, welche von der Montessori-Gesellschaft in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt worden waren. — Die Tagung war auch insofern erfreulich, als eine große Anzahl von Jungführern sich in aktivster Weise an ihr beteiligten. Der Bundesrat des Kadimah trat im Laufe der Tagung zur Besprechung von bundesorganisatorischen Fragen zusammen; unter anderem wurde die Bundesleitung mit Bernhard Bamberger, Hans Kaufmann, Kurt London und Erich Sonntag bestätigt. Das Führerlager des Kadimah hat durch seinen Verlauf bewiesen, daß der Glaube der Führer, mit der Gründung des Bundes neue Wege jüdischer Jugenderziehung beschritten zu haben, durch die Tatsachen gerechtfertigt worden ist. Führerlager des Kadimah Berlin, den 10. Januar 1928. In der Zeit vom 25. Dezember bis 1. Januar fand in Schmiedeberg im Riesengebirge das erste Führerlager des Kadimah statt. An ihm nahmen etwa 60 Führer und Führerinnen des Bundes teil. Entsprechend der außerordentlichen Wichtigkeit, die der Bund der planmäßigen Durchbildung seiner Führer zumißt, war das Lager mit größter Sorgfalt vorbereitet und befriedigte nach seinem inneren und äußeren Verlauf sämtlicher Teilnehmer. Im Gegensatz zu früheren Tagungen wurden bundesideologische Fragen nicht besprochen; dagegen standen im Mittelpunkt der geleisteten Arbeit pädagogische Fragen. Für die Behandlung des allgemeinen pädagogischen Teiles, hatte sich der Privatdozent der Hamburger Universität, Dr. Curt Bondy, zur Verfügung gestellt. In dreitägiger, intensivster Arbeit im Plenum und in kleineren Kreisen wurde unter der Leitung Dr. Bondys zu folgenden Fragen Stellung genommen: Grundfragen der Pädagogik und Psychologie, Grenzen der Erziehung, der Führer, der Zug, Lebenshaltung, die sexuelle Frage, Probleme der geistigen Erziehung, Erziehungsziel und Bildungsideal, Zwang und Freiheit in der Erziehung. Außer den einleitenden Referaten Dr. Bondys wurden eine Anzahl Sonderreferate von Führern des Bundes gehalten. Der ausgezeichneten straffen und sachlichen Leitung dieses Teiles durch Dr. Bondy, der es verstand, sich dem besonderen Charakter des Bundes anzupassen, und die wirklichen Fragen eines Jugendbundes in den Vordergrund zu stellen, ist das Gelingen der Tagung zu einem sehr großen Teile zu verdanken. Besonderes Gewicht wurde auch auf die Behandlung der Fragen jüdischer und hebräischer Arbeit gelegt. Hier war es gelungen, für das Hauptreferat Herrn Dr. Mayer, Zwickau, zu gewinnen, dessen lebendige Ausführungen stärkstes Interesse fanden und auf die Weiterführung der jüdischen Bildungsarbeit des Kadimah außerordentlich anregend wirkten. In diesem Teile wurden unter anderem folgende Themata behandelt: Grundsätzliches zum Hebräischen, Methodik des Hebräischen. Die besonderen Aufgaben der jüdischen Erziehung bei Jüngeren von 12—15 Jahren und Übersicht über die für dieses Alter zur Verfügung stehenden Stoffe. Trotzkis Schicksal Berlin, 15. Januar. (JTA.) Im Leitartikel der „Jüdischen Rundschau“ stellt Moses Waldmann Betrachtungen über die Verbannung von Trotzki, Radek, Sinowjew und anderer russisch-jüdischer Kommunistenführer an und fragt: „Ist es ein Zufall, daß sich in der Opposition im allgemeinen und unter den jetzt Verbannten im besonderen soviel Juden befinden? Besteht da nicht ein Zusammenhang zwischen diesem Schicksal und Sturz aus den Höhen der Macht in den Abgrund der Verbannung und dem Judentum dieser Personen?“ Er antwortet: „Es handelt sich bei diesen Juden zumeist um Personen, die sich eigentlich auf der Flucht vor dem Judentum befinden und glaubten, einen Zufluchtsort im internationalen Kommunismus gefunden zu haben.... Ich wage die Behauptung, daß die jüdischen Führer des Kommunismus in dem gleichen Irrtum befangen waren wie etwa die bürgerlichen jüdischen Assimilanten in Frankreich und Deutschland, wenn sie geglaubt haben, durch den Anschluß an die Internationale des Kommunismus ihr Judentum vergessen zu machen und sich von seiner Last zu befreien, ähnlich wie die bürgerlichen Assimilanten glaubten, ihr Judentum durch restlose Hingabe an die Kultur und die Nationalität des Volkes zu verwischen, in dessen Mitte sie leben ... Meint man, sein Judentum negieren zu dürfen, wenn man Kommunist, Sozialist und so weiter geworden ist, so wird man an diesen Irrtum unliebsam durch das Verhalten der anderen Völker erinnert, die sich aus einem natürlichen Gefühl heraus gegen Menschen auflehnen, die doch nicht restlos zu ihnen gehören und denen gegenüber sich Mißtrauen einstellt, weil man die Empfindung hat, sie befinden sich auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit. So stellt die Verbannung der bedeutenden jüdischen Führer der Opposition in Rußland nicht nur eine Angelegenheit des Bolschewismus dar; sie ist auch ein Symptom der ewigen jüdischen Erscheinung des fatalen historischen Irrtums der jüdischen Assimilation, mag sie sich gelbbürgerlich oder rot kommunistisch drapieren. Der ewige Prozeß der Scheidung und Verdrängung zwischen den Völkern und der jüdischen Minderheit ist auch im kommunistischen Rußland nicht liquidiert. Die Wirklichkeit beweist, daß das Wesen des Juden-

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