Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 2 (13.1.1928)
- Date
- 1928-01-13
- Page
- Seite 22 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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22 Das Jüdische Echo Nr. 2 ADLERWERKE vorm. Heinrich Kleyer A.-G. Frankfurt a. M. Filiale München, Augustenstraße 40 10 PS STANDARD 6 ZYLINDER We tere Typen: 6/25 — 11/50 — 18 80 PS der ^hrenc*e deutsche Gebrauchswagen, sofort lieferba Lieferwagen für 400 und 800 kg. S c h n e 11 - Lastwagen L 9 für 1l/a Tonnen paganda befaßt, einen Vergleich der Stadt Tel- Awiw mit dem „K i k a jon vor Hiobs Hütte“. Bisher waren wir der Meinung, daß der Prophet Jona es gewesen sei, an dessen Hütte Gott der Herr den Kikajon wachsen ließ, dessen rasches Verblühen den Propheten so sehr kränkte, daß er sich sagen lassen muß: „Was kümmert dich der Kikajon, um den du dich nicht gemüht, und dessen Wachstum du nicht geförderst hast?“ Sollte man das nicht auch Herrn Dr. Wiener sagen können, der Kritik und Ratschläge erteilt, wo er Mitarbeit verweigert und Förderer dem Werk entfremdet? — Daß Herrn Wiener aber — natürlich nur durch einen lapsus calami! — statt des Propheten Jona der Dulder Hiob in die Feder kam, mag, nachdem uns Sigmund Freud die tieferen Ursachen des ' „Verschreibens“ hat erkennen lassen, wohl auch seine Bedeutung für uns haben. Wie beginnt doch das Hiobbuch? Von dem redlichen Manne, der seinen Acker bebaut, seine Herden züchtet und nichts Böses im Sinne hat. Und von dem Ankläger (oder dürfen wir den hebräischen „Satan“ zu deutsch mit „Kritiker“ wiedergeben?), der berichtet, er komme „von einer Reise durchs Land und einer Wanderfahrt“ zurück, und der von dorther nichts anderes mitbringt, als den Wunsch, den redlichen Hiob zu verderben? Dr. Wiener wird diesen Zusammenhang sicher bestreiten. Aber es handelt sich ja, um das „Unterbewußtsein“ und dieses zu deuten vermag der Außenstehende oft besser. Aus Rumänien Wieder ein Pogrom in Kischinew Zahlreiche Juden verletzt. — Kampf zwischen Polizei und Studenten Bukarest, 10. Januar. (JTA.) Gestern abend kam es in Kisehenew, der Hauptstadt Beßarabiens, zurturbulenten Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung. Studententrupps überfielen jüdische Passanten und schlugen auf sie solange ein, bis sie verletzt auf der Straße liegen blieben. Auf dem Hauptbahnhof wurden die von auswärts eintreffenden Juden überfallen und blutig geschlagen. Mehrere von ihnen mußten in verletztem Zustande in das Krankenhaus gebracht werden. Als die Polizei sich den Studenten entgegenstellte, kam es zu einem ernsten Gefecht. Die Studenten schossen auf die Polizei mit Revolvern, einige Polizisten erlitten Schußverletzungen. Der jüdische Friedhof in Piatra-Neamtze zerstört Bukarest, 8. Januar. (JTA.) In der Nacht vom 4. zum 5. Januar wurde der jüdische Friedhof in Piatra-Neamtze von unerkannt gebliebenen Tätern in der rohesten Weise geschändet. 59 Grabsteine wurden niedergelegt und zerschlagen. Unter der Judenschaft herrscht große Erregung. Die Behörden haben eine Untersuchung eingeleitet. Für die Schaffung eines Reichsblocks der Juden Großrumäniens Czernowitz, 8. Januar. (JTA.) Der Vorstand der Einheitspartei befaßte sich in seiner letzten Sitzung mit der Frage der Schaffung eines jüdischen Reichsblocks für Großrumänien. Nach einer lebhaften Debatte wurde der Beschluß gefaßt, einen Landesverband der Bukowiner Juden zu gründen und mit den in Betracht kommenden jüdischen Persönlichkeiten Beßarabiens und des Altreiches Verhandlungen zur Gründung eines Reichsblock einzuleiten. Weitere Pogromteilnehmer in Bukarest verurteilt Bukarest, 10. Januar. (JTA.) Das Bukarester Militärgericht hatte heute Urteile gegen eine Reihe weiterer Teilnehmer an dem Pogrom in Großwardein zu sprechen. Ein Student wurde zu drei Monaten, ein Kaffeekellner zu fünf Monaten, ein Handelsschüler zu 20 Tagen, ein Schneidergeselle zu 10 Tagen Gefängnis verurteilt. Ein rumänischer Professor vermacht seinen Leichnam den jüdischen Medizinstudenten Bukarest, 8. Januar. (JTA.) Gestern wurde das Testament des vor kurzen verstorbenen Universitätsprofessors und liberalen Deputierten Mihail Paschkanu geöffnet. In demselben ermahnt er seinen Sohn, nur einer Religion anzuhängen, der Religion der Menschenliebe, ohne nach der Religion des Menschen zu fragen. Ein Passus lautet: Meinen Leichnam vermache ich den jüdischen Medizinstudenten, die von unduldsamen Rumänen an den praktischen Sektionsarbeiten gehindert werden, und als ein Bekenntnis von mir, daß die Wahrheit höher als alles zu stellen sei. In einem anderen Passus vermacht Paschkanu seine Bibliothek armen jüdischen Studenten. Der Antisemitenführer Cuza wird kein Lehramt mehr bekleiden Bukarest, 6. Januar. (JTA.) Das Amtsblatt veröffentlicht heute ein Dekret, wodurch Professor Cuza, der Führer der rumänischen Antisemiten, der am 1. Januar das pensionsfähige Alter erreicht hat, in den Ruhestand versetzt wird. Damit verliert der rumänische Antisemitenführer den direkten Kontakt mit der rumänischen Jugend. Die Agentur Reuter verzichtet auf die Mitarbeit der offiziellen rumänischen Telegraphen-Agentur Bukarest, 2. Januar. (JTA.) Das offizielle Organ der nationalen Bauernpartei „Dreptatea“ teilt mit, die offizielle rumänische Presseagentur Orientradio sei vom Reuterschen Büro offiziell Deutsche Neu Wäscherei U.m.1>.II. FELIX HRANDNER - MÜNCHEN Wittelsbacherplatz 2/o, Eing. Einkenstraße Telefon Nr. 2370b Speziai-DampTwaschanstalt für Herren-Plätt tfäscbe nur Kragen, Manschetten, Vorhemden und Oberhemden. Lieferzeit ca. 8 Tage